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MV aktuell Persönlichkeit, Haltung und Visionen: Das sind MVs Kandidatinnen für „Miss Germany 2022“
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„Miss Germany 2022“: Diese vier Frauen aus MV sind dabei

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20:22 04.10.2021
Anne Luise Möller (23) aus der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt möchte gern Miss Germany werden.
Anne Luise Möller (23) aus der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt möchte gern Miss Germany werden. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Einen Spaziergang am Strand, Abendessen am Wasser: Anne Luise Möller verbringt gern Zeit in Warnemünde. „Egal, wie stressig der Tag war, hier ist es entspannt. Hier kann ich runterkommen“, sagt die Rostockerin. Derzeit hat die 23-Jährige viel zu tun. Neben ihrem Studium, Berufschullehramt mit der Fachrichtung Agrarwirtschaft, nimmt sie an der Wahl zur „Miss Germany“ teil. „Ich habe Werbung dafür gesehen und es versucht – dass ich überhaupt jemals eine Antwort bekomme, hätte ich nie gedacht.“

Nun gehört die gebürtige Schwerinerin zu den letzten 160 von 12 000 Bewerbern. Für die Studentin eine aufregende Phase. Im September waren die Teilnehmerinnen gemeinsam in Hamburg, um sich kennenzulernen und bei einem Fotoshooting Set-Cards zu erstellen. „Mit den anderen Frauen war ich sofort auf einer Wellenlänge – alle wollen was bewegen.“

Zwei wichtige Botschaften

Möller möchte mit ihrer Teilnahme Aufmerksamkeit für zwei wichtige Botschaften gewinnen. „Es gehören mehr Frauen in die Landwirtschaft“, sagt die angehende Berufsschullehrerin. „Nur jeder neunte Betrieb in Deutschland wird von einer Frau geleitet.“ Noch mehr am Herzen liegt ihr das Jugendpräventionsprojekt „Kein Kompliment“, das sie gemeinsam mit Freundinnen ins Leben gerufen hat. „Es geht darum, an Schulen zu gehen und Jugendliche über sexualisierte Gewalt aufzuklären“, erklärt sie. „Was kann man zur Anzeige bringen, an wen kann man sich wenden – über die Themen Mobbing und Alkohol wird aufgeklärt. Nicht aber über sexuelle Belästigung.“

Kein Schönheitswettbewerb

Die junge Frau gründet dafür derzeit einen Verein. Die Wahl zur „Miss Germany“ soll die passende Plattform bieten. Der Wettbewerb hat sich vor ein paar Jahren neu definiert und ist kein klassischer Schönheitswettbewerb mehr. Frauen, die die Welt verändern, sie mit Haltung, Überzeugung und Persönlichkeit prägen und Verantwortung übernehmen, soll eine Bühne gegeben werden.

Sina-Laureen Lange (28, r.) aus Sievershagen und Jana Dostal (25) aus Rostock-Schmarl wollen gern Miss Germany werden. Quelle: Ove Arscholl

Zu den vier Kandidatinnen aus MV gehört auch Sina-Laureen Lange. „,Miss Germany’ ist kein typischer Bikinilauf mehr“, sagt sie. „Ich wollte unbedingt dabei sein, da ich so noch mehr Menschen erreichen und Mut machen kann.“ Die 28-Jährige aus Sievershagen hat innerhalb von 1,5 Jahren 50 Kilogramm abgenommen. „Mir wurde immer gesagt, ich habe zu dicke Beine, bin zu schwabbelig. Es gab immer nur negatives Feedback zu meinem Körper.“

Kampf gegen Krankheit

Vor drei Jahren erhielt Lange schließlich die Diagnose Lipödem: Eine schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die zu Fettablagerungen an den Beinen führt. Alle Ärzte hätten gesagt, dass ein schmerzfreies Leben nur mit mehreren Operationen möglich sei. Doch das wollte die junge Frau nicht hinnehmen. „Ich habe es geschafft, mit gesunder Ernährung, Sport, mentaler Stärke und Durchhaltevermögen abzunehmen.“ Auch wenn nicht alle Lipödem-Fettzellen verschwinden können – endlich könne sie schmerzfrei leben.

