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MV ist Letzter beim Impfen: Der ehemalige Klassenprimus muss nachsitzen

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18:00 22.03.2021
Das Chaos bei der Vergabe der Impftermine ist gefährlich, meint OZ-Redakteurin Michaeler Krohn.
Das Chaos bei der Vergabe der Impftermine ist gefährlich, meint OZ-Redakteurin Michaeler Krohn. Quelle: Wüstneck/Söllner
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Das war’s mit dem Titel als Klassenbester im Impfen: Mecklenburg-Vorpommern ist im Bundesvergleich Schlusslicht in puncto Erstimpfungen. In keinem anderen Bundesland bekommen pro 100 Einwohner weniger Menschen einen Piks gegen Covid-19 als im Nordosten. Die Gründe sind mannigfaltig.

Noch immer hängt MV wegen der Lagerpanne der Astrazeneca-Impfungen Mitte Februar hinterher. Hinzu kommen große Schwankungen bei den Lieferungen aller drei Impfstoffe. Dafür können Landesregierung und Gesundheitsministerium nur wenig. Wofür sie aber viel können, ist, den Impfstoff gut zu verteilen. Es kann nicht sein, dass in den Impfzentren Termine frei sind, die Landes-Hotline diese aber nicht rechtzeitig vergibt – weil sie überlastet ist. Das ist ein Spiel mit Leben und Tod. In anderen Ländern funktioniert die Terminvergabe längst online.

Es darf nicht nur angekündigt werden, dass die Organisation verbessert wird. Es muss auch passieren. Ja, es gibt zu wenig Impfstoff für alle. Aber es kann nicht sein, dass der wenige Impfstoff, der da ist, nicht ordentlich verteilt wird. Der ehemalige Klassenprimus muss nachsitzen – und darf erst wieder aus dem Klassenzimmer, wenn das Problem gelöst ist.

Von Michaela Krohn