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MV aktuell Mecklenburg-Vorpommern wappnet sich für Elbeflut
Nachrichten MV aktuell Mecklenburg-Vorpommern wappnet sich für Elbeflut
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17:37 04.06.2013
Backhaus vertraut auf Hochwasserschutzsystem der Elbe. Foto: A. Warmuth/Archiv
Backhaus vertraut auf Hochwasserschutzsystem der Elbe. Foto: A. Warmuth/Archiv
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Dömitz

Nach dem sintflutartigen Regen in Sachsen und Thüringen wappnet sich Mecklenburg-Vorpommern für eine neuerliche Elbeflut, fühlt sich dabei aber gerüstet. „Die Hochwasserereignisse haben gezeigt, dass das ertüchtigte Hochwasserschutzsystem der Elbe dem Wasser standhalten konnte“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Schwerin.

Nach Angaben seines Ministeriums wird damit gerechnet, dass der Fluss am Unterlauf zwischen Dömitz und Boizenburg schon zum Wochenende hin merklich anschwellen wird. Beim Jahrhunderthochwasser vom Sommer 2002 war die Flutwelle der Elbe knapp zwei Wochen nach dem Starkregen im Erzgebirge in Mecklenburg-Vorpommern angekommen und drohte die Deiche zum Bersten zu bringen.

Unterdessen spitzt sich die Lage in weiten Teilen Sachsens und Thüringens weiter zu, Dämme hielten den Wassermassen nicht mehr Stand, ganze Ortschaften mussten evakuiert werden. Für das Obere Elbtal wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

In Schwerin berieten Experten über zusätzliche Schutzmaßnahmen im äußersten Südwesten Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Elbeflut 2002 waren dort riesige Flächen überschwemmt worden. Wochenlang hatten sich Einwohner und tausende Helfer von Bundeswehr und Hilfswerken gegen die Wassermassen gestemmt. Seither wurde der Hochwasserschutz weiter verstärkt. Zuletzt war im November 2012 ein 500 Meter langer Deichabschnitt bei Dömitz für eine halbe Million Euro saniert worden.

Laut Backhaus wurden im Zeitraum von 2002 bis 2012 im Nordosten rund 52 Millionen Euro für das Hochwasserschutzsystem an der Elbe und ihren Zuflüssen eingesetzt. Die Investitionen summierten sich seit 1991 damit auf insgesamt 96 Millionen Euro. Gut 86 Kilometer Deiche seien ertüchtigt, die Abflussmöglichkeiten bei Hochwasser verbessert worden.

Laut Backhaus wurden Lehren aus den Erfahrungen des Hochwassers von 2002 gezogen. So hätten die Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern einen Staatsvertrag geschlossen, der eine gemeinsame Entscheidung zur Flutung der Havelpolder vorsieht. Darüber werde bereits beraten.

„Hochwassermanagement an der Elbe ist und bleibt eine Daueraufgabe. Einen absoluten Hochwasserschutz wird es aber trotz eines leistungsfähigen Hochwasserschutzsystems, einer guten Vorbereitung auf weitere mögliche Ereignisse und großer Anstrengungen bei der Hochwasserabwehr nicht geben“, machte Backhaus deutlich. „Die Natur lässt sich nicht vollständig beherrschen und elementare Naturereignisse lassen sich nur bedingt vorausberechnen.“

dpa