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MV aktuell Maritime Wirtschaft in MV auf Höhenflug
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Kein seltenes Bild in diesen Tagen: Kiellegung für ein neues Schiff auf der MV Werft in Stralsund. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Rostock

Volle Auftragsbücher, gute Stimmung: Trotz des Exportverbots für die Wolgaster Patrouillenboote geht der Höhenflug der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern weiter. Vor diesem Hintergrund wollen die Industrie- und Handelskammern im Nordosten ihre alle zwei Jahre stattfindende Konferenz der maritimen Wirtschaft ausbauen. Zu einem „Leuchtturm“, bei der sich Trends und Innovationen der Branche sammeln. „Wir wollen zeigen, wie neue Entwicklungen in Geschäftsmodelle umgesetzt werden. Das ist für Unternehmen interessant“, sagt Michael vom Baur, Vorsitzender des Ausschusses „Maritime Wirtschaft“ der Kammern Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.

Nach vielen Krisenjahren stehe die Branche derzeit so gut da wie seit zehn Jahren nicht mehr, so vom Baur. Die MV Werft in Warnemünde nimmt am Mittwoch eine 100 Meter lange, automatische Laser-Panel-Schweißanlage in Betrieb. Aus ihr sollen fertig ausgerüstete Teile für die Mittelsektionen der „Global Class“-Kreuzfahrtschiffe „wie die Legosteine herauspurzeln“, schildert MV-Werftensprecher Stefan Sprunk. Gesamtinvestition: 100 Millionen Euro. Daneben gibt es viele andere Innovationen, die zeigten, wie gut sich die Branche entwickelt, so Michael Koch, Referatsleiter im Schweriner Wirtschaftsministerium. Die Rostocker Neptun-Werft entwickelte beispielsweise Aggregate für Schiffstechnik in Modulbauweise. „So etwas gab es bisher nur in der Autoindustrie“, sagt Koch. Wegen ihrer wachsenden Bedeutung hat das Wirtschaftsministerium die maritime Industrie in ihrer eigenen Behörde aufgewertet. Bisher wurde die Schlüsselindustrie des Nordostens mit 6500 Beschäftigten lediglich aus Unterabteilung des Maschinenbaus geführt, nun steht sie gleichberechtigt daneben.

Die beantragte Kurzarbeit in Wolgast, wo die Peene-Werft Patrouillenboote für Saudi Arabien ausliefern kann, deutet für vom Baur nicht darauf hin, dass der Standort gefährdet ist. Befürchtungen, dass dort die Lichter ausgehen könnten, seien übertrieben. Eine zyklische Entwicklung mit Aufs und Abs sei für die Werften normal. Beflügelt wird die derzeit gute Stimmung durch die Entscheidung des Bundes, im Rostocker Fischereihafen das „Ocean Technology Center“ anzusiedeln. Der Bundestags-Haushaltsausschuss gab vor ein paar Tagen 40 Millionen Euro frei für den Bau des Zentrums, das neue Meerestechniken entwickeln und testen soll – vom Unterwassergarten für Obst und Gemüse bis zum Tauchroboter für die Wartung von Offshore-Anlagen. Erfindergeist zeigen auch die bereits vorhandenen Betrieben: Aus dem im Januar gestarteten Förderprogramm Innovativer Schiffbau von Bund und Land flossen bislang 40 Millionen Euro nach MV, Anträge für weitere 15 Millionen Euro liegen laut Landeswirtschaftsministerium vor.

Autonome Schiffe sind ein großes Thema der Konferenz, die am 27. und 28. November von der IHK Rostock veranstaltet wird. Der norwegische Düngemittelkonzern Yara stellt sein Birkeland-Projekt vor. 2020 will der Dünger-Multi ein autonom fahrendes Frachtschiff mit Elektroantrieb einsetzen. 2022 soll es dann ganz ohne Besatzung in Norwegen Dünger transportieren und jährlich 40 000 Lkw-Fahrten überflüssig machen. Die niederländische Schlepperreederei Kotug präsentiert in Rostock ihr Konzept eines ferngesteuerten Schleppers. Erst kürzlich erregte das Unternehmen Aufsehen, als es eines seiner Schiff ohne Besatzung am Rande der Messe „Innovation 2018“ im Rotterdamer Hafen ein Feuer löschen ließ.

Ein weiterer zentraler Punkt der Konferenz lautet „Automatisierung von Routineaufgaben“. Darunter fällt insbesondere die Wartung der immer zahlreicher werdenden Windräder auf See. Schon jetzt gebe es nicht genügend Taucher, um sämtliche anfallenden Unterwasserarbeiten und -inspektionen auszuführen, so IHK-Ausschussvorsitzender vom Baur. Ohne ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, sogenannte ROVs, dürften sich die anfallenden Aufgaben in Zukunft kaum noch bewältigen lassen. Auch das Thema Hafenlogistik spielt eine wichtige Rolle. Experten berichten über den Stand der Einführung von papierlosen Lieferketten. Nach Angaben von Jens-Uwe Zingler aus dem Schweriner Infrastrukturministerium flossen seit 2007 insgesamt 140 Millionen Euro Fördermittel für den Ausbau der Häfen in MV.

Von Gerald Kleine Wördemann

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