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MV aktuell Ministerin will mehr Geld für Probleme an Schulen
Nachrichten MV aktuell Ministerin will mehr Geld für Probleme an Schulen
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18:30 24.06.2019
„Ich brauche Spielraum“: Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will mehr Geld, um den Lehrer-Beruf in MV attraktiver zu machen.
„Ich brauche Spielraum“: Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will mehr Geld, um den Lehrer-Beruf in MV attraktiver zu machen. Quelle: Cornelius Kettler
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Schwerin

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) reagiert auf einen Fall dramatischen Lehrermangels in Wismar: In der Integrierten Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“ können nach Aussage von Lehrern mehr als 50 Prozent der Unterrichtsstunden nicht planmäßig stattfinden, der Krankenstand beim Personal liege bei 25 Prozent (die OZ berichtete).

Das dürfe nicht sein, stellt Martin fest. „25 Prozent Krankenstand ist zu viel, das muss man sich genau ansehen.“ Das Ministerium habe Kontakt zur Schule aufgenommen und werde sich der Sache annehmen. In einem Brief an den Landtag schilderten die Lehrer, welche Auswirkungen der Personalmangel habe. Förderstunden wurden „zweckentfremdet“, viele Lehrer seien ausgebrannt.

Martin verspricht Besserung. Das Thema Schule habe „oberste Priorität“. Sie habe sich in den Haushaltsgesprächen für die Jahre 2020 und 2021 um mehr Geld für Schule und die Bekämpfung des Lehrermangels eingesetzt. „Ich brauche Spielräume“, so die Ministerin. An mehreren „Stellschrauben“ wolle sie drehen. So sollen die Bedingungen beim Lehramtsstudium in MV besser werden: hin zu mehr Praxis. Sie wolle „die Schule vor Ort verbessern“. Dazu führe sie weiterhin viele Gespräche. Neue Lehrer könnten zum Beispiel aus Polen angelockt werden. 700 neue Lehrer müssten MV-weit ab August eingestellt werden, um den Aderlass abzubremsen. Zwei Drittel der Stellen seien bereits besetzt, so die Ministerin. Bis 2030 gehen laut Prognosen mindestens 8000 der rund 12000 Lehrer an staatlichen Schulen im Nordosten in den Ruhestand, die Lehrergewerkschaft GEW geht von 8700 aus.

Als ein besonderes „Projekt“ bezeichnet die Bildungsministerin die politische Bildung an Schulen. Dass Realschüler die Spielregeln der Demokratie derzeit erst ab Klasse 7, an Gymnasien ab Klasse 8 erlernen, sei zu spät. Vorstellbar sei, das Fach Sozialkunde bereits in die Klassen 5 und 6 zu ziehen.

Frank Pubantz