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MV aktuell Manuela Schwesig für Zentralabitur: Das denken OZ-Leser über bundesweite Standards
Nachrichten MV aktuell Manuela Schwesig für Zentralabitur: Das denken OZ-Leser über bundesweite Standards
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19:21 25.07.2019
Ein Schild Quelle: dpa
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Schwerin

Die Einführung eines bundesweit einheitlichen Zentralabiturs bleibt in Mecklenburg-Vorpommern umstritten. Erneut belebt hatte FDP-Chef Christian Lindner die Debatte, indem er sagte, er halte den Bildungswettbewerb zwischen sechzehn Bundesländern, so wie er praktiziert werde, für aus der Zeit gefallen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigt sich offen für eine Vereinheitlichung der Prüfungsmaßstäbe. Die Landeschefin ist derzeit kommissarisch mit an der Spitze der Bundes-SPD. Sie hält einheitliche Standards für sinnvoll. „Die Schulsysteme und auch die Schulabschlüsse der Länder müssen vergleichbar sein. Ein Zentralabitur wäre sicherlich eine Lösung dafür“, sagte die Schweriner Regierungschefin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). Mecklenburg-Vorpommern wirke daher in der Kultusministerkonferenz darauf hin, dass es möglichst viele gemeinsame Standards gebe.

Skeptisch äußerte sich die Fraktionschefin der Linken im Landtag, Simone Oldenburg. Ihrer Ansicht nach fehlen bislang die Voraussetzungen für ein Zentralabitur. „Wer sich in der Bildung auskennt, kann gegenwärtig kein Zentralabitur fordern. Bei einer derartigen Forderung werden zahlreiche Mängel der Bildungspolitik ignoriert und man gaukelt vor, dass die Unterrichtsbedingungen, die Anzahl der Stunden, die Lehrplaninhalte gleich und vergleichbar wären“, sagte sie. Selbst in Mecklenburg-Vorpommern gebe es zwischen Grevesmühlen und Gadebusch – zwei benachbarten Städten – keine gleichen Lernbedingungen. Erschwerend hinzu komme der enorme Lehrermangel.

Im sozialen Netzwerk Facebook äußerten sich am Donnerstag zahlreiche OZ-Leser zum Thema. So schreibt Max Ragwitz: „Bei diesem Thema hat Manuela Schwesig recht. Für mich gehört Bildungspolitik in die Kompetenz des Bundes und nicht in die der Länder-Kleinstaaterei.“ Das sieht Rudi Lobo ähnlich: „Schwesig müsste es schaffen, das Bildungswesen zu zentralisieren – egal welche Ausreden die Kultusminister haben.“ André Tom Werner stimmt dem zu: „Alles andere habe ich eh nie verstanden: Warum muss im Süden etwas anderes geprüft werden als im Norden? Mathe, Physik, Chemie oder Deutsch sind für mich universell anwendbar.“

Sophie Bayer hat schlechte Erfahrungen mit dem Thema gemacht: „Wie soll das denn bitte funktionieren? Um wirklich in den Kernfächern ein einheitliches und untereinander vergleichbares Zentralabitur schreiben zu können, müssen auch alle Prüfungen überall zur selben Zeit abgelegt werden. Das heißt, die Ferien und Feiertage müssten in jedem Bundesland identisch sein, damit jeder Schüler dieselben Bedingungen fürs Abi hat. Solange die Bundesländer keine einheitlichen Lehrpläne und Rahmenbedingungen geschaffen haben, ist selbst ein Aufgabenpool undenkbar. Ich habe es selbst miterlebt, als das mitteldeutsche Zentralabitur ausprobiert wurde. Es ist ziemlich in die Hose gegangen.“

Manuela Witt sieht ein weiteres Problem bei der Umsetzung der Idee: „Zuallererst braucht es qualifizierte Lehrer mit gleichen Einstellungsverhältnissen – also entweder sind alle Beamte oder Angestellte. Ausfallstunden müssten zudem durch Fachlehrer vertreten werden. Alle lachen über die Bildung der Jugendlichen, aber sie können nur das lernen, was ihnen gelehrt wird.“

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dpa/Juliane Schultz

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