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MV aktuell Abi-Noten bleiben: Bildungsministerium MV lehnt Neubewertung ab
Nachrichten MV aktuell Abi-Noten bleiben: Bildungsministerium MV lehnt Neubewertung ab
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11:57 06.06.2019
Die Aufgaben des diesjährigen schriftlichen Mathe-Abiturs seien anspruchsvoll gewesen, aber für ein Abitur angemessen. Quelle: Felix Kästle/dpa
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Nun ist es amtlich: Die Aufgaben des diesjährigen schriftlichen Mathe-Abiturs waren anspruchsvoll, aber für ein Abitur angemessen. „Wir sind zu dem Ergebnis gelangt, dass die Bewertung der Klausuren Bestand hat“, sagt Bildungsministerin Bettina Martin (SPD).

Nur die Aufgaben der schriftlichen Abiturprüfung, die mit dem grafikfähigen Taschenrechner CAS gelöst werden mussten, seien um etwa zwei Notenpunkte schlechter ausgefallen als in den Vorjahren. Das seien etwa die Hälfte aller im Mathe-Abitur abgelegten schriftlichen Prüfungen in Mecklenburg-Vorpommern, so das Bildungsministerium. Die Abiturprüfung ohne CAS sei nicht betroffen.

Mündliche Prüfungen möglich

Die Abiturprüfungsverordnung sieht vor, dass Schüler, deren Ergebnisse in den schriftlichen Prüfungen stark von den Vornoten abweichen, ihre Note in einer zusätzlichen mündlichen Prüfung verbessern können. Dies sei auch in diesem Jahr möglich.

Die Aufgaben in MV stammten aus dem bundesweiten Aufgabenpool des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) oder es handelte sich um landesweite Aufgaben, die sich an die Art und Weise der Aufgabenstellung des IQB anlehnten.

Aufgaben beim Mathe-Abitur 2018: Können Sie sie lösen?

Petitionen in elf Bundesländern

In elf Bundesländern hatten sich in den vergangenen Wochen Schüler in Petitionen über angeblich zu schwere Mathematik-Prüfungen beschwert. Auch in Mecklenburg-Vorpommern forderten mehr als 6000 Schüler vom Bildungsministerium, den Bewertungsmaßstab fürs Mathe-Abi herabzusetzen. Was Anfang dieser Woche in Hamburg klappte, wo nun das schriftliche Mathe-Abi besser bewertet wird, klappt also in MV nicht. Auch in Bayern etwa wurde trotz des Aufschreis nichts geändert.

Der 18-jährige Lucas Engler hatte die Petition in MV angestoßen. Der Rostocker vom Innerstädtischen Gymnasium berichtet: „Wir hatten alle gleich nach der Mathe-Prüfung ein schlechtes Gefühl, obwohl wir dachten, wir seien gut vorbereitet gewesen.“ Es war für ihn und seine Mitschüler unerwartet, dass der Bewertungsdurchschnitt an seiner Schule bei 7 Punkten lag. „Im Vorjahr lag er bei 9“.

Lucas Engler vom Innerstädtischen Gymnasium Rostock ist der Initiator der Petition für die Neubewertung der Matheprüfung. Quelle: privat

Mathe-Lehrer: Zeit war knapp

Der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Michael Blanck, ist selbst Mathe-Lehrer. „Die Meinungen der Lehrer gehen auseinander: Die einen sagen, das Mathe-Abitur war anspruchsvoll, die anderen meinen, es war machbar.“ Der Hauptgrund für die Beschwerden im Nordosten, so fasst es Blanck zusammen, sei weniger das Niveau der Aufgaben als vielmehr der zur Verfügung stehende Zeitrahmen. Vielerorts war zu hören, dass sich erst mühevoll durch viel Text gearbeitet werden musste, um die Aufgaben zu lösen. Das bestätigt Lucas Engler. Der Abiturient, der Lehrer werden möchte, macht aber noch einen weiteren Grund fürs schlechtere Abschneiden aus: „Vielleicht müssen wir in zu wenig Zeit zu viel Stoff lernen und sind deshalb nicht optimal vorbereitet.“ Er plädiere deshalb für 13 Schuljahre.

Die Abitur-Matheaufgaben sind in allen Bundesländern unterschiedlich gemixt. So stammen die Aufgaben fürs Hamburger Abi größtenteils vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). In MV rund die Hälfte. Den anderen Teil steuerte eine Arbeitsgruppe mit Lehrkräften aus dem Land bei.

Keine Angst vor Protesten

Dass nun fast überall die Aufgaben zu schwer gewesen sein sollen, weisen Kritiker der Schülerbeschwerden mit Hinweis auf die unterschiedlichen länderspezifischen Aufgabenmischungen zurück. Andere Kritiker sehen die Proteste auch als Erregungsblase der sozialen Medien und sprechen von kollektiven Überreaktionen. Moderate Stimmen mahnen, den Schwierigkeitsgrad der Prüfungen möglichst konstant zu halten, um keine Ungerechtigkeiten zwischen den Jahrgängen zu produzieren. Gleichzeitig darf nicht das schulische Anforderungsniveau sinken aus Angst vor etwaigen Protesten im kommenden Jahr. Ansonsten werden zwar die Noten besser, aber die Leistungen nicht.

5200 Schüler in MV machen Abi

In Mecklenburg-Vorpommern können in diesem Jahr rund 5200 Schüler an 92 staatlichen und freien allgemeinbildenden Schulen das Abitur ablegen. Die schriftlichen Prüfungen im Fach Mathematik fanden länderübergreifend am 3. Mai 2019 statt.

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