Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Mord in der Badewanne – Täter zu lebenslanger Haft verurteilt
Nachrichten MV aktuell Mord in der Badewanne – Täter zu lebenslanger Haft verurteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 25.01.2019
Ein Richter im Gerichtssaal hat das Strafgesetzbuch (StGB) in der Hand. Quelle: Berg/dpa
Anzeige
Rostock

Im Prozess um die Tötung einer Güstrower Frau in der Badewanne hat das Landgericht Rostock den 41-jährigen Angeklagten wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht folgte am Freitag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte wegen Totschlags auf eine Haftstrafe von nicht mehr als acht Jahren plädiert. Das Gericht sah davon ab, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Danach wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich gewesen, in der Praxis ist dies aber so gut wie ausgeschlossen. In seinem Schlusswort hatte der Angeklagte die Tat bedauert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann aus Eifersucht seine 36 Jahre alte Ex-Freundin getötet hat. Es sah dabei die Mordmerkmale niedere Beweggründe und Heimtücke erfüllt. Die Beziehung der beiden hatte 13 Jahre gedauert. Der Tat sei ein monatelanger Chat in einem sozialen Netzwerk vorausgegangen, bei dem der Mann ein Fake-Profil „Mike Müller“ benutzt habe. So habe er die Frau getäuscht und sich ihr genähert.

Anzeige

Vorgehensweise erinnert an Hinterhalt

Er habe sich in der Mordnacht Anfang März 2018 mit einem Nachschlüssel Zutritt zur Wohnung verschafft und die in der Badewanne liegende Frau getötet. Die Gerichtsmedizin hatte zwölf Messerstiche festgestellt. Der Mann habe sein Opfer gleichzeitig noch unter Wasser gedrückt. Die gesamte Vorgehensweise erinnere an einen Hinterhalt, führte der Richter aus.

Das Gericht ging zudem ausführlich auf das Vorleben des Mannes ein. Er habe mit seinen Computerfirmen insgesamt vier Mal Insolvenz anmelden müssen und seiner Lebensgefährtin einen Teil der Schulden aufgebürdet. Der Richter bezeichnete den 41-jährigen Deutschen als „durch und durch kriminell“.

Joachim Mangler