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MV aktuell Millionenkosten für Firmen in MV durch harten Brexit
Nachrichten MV aktuell Millionenkosten für Firmen in MV durch harten Brexit
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06:43 29.01.2019
Eine Flagge der Europäischen Union und eine Flagge von Großbritannien wehen vor dem Parlament in Westminster. Quelle: Jonathan Brady/dpa
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Rostock

„Der Brexit wird richtig teuer“, ist Mario Rothaupt, Europaexperte bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock, überzeugt. „Er wird zu Kostensteigerungen und einer veränderten Wettbewerbssituation der heimischen Unternehmen mit ihren internationalen Konkurrenten führen.“ Großbritannien würde im Falle eines harten Brexits über Nacht zu einem sogenannten Drittland. Für den Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich würden die Regelungen der Welthandelsorganisation WTO gelten. „Für Im- und Exporte werden dann zum Teil erhebliche Zölle anfallen“, so Rothaupt.

Fachleute für Zoll einstellen

Das würde auch MV treffen: Auf das wichtigste Exportgut nach Großbritannien, Stahl- und Eisenrohre vor allem für die Windenergiebranche, könnten die Briten Einfuhrzölle bis zu zehn Prozent erheben. Rothaupt empfiehlt den Firmen in MV daher dringend, sich mit Zollfragen zu befassen. Große Unternehmen hätten meist eigene Zollabteilungen, aber kleinere seien gut beraten, dafür Fachleute einzustellen. „Das wird allerdings schwer, solche Experten sind derzeit am Markt sehr gefragt“, so Rothaupt.

Die Frage des Zolls sollte auch in bestehenden Verträgen mit britischen Partnern neu geregelt werden. Auch Fragen zur Haftung oder dazu, vor welchem Gericht künftig über Streitfälle entschieden wird, seien zu klären. Die Logistik wäre von einem harten Brexit ebenfalls betroffen: „Wer sich Sorgen macht, wie er künftig seine Waren nach Großbritannien liefern kann, sollte zumindest als Notlösung einen großen Logistiker beauftragen“, sagt der Experte.

Kosten von 16 Millionen Euro jährlich

Nicht nur der Export von Waren werde erschwert, auch Dienstleister seien betroffen, warnt Rothaupt. „Sie müssen sich um Einreise- und Aufenthaltsgenehmigungen für ihre Mitarbeiter kümmern.“ Selbst Geräte und Maschinen, die mitgeführt werden, könnten dem Zoll unterliegen. Die Kosten alleine für Einfuhrgenehmigungen und die so genannten Präferenznachweise, die bei einem noch auszuhandelnden Freihandelsabkommen mit Großbritannien geringere Zollsätze ermöglichen, würden die Unternehmen in MV jährlich 16 Millionen Euro kosten, schätzt der Experte.

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