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MV aktuell Meeresmuseum muss bei Umbau Millionen sparen
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00:00 02.10.2018
Wird das Meeresmuseum einmal so aussehen? Eine Frau betrachtet eine Zeichnung des Stuttgarter Architekturbüros Schlaier. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa
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Stralsund

Die Planungen für den Umbau des Meeresmuseums in der Stralsunder Altstadt gehen nicht wie gewünscht voran. „Es läuft nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagte der Kaufmännische Direktor, Andreas Tanschus, jetzt der OSTSEE-ZEITUNG. Museum, Planer und Architekten säßen noch immer an der Variantenprüfung, obwohl zum jetzigen Zeitpunkt bereits die Entwurfsplanung vorliegen sollte. Grund für die Verzögerungen seien die enormen Kostensteigerungen im Bausektor. Das Problem: Das Meeresmuseum muss sich an den von Bund und Land vorgegebenen Rahmen von 30 Millionen Euro halten und die Planungen nun entsprechend der Kostenentwicklung anpassen. „Die Preise gehen momentan durch die Decke“, zeigte sich Tanschus besorgt.

Das Meeresmuseum habe 2013 die Zusage über 30 Millionen Euro erhalten, erläuterte er. Setze man eine jährliche Kostensteigerung von drei Prozent an, seien es bis dato 4,8 Millionen Euro, die eingespart werden müssten. Einschließlich 26 Prozent Nebenkosten käme man auf sechs Millionen Euro, rechnet der oberste Betriebswirtschaftler des Meeresmuseums vor. Als Pendant zum Ozeaneum soll der Besucher im Meeresmuseum künftig auf die Reise durch die Warmwassermeere gehen können.

Nicht nur konzeptionell müssten jetzt die Planungen angepasst werden. Auch der Eröffnungszeitpunkt könnte sich um ein Jahr verzögern. Ursprünglich sollten die Arbeiten im Katharinenkloster 2019 starten. 2020 wollten die Museumsmacher das Haus für den Umbau bis zur Eröffnung im Frühjahr 2022 schließen. Weil durch die Planungsanpassungen schon jetzt Verzögerungen absehbar sind, kann es passieren, dass sich die Eröffnung um ein ganzes Jahr verschiebt, wie Tanschus sagte. „Wir müssen aus betriebswirtschaftlichen Gründen im Frühjahr eröffnen, um die Saison mitzunehmen.“ Das Museum finanziert sich in großem Maße über die Eintrittsgelder. „Wir können uns nicht leisten, im Juli, August, September noch zu bauen.“

Planer grübeln nun über Einsparmöglichkeiten. Materialeinsparungen allein reichten nicht aus, um die Kosten zu reduzieren. „Wir werden konzeptionell über das ein oder andere nachdenken müssen“, so Tanschus. Vorstellbar ist, dass die Ideen von einem Ringaquarium, durch deren Mitte ein Lift mit Gästen in die Tiefe fährt, dem Kostenrahmen angepasst werden. Verzichten auf das Großaquarium will das Museum aber nicht. „Wir beschäftigen uns auch mit der Frage, ob wir den Keller wie geplant mitten im Gebäude ausheben oder im Nordhof.“ Im Keller stecke „erhebliches Einsparpotenzial.“

Nun könnten Land und Bund noch Geld nachschießen? „Natürlich reden wir mit Politikern“, so Tanschus. Bislang gebe es aber keine Signale dafür. Im Dezember will das Museum die konkrete Vorplanung vorlegen. Überhaupt sei der Bau nicht vergleichbar mit dem einfacheren des Ozeaneums, sagte Tanschus. „Es ist wie eine Operation am offenen Herzen.“

Millionen für Museen in MV

29 Millionen Euro kostete das Darwineum im Rostocker Zoo. Knapp 1,5 Millionen Euro davon kamen durch Spenden zusammen.

20 Millionen Euro flossen in den Aufbau des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald.

13 Millionen Euro wurden in das Naturkundemuseum Müritzeum in Waren investiert. Dieses Jahr wurde es für eine Million saniert.

10 Millionen Euro kostete das Phantechnikum in Wismar.

470000 Euro Fördermittel gingen 2011 an das Mehlsackmuseum in Wittenburg, was für heftige Kritik sorgte.

Martina Rathke

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