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MV aktuell Mit grünen Ideen: So wollen die Linken in MV sich neu erfinden
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19:58 27.11.2019
Die Linke kommt in MV am Wochenende zu einem Landesparteitag zusammen. Quelle: Peter Endig/zb/dpa
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Rostock

Die Linken zieht’s ins Grüne: Auf dem Landesparteitag am Wochenende in Kühlungsborn stehen gleich mehrere Anträge zur Abstimmung, mit denen die Partei ihr ökologisches Profil deutlich schärfen will. „Wir brauchen eine lebensnahe Politik, die sich mit den relevanten Zukunftsthemen beschäftigt“, betonte Torsten Koplin, einer der Landesvorsitzenden. Er führt die Partei gemeinsam mit Wenke Brüdgam seit zwei Jahren. Beide stellen sich der Wiederwahl. Konkurrierende Bewerbungen liegen bislang nicht vor.

In dem Antragspaket, das die Mitglieder am Sonnabend und Sonntag diskutieren wollen, stecken mehrere Ansätze, mit denen die Linken sich grüner und moderner geben wollen. Dazu gehört auch das Ansinnen, die ökologische Bilanz ihrer eigenen Parteitage zu verbessern. Keine Plastikbecher mehr und eine Verpflegung, bei deren Herkunft regionale Aspekte ab jetzt weiter oben stehen sollen. Auf Parteitagen wird gemeinhin stets das gemampft, was die Tagungshotels so servieren. An dieser Stelle will die Parteiführung künftig stärker mitreden. Einer der entsprechenden Anträge dazu stammt von der Linken-Jugendorganisation Solid und ist zugespitzt überschrieben: „Tofu und Internet statt Papierflut und Wiener!“

Jeder soll sich den ökologischen Wandel leisten können

Mit einem weiteren Vorstoß möchte die Partei die naturnahe Landwirtschaft fördern, um die Nitratbelastung im Grundwasser zu senken. Wichtig sei aber, sagt Koplin, ökologische und soziale Fragen zu verbinden. Koplin: „Es darf nicht sein, dass wir Menschen vom ökologischen Wandel ausschließen, weil sie ihn sich nicht leisten können.“

Die Linke will sich so auch an jüngere Wählerschichten heranrobben. Nicht ohne Grund: Allein seit 2016 hat die Partei über 500 Mitglieder verloren und verzeichnet aktuell 3440 Genossen. Dies liegt weniger an Austritten aus Enttäuschung über den inhaltlichen Kurs als am hohen Durchschnittsalter der Partei. Moderne Themen wie die, über die am Wochenende debattiert werden soll, dürften insbesondere unter den Älteren Widerspruch erzeugen.

Insofern dürfte der vorbereitete Leitantrag des Parteivorstandes zur Förderung der Mobilität im ländlichen Raum wie Balsam auf die Seelen der älteren Genossen wirken, den die Co-Vorsitzende Brüdgam gleich zu Beginn verteilen will. Leitanträge kranken oft daran, dass sie rasch vergessen werden, wenn die Delegierten wieder abgereist sind. Brüdgam darauf: „Unser Papier ist kein Schaufensterantrag, sondern behandelt ein praktisches Thema, das viele ältere Menschen im ländlichen Raum beschäftigt.“ Wenn es keine Möglichkeit mehr gebe, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem Tag zum Facharzt und wieder zurückzukommen, sei das zugleich eine Schlechterstellung im Gesundheitssystem, sagte Brüdgam.

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