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MV näht gegen Corona: Modischer Mundschutz wir Trend zum Schutz

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11:46 28.03.2020
So bunt kann Fremdschutz sein: In MV nähen immer mehr Menschen ihre Atemschutz-Masken selbst. Im Bild Jenny Formanowitz (l.). Quelle: Maschen-WerkStatt
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Rostock/Bad Doberan

In Mecklenburg-Vorpommern sitzen kreative Köpfe an ihren Nähmaschinen, um aus der Not eine Tugend zu machen: Sie nähen sich die begehrten Atemmasken selbst und wollen so ihre Mitmenschen vor einer Infektion schützen. Aber es wird nicht nur genäht, sondern auch zahlreiche Anleitungen geschrieben, mit denen sich andere Näher dann ebenfalls eigene Masken erstellen können.

In Bad Doberan sitzt Jenny Formanowitz von der Maschen-WerkStatt für einen guten Zweck an der Nähmaschine: Sie näht die farbenfrohen Atemmasken für 10 Euro pro Stück, um den Einzelhandel in der Stadt zu unterstützen.

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Modischer Mundschutz mit Blümchen oder in knalligen Farben scheint in der Coronavirus-Pandemie auch in Deutschland populär zu werden.

Auch Mona Kurth aus Bad Doberan will helfen, sie und einige Nähfreunde verschenken die selbstgemachten Masken an Leute, die sie dringend brauchen. Mittlerweile seien sogar Anfragen aus privaten Einrichtungen bei ihr angekommen, berichtet sie.

Die Rostocker Näh-e-Werkstatt ist ebenfalls vorn dabei und organisiert sogar einen Kurs: An mehreren Tagen in der Woche werden auf der Facebook-Seite der Werkstatt dreistündige Nähkurse angeboten, in denen ein Mundschutz für sich selbst oder andere Menschen genäht werden kann.

Mehr zu #ozhilft erfahren Sie hier: Alle Aktionen und Angebote

In einer Facebook-Gruppe der Universität in Rostock werden selbst genähte Atemmasken angeboten und Mitnäher gesucht, um so mehr Leute erreichen zu können.

Falls auch Sie Schutzmasken benötigen, selber nähen oder dringend benötigten Stoff zum Nähen anbieten wollen, schreiben Sie gerne an online@ostsee-zeitung.de, wir werden Ihre Mail dann an die geeigneten Stellen vermitteln.

Schicker Schutz für Andere

Modischer Mundschutz wird in der Coronavirus-Pandemie weltweit immer populärer. Sich selbst kann man mit einem simplen Stück Stoff vor Mund und Nase aber kaum vor einer Ansteckung schützen. Es geht vielmehr darum, andere Menschen vor womöglich infektiösen Tröpfchen zu schützen. Diese werden etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen freigesetzt. Ein Mund-Nasen-Schutz oder eine andere Textilbarriere könne zum Schutz anderer Menschen sinnvoll sein, schreibt inzwischen auch das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite.

Der Virologe Christian Drosten hatte in seinem Podcast bei NDR ebenfalls eingeräumt, wenn jeder eine Maske trage, fange die Maßnahme an, sehr viel Sinn zu machen: Dann sei zu erwarten, dass eine Infektionsausbreitung, allerdings nur im Nahbereich, etwas verringert werde.

Pflicht ist das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung in der Öffentlichkeit bereits seit dem 18. März in Tschechien. Und auch die Stadt Sonneberg (Thüringen) hat ihre 23 000 Einwohner zum Tragen von Atemschutzmasken aufgerufen.

Einzelhändler in Berlin und Brandenburg rufen die Kunden ebenfalls bereits auf beim Einkaufen einen Mundschutz zu tragen. „Je mehr Leute ihn freiwillig tragen, desto mehr schützen sie andere“, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen.

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Von Jana Schubert und Juliane Schulz