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MV aktuell Mordprozess Maria K.: DNA-Spuren nähren Zweifel an Aussage eines Angeklagten
Nachrichten MV aktuell Mordprozess Maria K.: DNA-Spuren nähren Zweifel an Aussage eines Angeklagten
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14:41 29.08.2019
Stralsund: Der 19-jährige Angeklagte Nicolas K. (l.) und der 21-jährige Angeklagte Niko G. (3.v.l.) sitzen im Gerichtssaal im Landgericht neben ihren Anwälten. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Welche Rolle spielte Niko G. beim Mord an der 18 Jahre alten Maria K. aus Zinnowitz? Zu dieser Frage wurde am Donnerstag, dem vierten Prozesstag, vor dem Landgericht Stralsund unter anderem eine Rechtsmedizinerin gehört. Anja Klann, Gutachterin der Universität Greifswald, untersuchte die DNA-Spuren am Tatort sowie an der Kleidung der beiden Hauptverdächtigen, Nicolas K. (19 Jahre) und Niko G. (21 Jahre).

Nach ihren Aussagen wurde an der Kapuzenjacke und der Jeans von K. größere Mengen an DNA festgestellt, die mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit von Maria K. stamme. An den Sachen von Niko G. hingegen seien keine Spuren entdeckt worden, die zum Mordopfer führen.

Tatmesser bislang nicht gefunden

Auch das Messer, das der 21-Jährige stets im Rucksack bei sich führte, sei frei von verdächtiger DNA gewesen. Das eigentliche Tatmesser, mit dem die schwangere Maria in ihrer Wohnung brutal ermordet wurde, haben die Angeklagten nach eigenen Angaben in die Ostsee geworfen. Es wurde bislang nicht gefunden.

Einen möglichen Hinweis zur Rolle von Niko G. lieferte jedoch die Untersuchung der Hose des Todesopfers. Wie die Gutachterin ausführte, wurde auf der Leggings neben DNA von Nicolas K. auch eine Spur von mehreren Menschen entdeckt, eine sogenannte Mischspur. Einer dieser Menschen sei mit großer Wahrscheinlichkeit Niko G. Die Mischspur sei am Schienbein gefunden worden. Dies würde zu den Aussagen von Nicolas K. passen, wonach Niko G. das Opfer während der Tat an den Beinen festgehalten habe. Der ältere der beiden Angeklagten beteuerte hingegen im Prozess, dass dies nicht der Fall gewesen sei.

Verhindertes Mordopfer: „Ich hatte nie Stress mit ihnen“

Außerdem war am Donnerstagvormittag auch Paul Lucas R. als Zeuge geladen. Der 17-Jährige sollte nach Angaben der Angeklagten zunächst als Mordopfer dienen. Das jedenfalls hat der Angeklagte Nicolas K. während seiner Aussage am ersten Verhandlungstag behauptet. Er sagte auch, dass sie sich gegen ihn entschieden hatten, da der Mann in Heringsdorf wohne und die Angeklagten weder motorisiert waren noch Geld für öffentliche Verkehrsmittel hatten.

Bilder vom Prozessauftakt im Mordfall Maria K. am Landgericht Stralsund

Paul Lucas R. machte bei seinem Auftritt im Gerichtssaal einen verschüchterten Eindruck, die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er gab an, dass er die beiden Hauptverdächtigen seit zwei Jahren aus dem Jugendclub in Zinnowitz kenne. „Wir waren befreundet, ich hatte nie Stress mit ihnen.“ Nicolas K. habe er nie aggressiv erlebt. Andere Zeugen hatten den mutmaßlichen Mörder von Maria K. zuvor als aggressiv und jähzornig beschrieben.

Keine Erinnerungen an den 18. März

Oft seien Paul Lucas R. und die beiden Angeklagten zusammen im Park gewesen und hätten zusammen Alkohol getrunken. An den 18. März, als er gemeinsam mit Nicolas und Niko in ebendiesem Park war und an dem die beiden Letzteren laut Anklage später die Entscheidung getroffen haben, dass Maria K. sterben soll, will sich Paul Lucas R. jedoch nicht mehr erinnern können.

Paul Lucas R. gab an, von Anna S., der damaligen Freundin des Hauptangeklagten Nicolas K., von den Mordplänen an ihm erfahren zu haben. Die wiederum bestreitet, dass sie von einer gedanklichen Todesliste gewusst habe oder sich mit jemandem darüber unterhalten habe.

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Von Cornelia Meerkatz

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