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MV aktuell Luxus-Leben in Ostsee-Hotels: Die Macht der Internet-Stars
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17:35 02.07.2019
Der Hamburger Influencer Philip Dumstrei (@ mr.dmstrei) im Grand Hotel Heiligendamm. Quelle: Philip Dumstrei
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Rostock

Sie fotografieren das Frühstücksbuffet, filmen sich beim Golfspielen, dokumentieren ihren Besuch im Wellness-Bereich. Anschließend posten sie all die Aktivitäten auf ihren Profilen in den sozialen Netzwerken – das ist ihr Job.

Als Gegenleistung erhalten sogenannte „Influencer“ oftmals einen kostenfreien Aufenthalt in jenen Hotels. Auch die Touristikbranche in MV profitiert von tausendfach gelikten Bildern – und zieht eine positive Bilanz.

Bildergalerie: Die zehn größten Influencer Deutschlands:

Das sind Deutschlands Influencer mit den meisten Followern

Eine Win-Win-Situation?

Doch wie genau kommt es zu einer Kooperation zwischen Hoteldirektion und Internetstars? „Die Anfragen kommen sowohl von uns als auch von den Influencern“, verrät Olaf Haugwitz, E-Commerce-Manager des Grandhotels Heiligendamm. Allerdings gebe es konkrete Kriterien, nach denen die Influencer ausgewählt werden. Dabei spielen Followeranzahl, Seriosität und Zielgruppe eine entscheidende Rolle. Sofern sie ausgewählt werden, leben sie auf Kosten des Hauses: „Es handelt sich um ein reines Kompensationsgeschäft“, sagt Haugwitz.

„Diese Form des Marketings ist heutzutage ein unverzichtbares Instrument in der Kommunikation“, betont Mana Peter, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale Rügen. Auch im direkten Kostenvergleich mit herkömmlichen Anzeigen sei Influencing wesentlich erschwinglicher. Doch auch bei der Wahl der Influencer sei eine strategische Vorgehensweise grundlegend. Eine Win-Win-Situation könne nur dann garantiert werden, wenn Follower sich mit den Angeboten der Hotels identifizieren.

Die Zielgruppe ist entscheidend

Das Schloss Fleesensee schließt seit etwa zwei Jahren Vereinbarungen mit Influencern ab. „Ausschlaggebend ist allerdings nicht die Zahl der Follower, sondern die Zielgruppe“, erzählt Director of Marketing Steve Heinecke. Die Follower sollten sich demnach für einen bestimmten Themenbereich interessieren, den das Hotel anbiete.

Außerdem müsse die jeweilige Saison beachtet werden: „Kurz vor Sommerbeginn sind vor allem Influencer aus dem Golf-Bereich interessant, während wir uns im Winter eher für Profile über Spas entscheiden“, sagt Heinecke. Die Angebote werden individuell vereinbart. Die Vorarbeit sei am wichtigsten, damit eine für beide Parteien erfolgreiche Abwicklung garantiert werden könne.

Imagepflege steht im Vordergrund

Auch für das Schloss Fleesensee sei es nicht unbedingt das Ziel, mehr Gäste zu gewinnen, sondern die „Marke“ weiterzutragen. Das bedeute, es solle mehr Sichtbarkeit für die Freizeitangebote generiert werden. Eine demografische Veränderung bei den Gästen sei außerdem (noch) nicht feststellbar.

Das Steigenberger Grandhotel in Heringsdorf verfolgt die gleiche Philosophie: „In erster Linie geht es um Imagewerbung und Aufmerksamkeit“, sagt Marketing-Leiterin Corinna Schmidt. Zudem habe das Usedomer Hotel stets positive Erfahrungen gemacht. Auch Anfragen seien stets höflich verlaufen.

Dem Lifestyle entsprechend

Der Hamburger Influencer Philip Dumstrei jedoch erhält meistens die Anfragen. Auf Instagram folgen ihm 103.000 Menschen. „Viele Hotels eröffnen neu und brauchen natürlich Publicity und Aufmerksamkeit, um gute Bewertungen und Inhalte für ihren Instagram Account zu nutzen“. In seinen Posts zeige er die Zimmer, die Aussicht, das Frühstück, Abendessen und weitere Attraktionen. „Um hochwertigen Content zu bekommen, achte ich immer darauf, dass möglichst viel vom Hotel und der Umgebung zu sehen ist“, erklärt der Hamburger.

Die Hotels wähle er immer nach seinem Lifestyle aus: „Es muss zu mir passen und mich verkörpern, mich widerspiegeln. Ich liebe moderne, schicke und hochwertige Hotels, in denen ich viel erleben kann“, so Dumstrei. Etwa alle zwei bis drei Monate habe er eine Kooperation mit Hotels.

Doch lieber inkognito reisen?

„Einmal habe ich bei einer Reise in die Dominikanische Republik mit einer Freundin, die auch viele Follower hat, nach einem Upgrade gefragt“, erzählt die Rostocker Influencerin und OZ-Kolumnistin Leni Rabbel (@lenilicious). „So eine Nachfrage war uns beiden aber extrem unangenehm“, erinnert sich die 23-jährige. Vor Ort hätten sie sich aber wie „normale“ Gäste verhalten. Im Urlaub genieße sie lieber ihre Ruhe.

„Sollte ein Hotel mir ein Angebot machen, würde ich es – sofern es seriös ist – auch annehmen, aber selbst würde ich kein Hotel anfragen“, sagt die Studentin.

Influencerin Leni Rabbel (23) aus Warnemünde auf dem Neuen Markt in Rostock. Quelle: Frank Söllner

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