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MV aktuell Mobilfunk-Löcher in MV: Hier sollen neue 232 Funkmasten stehen
Nachrichten MV aktuell Mobilfunk-Löcher in MV: Hier sollen neue 232 Funkmasten stehen
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07:25 30.10.2019
Ohne Störung am Smartphone arbeiten – das geht in vielen Regionen des Landes nicht. Minister Pegel will die fehlenden Funkmasten ergänzen lassen. Quelle: Andrea Warnecke/dpa
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Rostock

232 neue Funkmasten für MV: Laut Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) soll das Land die Lücken im 4G-Mobilfunknetz mittels einer eigenen Gesellschaft selbst schließen. Seit Jahren sind die Mobilfunk-Löcher in MV in der Kritik – jetzt sollen Funkmasten im Nordosten da aufgestellt werden, wo sie bisher fehlen.

Dazu hat Pegel ein Gutachten erstellen lassen. Ergebnis: Große Teile des Landes sind zwar mit 4G-Mobilfunk erschlossen, die Anbieter sparen aber überall Regionen aus. So sieht dann auch die Karte wie ein Flickenteppich aus.

Das wolle er ändern, so Pegel. Eine eigene Gesellschaft soll die Masten landesweit bauen lassen. So sind beispielsweise welche in Heringsdorf auf Usedom, auf dem Mönchgut (Rügen), im Osten der Halbinsel Darß, bei Marlow, Bützow oder Neubukow geplant (siehe Karte). Vor allem im Süden des Landes klaffen große Löcher.

Grafik: Hier sollen neue Funkmasten in MV entstehen

Bürgermeisterin beklagt Funklöcher als „nicht zeitgemäß“

Pegels Plan sorgt für unterschiedliche Reaktionen. „Ich bin überrascht und erfreut“, sagt Neubukows Bürgermeister Roland Dethloff (CDU), der zum Thema Digitalisierung sonst Kummer gewohnt ist. Denn der Breitbandausbau dauere eben auch länger als erwartet. Bis 2022, so Dethloff.

Auch Heringsdorfs Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken (parteilos) verfällt nicht in Jubelstürme. „Ich halte es für sinnvoll, dass MV den digitalen Ausbau vorantreibt und forciert“, sagt sie – und schiebt nach: „Wenn ich über die Insel fahre und ständig in Funklöchern stecke, ist dies zweifelsohne nicht nur störend, sondern einfach nicht mehr zeitgemäß.“ In einer digitalisierten Welt sollte es Priorität haben, die Voraussetzungen zu schaffen, „die eine flächendeckende Teilhabe ermöglichen“.

Städte- und Gemeindetag: Erst einmal 4G-Technik überall

Jens Rademacher, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHKRostock, wird zum Thema deutlich: „In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch viele Funklöcher, die schnell beseitigt werden müssen. Wir wollen bei der Digitalisierung vorankommen. Dafür brauchen wir ein lückenloses Mobilfunknetz.“

Viele Unternehmen klagten über eine „mangelhafte Versorgung“. Gleiches gelte für touristische Regionen, Bahnstrecken oder an Straßenabschnitten. Daher sei Pegels Initiative zu begrüßen. Der Breitband-Ausbau im Lande zeige: Zu viele Beteiligte erschweren den Ausbau.

„Die Idee des Ministeriums wird begrüßt“, reagiert Arp Fittschen, Städte- und Gemeindetag, wortkarg. Vor allem, dass es um 4G geht – und nicht die neueste 5G-Mobilfunk-Technik. Heißt: Erst einmal sollte Mobilfunk überall möglich sein, bevor Politik von den Sternen träumt. „Die Mobilfunkabdeckung ist lückenhaft und teilweise nicht leistungsfähig genug“, so Fittschen.

Pegel: Nicht auf die Bundesregierung warten

Pegel hebt vor allem hervor, dass Städte und Gemeinden mit dem neuen Verfahren nichts dazuzahlen müssten. Das Land wolle die nötigen 58,6 Millionen Euro für die Funkmasten allein tragen.

Anlass für den Richtungswechsel sei eine Ankündigung der Bundesregierung, mit einer eigenen Gesellschaft Mobilfunk bundesweit flächendeckend abzusichern. Nur das könne lange dauern, deshalb wolle das Land jetzt einspringen.

Die Idee: Die Projekte der Landesgesellschaft könnten dann im Bundesplan aufgehen. „Auf das Bundesprogramm zu warten, halten wir für keine Lösung“, so Pegel.

Die CDU im Landtag hatte den Mobilfunkausbau in MV durch eine eigene App befördert, was bei Pegel nicht auf Gegenliebe stieß. Im Internet ist unter www.funkloch-mv.de noch heute zu sehen, wo im Nordosten Handyempfang Glückssache oder aussichtslos ist.

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Von Frank Pubantz

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