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MV aktuell Mecklenburg: Kuh Hanna büxt aus und schwimmt durch die Müritz dem Schlachter davon
Nachrichten MV aktuell Mecklenburg: Kuh Hanna büxt aus und schwimmt durch die Müritz dem Schlachter davon
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13:03 26.11.2019
Eine Kuh im sicheren Stall. (Symbolbild)
Eine Kuh im sicheren Stall. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Rostock

Eigentlich war Hanna schon dem Tode geweiht. Montagfrüh sollte die Kuh von Bauer Roberto Schulz aus Vipperow zum Schlachter gebracht werden. Aber als der Landwirt sie auf den Anhänger bringen sollte, rannte sie davon. Mit außerordentlichen Durchhaltevermögen und Ehrgeiz schwamm sie über einen Kilometer in der Müritz.

Vergebliche Suche

Vergeblich versucht Schulz mit weiteren Helfern die Kuh zu verfolgen. Acht Stunden lang gibt es keine Spur von Hanna. Dabei schwimmt sie die ganze Zeit seelenruhig durch die Müritz. Als Spaziergänger am Nachmittag Hannas Muhen hörten, riefen sie Hilfe. Die Kuh war eine Strecke von über einen Kilometer von Vipperow bis nach Rechlin geschwommen.

Bis zum Hals im Schlamm

Die Freiwillige Feuerwehr Rechlin eilt herbei. „Als wir vor Ort eintrafen, steckte die Kuh fast bis zum Hals im Schlamm. Sie konnte sich von alleine weder bewegen noch selbst befreien“, sagte Rechlins Wehrführer Marcel Schüler. Hannas Körper wirkt ausgekühlt und geschwächt von den letzten Stunden. Doch sie kämpft um ihr Überleben und kann ihren Kopf über Wasser halten.

Die Kuh Hanna aus Vipperow konnte am Montagmorgen nur knapp dem Schlachter entgehen, indem sie beim Einladen in den Anhänger ausbrach und flüchtete. Die Kuh war stundenlang unauffindbar, bis sie in der Müritz gefunden wurde. Sie war dort über einen Kilometer geschwommen und steckte dann im Schlamm des Ufers in Rechlin fest. Die freiwillige Feuerwehr Rechlin konnte Hanna befreien.

Aufwendiger Rettungseinsatz

Die Kameraden organisieren dicke Seile und einen Radlader. Auch Roberto Schulz kümmert sich derweil um Hanna. Den Einsatzkräften gelingt es nach ungefähr einer Stunde die Kuh aus der Müritz zu ziehen. Hanna ist von den Strapazen völlig fertig und bleibt minutenlang im schlammigen Untergrund am Ufer liegen.

Zu dem Zeitpunkt ist noch nicht klar, ob Hanna diesen Tag überleben wird. Hannas Besitzer sagt: „Wir haben ihr erstmal Zeit gegeben damit sie sich ein bisschen erholen kann“. Erst am Abend gelingt es den vielen Helfern, die Kuh sicher auf den Anhänger zu leiten.

Vorerst gerettet

Seit 19 Uhr steht das Rind wieder glücklich in ihrem Stall in Vipperow und kriegt anständig zu fressen. „Nach diesem Tag darf Hanna (vorerst) bei uns bleiben. Was wir in ein paar Wochen mit ihr machen entscheiden wir später“, verkündet Schulz. Er bedankt sich außerdem bei allen Helfern und der Freiwilligen Feuerwehr Rechlin.

Und wer sich bis hierhin dachte Kühe können keine weiten Strecken schwimmen, wurde jetzt eines besseren belehrt. Denn sie können sehr wohl lange Wege im Wasser zurück legen, wenn auch nur ungern.

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Von Gina Henning