Ihren Kampf gegen das Lipödem teilt die Freizeitpädagogin über die sozialen Netzwerke mit einer immer größer werdenden Community. Mehr als 16 000 Abonnenten hat sie bei Instagram, möchte anderen, die etwa mit Adipositas oder Lipödem zu kämpfen haben, Mut machen.

„Die dicke Dumme hat was erreicht“

Ihr Körpergewicht fast halbiert hat Jana Dostal, die seit 2017 rund 80 Kilogramm verloren hat. „Ich war immer die Dicke. Zudem hatte ich immer Probleme in den sprachlichen Schulfächern.“ Durch den Rückhalt von Freunden und Familie hat sie gelernt, sich nicht zu verstecken. Bereits zu Schulzeiten hat sie begonnen, Nachhilfe in den naturwissenschaftlichen Fächern zu geben, hat Flüchtlingskinder unterrichtet, deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten konnten. Seit 2017 hat sie kontinuierlich an Gewicht verloren. „Die dicke Dumme hat was erreicht“, sagt Dostal und lacht.

In ihrer Freizeit macht die Koordinatorin für Gewebespenden in einer gemeinnützigen Gesellschaft gern Sport, verbringt Zeit mit der Familie. „Ich habe mir als Ziel gesetzt, die Bedeutung der Bildung und in dem Zusammenhang die Wichtigkeit der Familie und familiärer Unterstützung in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.“

So geht es weiter

In den kommenden fünf Wochen kann darüber abgestimmt werden, welche der 160 Frauen direkt in die „Top 80“ einzieht. Für die ersten vier Wochen kann wöchentlich für jeweils 40 Frauen von jeweils Montag ab 15 Uhr für sieben Tage abgestimmt werden.

In der fünften und letzten Woche des Votings, vom 1. bis 5. November, kann dann noch einmal für alle 160 Frauen gleichzeitig abgestimmt werden. Für jede der Kandidatinnen können ein bis fünf Punkte vergeben werden. Im Anschluss entscheidet die höchste Durchschnittspunktzahl darüber, welche Frauen unmittelbar in die nächste Runde einziehen.

Nach dem Voting wird die „Top 80“ am 8. November bekannt gegeben. Weiter geht es mit der „Top 40“ bis hin zu den „Top 10“. Diese treten beim Finale am 19. Februar 2022 im Europa-Park an.

Das Voting sowie alle weiteren Produktionen und Events können auf der „Miss Germany Website“ oder den offiziellen Social-Media-Kanälen verfolgt werden.

Mehr Bewusstsein für sich selbst

Die Schwerinerin Jessica Kuno vervollständigt das Quartett. Ihre Botschaft: Mehr auf sich selbst achten. „Wir beschäftigen uns viel mit äußeren Einflüssen. Man muss anfangen, sich selbst zu lieben und wahrzunehmen, bevor man das auch nach außen tragen kann“, sagt die 24-Jährige.

Jessica Kuno Quelle: Stephan Glathe

Dass es mehr gibt, als mit bloßem Auge sichtbar ist, hat sie während ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester gelernt. „Ich arbeite auf der Frühgeborenenstation, auf der Intensivstation. Da hat sich schnell gezeigt, dass sich nicht alles mit Medizin erklären lässt“, sagt Kuno. „Wir legen Frühchen schon früh nach draußen zu den Eltern. Da merkt man schnell, dass da irgendwas Zwischenmenschliches passiert, – der Atem der Eltern, der Herzschlag – was den Frühchen hilft.“ Sie möchte das Bewusstsein für „Spiritualität“ und „Meditation“ wecken.

Von Katharina Ahlers