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MV aktuell Mahnmal in Rostock erinnert an NSU-Opfer Mehmet Turgut
Nachrichten MV aktuell Mahnmal in Rostock erinnert an NSU-Opfer Mehmet Turgut
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00:00 26.02.2014
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Rostock

Zehn Jahre nach dem Neonazi-Mord an Mehmet Turgut ist gestern in Rostock ein Mahnmal eingeweiht worden. Zwei Betonbänke, die sich versetzt gegenüberstehen, sollen im Stadtteil Toitenwinkel an die Bluttat erinnern. Mehmet Turgut gilt als Opfer der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Der damals 25-jährige Türke wurde in einem Imbiss mit drei Schüssen getötet. Der Prozess gegen NSU- Mitglied Beate Zschäpe läuft zurzeit vor dem Oberlandesgericht München.

Am Tatort im Neudierkower Weg versammelten sich gestern 250 Menschen. Darunter auch die Brüder des Ermordeten, Mustafa und Yunus Turgut. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) erinnerte an die Tat und sprach von einem „feigen Anschlag“. Am 24. Februar 2004 kurz nach zehn Uhr sollen die Mörder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt den Kiosk im Neudierkower Weg betreten und Mehmet Turgut mit drei Schüssen getötet haben. Der junge Mann war das fünfte Opfer einer Mordserie. Dabei sollte der junge Mann gar nicht in dem Imbiss sein. Er hatte einem Bekannten spontan ausgeholfen.

„Es ist schrecklich, nicht zu wissen, warum mein Bruder getötet wurde“, sagt Mustafa Turgut. „Er hat niemandem etwas getan.“ Die Familie wisse jetzt, dass er von Nazis umgebracht wurde. „Wir wissen aber nicht, warum. Wir wünschen uns eine umfassende Aufklärung“, sagt der 22-Jährige.

Nach den Worten des türkischen Botschafters Hüseyin Avni Karslioglu bietet der NSU-Prozess die Chance, die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten. „Die Motive der Morde und warum sie über eine lange Zeit nicht aufgedeckt werden konnten, müssen genau untersucht werden.“

Der Prozess ging gestern vor dem Oberlandesgericht München weiter. Im Mittelpunkt standen die Herkunft der Tatwaffe für die Morde sowie die Wohnmobile der Terrorzelle. Deren Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sollen bis 2007 zehn Menschen ermordet haben. Ihre mutmaßliche Komplizin Zschäpe steht seit 2013 als Hauptangeklagte vor Gericht.

Rostock ist die letzte von sieben Städten, die einen Ort zum Gedenken an die Morde des rechtsterroristischen NSU einweiht. In Dortmund, Heilbronn, Kassel, Nürnberg, München und Hamburg wurden seit 2012 Gedenkstelen mit einem einheitlichen Text aufgestellt: „Neo-nazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet (...)“ Auf den Stelen sind die Namen und Todesdaten aller zehn NSU-Mordopfer aufgeführt.

Rostock entschied sich für einen anderen Text, der von einem „menschenverachtenden rechtsextremistischen Terror“ und einer „bundesweiten Mordserie“ erzählt. Die InitiativeMord verjährt nicht“

kritisiert diese Inschrift. „Mit ,bundesweite Mordserie‘, wird das Problem nicht klar benannt. Das finden wir äußerst kritikwürdig. Das Problem heißt Rassismus, die Täter waren der NSU und das muss auch so bezeichnet werden. Alles andere ist Verschleierung“, sagt Lars Oppelt, Sprecher der Initiative.



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