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MV aktuell Entsetzen in Zinnowitz: „Die mutmaßlichen Täter lebten mitten unter uns“
Nachrichten MV aktuell Entsetzen in Zinnowitz: „Die mutmaßlichen Täter lebten mitten unter uns“
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22:04 16.04.2019
Sonderermittler im Wohngebiet Erlengrund in Zinnowitz. Quelle: Tilo Wallrodt
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Zinnowitz

Die Festnahme der beiden mutmaßlichen Täter im Mordfall Maria K. am Dienstag hat in Zinnowitz wie ein Lauffeuer die Runde gemacht. Am Vormittag hatte die Polizei bekanntgegeben, dass zwei junge Männer, 21 und 19 Jahre alt, aus dem Bekanntenkreis von Maria K. als dringend Tatverdächtige gelten.

Für den 21-Jährigen wurde bereits am Montagabend der Haftbefehl erlassen. Der 19-Jährige ist, wie der stellvertretende Oberstaatsanwalt Sascha Ott auf Nachfrage bestätigte, bereits in der Vergangenheit durch mehrere Gewaltstraftaten aufgefallen und wurde auch rechtskräftig verurteilt. Beide Männer wurden am Dienstag intensiv vom Haftrichter vernommen.

Bilder vom Mordfall Maria K. aus Zinnowitz:

Eine 18-jährige Frau ist am Dienstagabend in ihrer Wohnung in der Zinnowitzer Waldstraße (Insel Usedom) tot aufgefunden worden.

Vor allen unter den Jugendlichen von Zinnowitz sorgte die Nachricht für jede Menge Gesprächsstoff. Die Autos der Sonderermittler standen im Zinnowitzer Erlengrund und waren für die Bewohner der sich dort befindlichen Plattenbauten nicht zu übersehen. Zudem kennen sich die jungen Leute im überschaubaren Seebad Zinnowitz alle, viele von ihnen treffen sich regelmäßig in ihrer Freizeit im Jugendclub. So war auch schnell klar, dass der Jüngere der mutmaßlichen Täter mit der engen Freundin von Maria liiert ist. Nach OZ-Informationen waren die beiden Tatverdächtigen auch bei der Gedenkandacht für Maria K. am 3. April in der Zinnowitzer Kirche dabei.

„Ich hätte so etwas bei uns nie für möglich gehalten“

„Ich bin zum einen sehr erleichtert, dass es nun konkrete Hinweise auf die beiden Täter gibt und die Festnahmen erfolgt sind. Nach dieser furchtbaren Tat haben alle in der Gemeinde darauf gehofft, dass die Polizei bald einen Ermittlungserfolg melden kann“, sagte am Dienstag Peter Usemann, Bürgermeister der Gemeinde Zinnowitz. Zum anderen erschrecke es ihn, dass die mutmaßlichen Täter mitten unter den Zinnowitzer Bürgern lebten. „Hier hat doch niemand für möglich gehalten, dass es in unserer Gemeinschaft Menschen gibt, die auf so brutale Weise einen anderen Menschen auslöschen“, so das Gemeindeoberhaupt.

Bildergalerie: Trauer um ermordete Maria K.:

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von dem Angedenken an Maria K. aus Zinnowitz zu sehen, die ermordet aufgefunden worden war.

Marias Mutter geht es gesundheitlich sehr schlecht

Von der Nachricht, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um zwei Männer aus Marias engerem Bekanntenkreis direkt vor Ort handelt, völlig aus der Bahn geworfen wurde am Dienstagvormittag die Mutter der 18-jährigen getöteten jungen Frau. Steffi K. hatte noch in der Vorwoche nach der Beisetzung von Maria am 10. April in Stralsund gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG geäußert, dass sie auf das Können der Ermittler der Sonderkommission „Maria“ setze und sie darauf warte, die Nachricht von einer Festnahme zu erhalten, auch wenn ihr das die Tochter nicht zurückbringe.

Doch als sie Dienstag gemeinsam mit den Mitarbeitern des CJD die Nachricht über verschiedene Kanäle mitgeteilt bekam, hat es ihr ganz offensichtlich den Boden unter den Füßen weggerissen, sie brach zusammen. „Marias Mutter geht es gesundheitlich sehr schlecht. Wir kümmern uns intensiv um sie und ihre beiden kleinen Söhne und hoffen, dass wir sie nicht noch in die Klinik bringen müssen“, war von Gabriele Wittichow, Fachbereichsleiterin im CJD, zu hören.

Die Mutter von Maria K. lebt seit viereinhalb Jahren mit den Kindern in Zinnowitz beim CJD, wo sie betreut wird. Sie ist seit vielen Jahren gesundheitlich angeschlagen und leidet, wie sie selbst der OZ berichtete, unter schweren Depressionen. Die 46-Jährige musste Mitte März nach Bekanntwerden des Todes ihrer Tochter in einer Klinik medizinisch versorgt werden.

Polizei: Ermittlungen waren Puzzle mit 1000 Teilen

Sowohl der Bürgermeister als auch die Mitarbeiter des CJD lobten die intensive Ermittlungsarbeit der Sonderkommission, die letztlich zum Ergreifen der mutmaßlichen Täter geführt hat. „Da ist wirklich kein Stein auf dem anderen geblieben. Immer wieder gab es Durchsuchungen und Befragungen, wurden die Spürhunde eingesetzt, denn das Opfer war in den sozialen Netzwerken sehr aktiv. Das war kein Puzzle mit 100 Teilen, was zusammengesetzt werden musste, sondern eines mit über 1000 Teilen“, schildert Claudia Tupeit, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg.

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