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MV aktuell Mahnmal für NSU-Opfer eingeweiht
Nachrichten MV aktuell Mahnmal für NSU-Opfer eingeweiht
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06:45 26.02.2014
Zwei Bänke erinnern im Neudierkower Weg an Mehmet Turgut. Er wurde vor zehn Jahren an dieser Stelle in einem Imbiss erschossen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Zehn Jahre nach den Mord an Mehmet Turgut ist am Dienstag in Rostock-Toitenwinkel ein Mahnmal eingeweiht worden. Zwei Betonbänke, die sich versetzt gegenüberstehen, erinnern am Tatort im Neudierkower Weg an die Bluttat. Mehmet Turgut ist ein mutmaßliches Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Der damals 25-Jährige wurde mit drei Schüssen getötet.

250 Menschen haben an der Gedenkveranstaltung im Neudierkower Weg teilgenommen. Darunter auch die Brüder des Ermordeteten, Mustafa und Yunus Turgut. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) erinnerte an die Tat und sprach von einem „feigen Anschlag“ und einem „rassistischen Verbrechen“.

„Es ist schrecklich, nicht zu wissen, warum mein Bruder getötet wurde“, sagte Mustafa Turgut. „Er hat niemanden etwas getan.“ Die Familie wisse jetzt, das er von Nazis umgebracht wurde. „Wir wissen aber nicht warum. Wir wünschen uns eine umfassende Aufklärung“, sagte der 22-Jährige. Jeder Angehörige der NSU-Opfer wünsche sich, dass sie im Laufe des derzeitigen Münchner Prozesses Antworten auf die vielen ungeklärten Fragen bekommen. Die Täter sollten bestraft und die Helfer ausfindig gemacht werden. „Wir wünschen uns, dass so etwas in Deutschland nie wieder passiert.“

Inschriften auf deutsch und türkisch erinnern an die Tat vor zehn Jahren: „In Gedenken an Mehmet Turgut, der hier am 25. Februar 2004 dem menschenverachtenden rechtsextremistischen Terror einer bundesweiten Mordserie zum Opfer fiel.“ Der Inititaive „Mord verjährt nicht“ ist das nicht genug. Sie begleitete die Gedenkveranstaltung am Montag kritisch. Grund: „Mit 'bundesweite Mordserie', wie es jetzt im Text heißt, wird das Problem nicht klar benannt, und das finden wir äußerst kritikwürdig. Das Problem heißt Rassismus, die Täter waren der NSU und das muss auch so bezeichnet werden. Alles andere ist Verschleierung“, sagte Sprecher Lars Oppelt.



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