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MV aktuell Mehr Jobs durch kürzere Arbeitszeit: MV ist skeptisch
Nachrichten MV aktuell Mehr Jobs durch kürzere Arbeitszeit: MV ist skeptisch
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00:00 12.02.2013
Silke Gajek, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Quelle: CORNELIUS KETTLER
Rostock

Vorhandene Arbeit soll auf mehr Schultern verteilt werden, neue Jobs entstehen.

In Mecklenburg-Vorpommern stößt der Vorstoß auf massive Gegenwehr. „Das ist populistisch. Wir haben ja noch nicht mal einen flächendeckenden Mindestlohn. Der Arbeitslosigkeit wird man mit einer 30-Stunden-Woche nicht begegnen können“, kritisiert Silke Gajek, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen. Vielmehr gelte es, des Fachkräftemangels Herr zu werden, Geld in Bildung zu investieren.

Ein Zusammenschluss aus Forschern und Politikern — allen voran die Linke — hatte gestern in einem offenen Brief an Gewerkschaften, Parteien, Sozial- und Umweltverbände und Kirchenleitungen appelliert, die Einführung der 30-Stunden-Woche zu fördern. Sie argumentieren: Ein Überangebot an Arbeitskräften führe zum Lohnverfall. Die Initiative fordert eine „faire Verteilung der Arbeit durch eine kollektive Arbeitszeitverkürzung“.

Die CDU wittert einen Schachzug der politischen Konkurrenz im Kampf um Wählerstimmen. „Pünktlich zum Wahlkampf wird der Öffentlichkeit durch die Linken das Schlaraffenland versprochen. Diese durchschaubare Initiative ist nicht einmal bei den Gewerkschaften mehrheitsfähig“, sagt Torsten Renz, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Landes-CDU. Die Forderung verkenne die Realität in MV. Die Arbeitsmarktsituation im Land sei und bleibe gut, betont Renz. „Eine kollektive Arbeitszeitverkürzung wäre absurd und hätte katastrophale Folgen für die Wirtschaft.“

„Es ist schon eine radikale Forderung“, gesteht Norbert Zdrowomyslaw ein. „Es soll aber eine Signalwirkung haben und die Diskussion anheizen.“ Der Wirtschaftsprofessor von der Fachhochschule Stralsund gehört zu den Erstunterzeichnern der Initiative. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hin zur 40- oder gar 45-Stunden-Woche sieht er kritisch. „Langfristig muss es eine andere Verteilung der Ressourcen geben. Wir brauchen eine Umschichtung, auch für zukünftige Generationen“, fordert Zdrowomyslaw.

Der Weg in die Zukunft gehe nur über die Nachwuchsqualifizierung, sagt hingegen Hans-Günter Trepte, Geschäftsführer im Bereich Berufsbildung und Arbeitsmarktpolitik bei der Vereinigung der Unternehmensverbände für MV. Fach- und Führungskräfte seien Mangelware. Gerade deshalb sei die Einführung einer 30-Stunden-Woche undenkbar. „Wenn ich einen Mangel sehe, kann ich doch nicht noch weiter verkürzen“, sagt Trepte.

So verlockend es auch klingen mag: Die 30-Stunden-Woche ziele völlig an den tatsächlichen Gegebenheiten im Land vorbei. „Mit einer Arbeitszeitverkürzung haben wir nichts gekonnt. Dann haben wir höchstens noch mehr Betriebe, die nicht mehr richtig wirtschaften können“, so Trepte.

Arbeitszeit in Mecklenburg-Vorpommern

1091,4 Millionen Arbeitsstunden wurden im Jahr 2012 in Mecklenburg-Vorpommern von den 727 900 Erwerbstätigen geleistet. Das waren 1,9 Prozent aller

Arbeitsstunden Deutschlands.

1499 Stunden betrug die durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit im vergangenen Jahr und war damit um 7,4 Prozent länger als im bundesweiten Durchschnitt. Der lag bei 1396 Stunden.

Antje Bernstein

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