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MV aktuell NSU-Prozess: Beate Zschäpe im Gericht eingetroffen
Nachrichten MV aktuell NSU-Prozess: Beate Zschäpe im Gericht eingetroffen
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10:16 06.05.2013
Die Angeklagte Beate Zschäpe (links vorne) wird zum Prozessauftakt ins Gericht in München gebracht. Vor dem Oberlandesgericht München beginnt heute der Prozess um die Morde und Terroranschläge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Quelle: Andreas Gebert
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München

Anderthalb Jahre nach Auffliegen der rechtsextremen Terrorzelle NSU beginnt heute die juristische Aufarbeitung der beispiellosen Verbrechensserie. Vor dem Oberlandesgericht München müssen sich die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe sowie vier mögliche Helfer des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ verantworten. Das Verfahren vor dem Staatsschutzsenat gilt schon heute als Jahrhundertprozess.

Die Bundesanwaltschaft legt Zschäpe Mittäterschaft an allen Verbrechen der rechtsextremen Terrorgruppe zur Last - darunter neun Morde an Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft, der Mord an einer Polizistin und zwei Sprengstoffanschläge. Auch den türkischen Imbissverkäufer Mehmet Turgut aus Rostock sollen die mutmaßlichen Täter der NSU umgebracht haben. Sie werden ebenfalls verdächtigt, zwei Sparkassen in Stralsund überfallen zu haben.

Die 38-Jährige Beate Zschäpe hatte mehr als 13 Jahre lang mit ihren mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt unter falschen Identitäten gelebt. Mundlos und Böhnhardt töteten sich im November 2011 selbst, um einer Festnahme zu entgehen.

Die Erwartungen an den Prozess sind hoch

Das Verfahren findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 80 Angehörige und Opfer treten als Nebenkläger auf. Bei den Angehörigen habe die Terrorserie zu einem erheblichen Verlust des Vertrauens in den Rechtsstaat geführt, sagte die Münchner Anwältin Angelika Lex, die die Witwe eines Opfers vertritt. Der Prozess sei eine „einmalige Chance“, dieses Vertrauen und den Rechtsfrieden wieder herzustellen.

Wie viele Angehörige zum Prozessauftakt erscheinen werden, ist noch unklar. Am Sonntagnachmittag konnten sie sich bei einem Besichtigungstermin im Münchner Strafjustizzentrum ein Bild vom Gerichtssaal machen. Am Sonntagabend hatten sich bereits zahlreiche Journalisten und Fernsehteams vor dem Gebäude eingefunden, auf der Straße davor parkten Fernseh-Übertragungswagen. Auch mehrere türkische Teams waren vor Ort.

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Justizgebäude sind erheblich verstärkt worden. Zum Prozessauftakt sind mehrere Demonstrationen gegen Rassismus und rechte Gewalt angemeldet. Die Veranstalter erwarten insgesamt rund 1000 Teilnehmer. Etwa 500 Polizisten sollen einen störungsfreien Prozessauftakt garantieren.

OZ

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