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MV aktuell Molli investiert in Nostalgie
Nachrichten MV aktuell Molli investiert in Nostalgie
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00:05 17.01.2017
Die Telegrafenanlage (links) neben den Molli-Gleisen soll wieder aufgebaut werden. Quelle: Foto: Mecklenburgische Bäderbahn Molli Gmbh
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Kühlungsborn

Seit Jahrzehnten dampft der Molli zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn und befördert immer mehr Fahrgäste. 585000 Einheimische und Urlauber fuhren im vergangenen Jahr mit der Mecklenburgischen Bäderbahn – 12000 mehr als im Vorjahr. Bereits 2015 zählte das Unternehmen schon einen Fahrgastanstieg von 10 000.

585000 Fahrgäste nutzten 2016 den Zug / Wiederaufbau der Telegrafenanlage

„In der Saison haben wir mehr Fahrgäste befördert, aber auch in der Nebensaison. Hier machen sich die Marketingaktivitäten bemerkbar“, sagt Molli-Geschäftsführer Michael Mißlitz. „Wir sind zufrieden und gehen von ähnlichen Zahlen für 2017 aus.“

Wie im letzten Jahr wird auch in diesem der Fahrpreis angezogen. Bis zu 50 Cent müssen die Fahrgäste mehr pro Ticket zahlen. Davon ausgenommen ist laut Michael Mißtlitz die Familienkarte zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn. „Wir haben steigende Personalkosten, die Steinkohle wird teurer, Strom und Energie“, zählt der Geschäftsführer auf. Die Preiserhöhung erfolgt zusammen mit den anderen Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Warnow. Derzeit kostet die Hin- und Rückfahrt von Bad Doberan nach Kühlungsborn 14 Euro.

Damit die Traditionsbahn erhalten bleibt und ihren nostalgischen Charme nicht verliert, investiert die Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH auch in diesem Jahr wieder in die Infrastruktur und den Service. Während im letzten Jahr der Kohlelagerplatz am Bahnhof in Bad Doberan saniert und eine barrierefreie Toilettenanlage gebaut wurde, soll in diesem Jahr die Tiefenentwässerung am Heiligendammer Bahnhof angegangen werden. Ein größeres Projekt, welches 2016 nicht realisiert werden konnte, ist der Wiederaufbau der Telegrafenanlage zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. „Wir haben den Fördermittelbescheid. Er kam jedoch so spät, dass wir gesagt haben, wir schieben das auf 2017“, erläutert Michael Mißlitz. Investitionskosten: 40000 Euro. 90 Prozent werden gefördert. Die Anlage war 2011 aus Sicherheitsgründen zurückgebaut worden. Während einiger Herbststürme waren mehrere Holzmasten umgeknickt. „Mit dem Wiederaufbau der Telegrafenanlage soll das Gesamtensemble Molli für die Nachwelt erhalten bleiben“, sagt Michael Mißlitz.Baubeginn ist im März.

Neben der Telegrafenanlage steht noch ein weiteres größeres Projekt in der Jahresplanung. „Der Bahnübergang Rennbahn wird geschlossen“, kündigt Michael Mißlitz an. Nur noch Radfahrer und Fußgänger sollen die Gleise überqueren können. „Die Straße wird zurückgebaut, da kommen Umlaufsperren hin.“ Für die Autofahrer wird die Straße vom Kreisverkehr ausgebaut. Das Vorhaben koste eine Million Euro, die sich Land, Stadt und Bäderbahn teilen. Zusätzlich stehen Fördermittel für Stadt und Bäderbahn in Aussicht.

In diesem Jahr soll auch der Grundstein für die Buchung von Onlinetickets und das Bezahlen der Fahrkarten mit EC-Karte in der Bahn gelegt werden. So investiere die Bäderbahn in neue Technik für den Fahrkartenverkauf, sagt Michael Mißlitz. „Das jetzige System ist 15 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß. Wir versprechen uns davon auch, Onlinetickets zu vertreiben.“ Ende 2017 soll die Kartenzahlung im Zug möglich sein.

Anja Levien

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