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Love is everywhere: So verrückt feiern die Amerikaner den Valentinstag

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10:57 14.02.2020
OZ-Praktikant Maxwell Honzik aus den USA ist vom Valentinstagsfan zum -kritiker geworden. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Überall Rot, Rosa und Lila: Daran kann ich mich gut erinnern. Als ich gerade einmal fünf Jahre alt war, habe ich bei einer Feier im Kindergarten erstmals mitbekommen, was alles zu einem amerikanischen Valentinstag gehört.

Ich ließ mir beim Kinderschminken ein Herz ins Gesicht malen. Ich trug meinen mit viel Herzblut selbst gebastelten Papierhut. Ich lutschte nervös eines der Bonbons, die alle Kinder mitbringen mussten. Dann rückte ich langsam und vorsichtig an meinen Schwarm heran mit einer Valentins-Karte in der Hand und stellte ihr die Frage: „Will you be my Valentine?“ („Willst Du mein Valentins-Liebling sein?“)

Die wichtigste Frage am 14. Februar

Das war die wichtigste Frage an jedem 14. Februar meiner Kindheit. Die Suche nach jemandem, dem ich am Valentinstag einen Gruß schicken konnte, war immer eine Herausforderung. Auf die Antwort wartete ich mit Schmetterlingen im Bauch: „Ja“ oder „Nein“. Eine „Valentine“ zu kriegen, war das A und O. Ein wenig Überzeugungskraft gehörte schon dazu: Sehr hilfreich waren Anreize, wie leckere Bonbons.

Ich muss gestehen, dass ich heute kein großer Freund des Valentinstags bin. Woran das liegt, weiß ich gar nicht genau, vielleicht wegen der Vermarktung der Liebe oder vielleicht weil ich Single bin. Aber egal. Jeder in den USA erlebt den Valentinstag auf seine Art. Ihn auszublenden ist schwierig, weil er einfach omnipräsent ist: im Fernsehen, in sozialen Medien, im Einkaufszentrum.

So sieht der Supermarkt, in dem ich meinen ersten Job hatte, in meiner Heimatstadt zum Valentinstag aus. Neben Bananen, Brot und Milch sind überall Valentins-Luftballons. Quelle: Maxwell Honzik

Vor dem besonderen Tag ist sehr viel zu erledigen: Valentinskarten schreiben, Blumen bestellen, Schokolade kaufen und ein Geschenk finden. Die Liebe wird nicht nur dem oder der Liebsten zuteil, sondern auch Mutti, den Geschwistern und guten Freunden. Während man diese Valentinstags-Besorgungen macht, stürzen knallbunte Dekorationen auf einen ein. „Love is in the air!“ („Liebe ist in der Luft“) steht überall auf Plakaten. Amor-Kostüme mit kleinen Flügeln sind zu kaufen. Regale sind mit Süßigkeiten in Herzform voll gepackt. Da kommt ordentlich Stress auf.

Stress bekomme ich aber dieses Jahr nicht, denn ich lebe derzeit in Deutschland. Obwohl sich solche Feiertage, wie Valentinstag und Halloween, in den vergangenen Jahren in Deutschland immer weiter verbreitet haben – so einen Hype um den Valentinstag wie jenseits des Großen Teichs gibt es hier (noch) nicht.

Eine Valentinstag-Karte, die ich in der deutschen Schule mit 8 Jahren für meine Mutter gemacht habe. Quelle: Maxwell Honzik

Valentinstag ist vor allem der Tag der Liebe. Zumindest wird es so verkauft. Wenn man klein ist, geht es noch um die kindliche Liebe. Doch je älter man wird, desto wichtiger wird das romantische Element. Liebespaare tauschen Geschenke aus – seien es schnucklige Kleinigkeiten, wie ein Teddybär, oder auch gerne etwas kostenintensiveres, wie Schmuck. Ein zentraler Aspekt für viele Liebende ist auch ein Abendessen in einem feinen Restaurant. Eine bevorzugte Menüwahl zum Valentins-Dinner sind Rotwein, Steak und zum Nachtisch mit Schokolade überzogene Erdbeeren.

Singles erobern Tag zurück

Singles fühlen sich von diesem gesellschaftlichen Zwang oft unter Druck gesetzt, für sie ist der Valentinstag eher negativ besetzt. Die Herzen, Rosen und Teddybärchen erinnern sie nur daran, dass sie alleine sind. Aber das ändert sich: Langsam holen sich Singles den Tag zurück – als „Anti-Valentines-Day“. Man kann zum Beispiel in der Nähe von Philadelphia einen Abend mit Pizza, Wein und Axtwerfen verbringen. Oder zum „Galentines Day“ gehen, einer Party nur für Mädels („gal“ steht umgangssprachlich für „girl“, also Mädchen).

Um es zusammenzufassen: Valentinstag in den USA ist durchgeknallt. Für mich war dieser Feiertag immer normal, weil ich in dieser Kultur aufgewachsen bin. Ich muss betonen, dass es auch bei uns viele Menschen gibt, die das nicht so exzessiv zelebrieren. Aber viele treibt die Liebe eben zum Wahnsinn – und damit kennen wir Amerikaner uns aus.

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Von Maxwell Honzik

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