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MV aktuell Nach Absturz: Beide Eurofighter-Wracks für Abtransport freigegeben
Nachrichten MV aktuell Nach Absturz: Beide Eurofighter-Wracks für Abtransport freigegeben
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13:04 29.06.2019
Nach dem Absturz zweier Eurofighter in Mecklenburg-Vorpommern gehen die Ermittlungen vor Ort weiter. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Nossentiner Hütte/Berlin

Die Bergung der beiden Eurofighter-Flugzeugwracks an der Mecklenburgischen Seenplatte kann beginnen. Wie ein Sprecher der Bundesluftwaffe in Berlin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte, hat die Flugsicherheit ihre Untersuchungen an den Unfallstellen bei Nossentiner Hütte und Nossentin abgeschlossen. Damit seien die Rümpfe der Unglücksmaschinen für den Abtransport freigegeben. Die Unfalluntersuchung laufe allerdings noch weiter.

Die zuständige Sonderabteilung General Flugsicherheit gehört zum Luftfahrtamt der Bundeswehr. Sie wertet unter anderem noch die Daten der Flugschreiber aus, hört Zeugen an und analysiert die geborgenen Wrackteile.

Beim Absturz von zwei Eurofightern der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern ist einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Der zweite überlebte das Unglück am Montag und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Maschinen stießen bei Luftkampfübungen zusammen und stürzten ab.

Wrack des getöteten Piloten liegt in Waldstück bei Nossentin

Nun prüfen die Verantwortlichen, wie man schwere Bergetechnik an die Absturzorte bekommt, sagte der Sprecher. Die Eurofighter-Maschinen waren am Montag mit einem dritten Flugzeug zu einem Luftkampfmanöver über der Müritzregion unterwegs. Zwei Maschinen stießen in der Luft zusammen und stürzten ab. Die dritte Maschine blieb unversehrt. Ein 27-jähriger Pilot starb. Der Flugzeugführer der zweiten Unglücksmaschine, ein erfahrener Ausbilder, konnte sich per Fallschirm retten, wurde aber verletzt.

Das Wrack des getöteten Piloten liegt in einem Waldstück bei Nossentin, das andere etwa vier Kilometer Luftlinie weiter westlich an einem Feld dicht bei Nossentiner Hütte, wo im Ort etliche Trümmerteile gefunden wurden, auch neben dem Kindergarten. Die Wracks müssten nun gefahrlos verladen und weggefahren werden können. Diese Vorbereitung könne aber noch etwas dauern. Ein Eurofighter wiegt leer etwa elf Tonnen und ist im Normalfall 16 Meter lang und hat eine Spannweite von 11 Metern.

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Suche nach Wrackteilen dauert noch mindestens zwei Wochen

Insgesamt werde die Suche nach Wrackteilen und die gesamte Räumung der Absturzstellen aber noch mindestens zwei Wochen dauern - und damit länger als zunächst erwartet, sagte die Bürgermeisterin von Nossentiner Hütte Birgit Kurth. Das hätten Luftwaffe und Bundeswehr auf einem internen Treffen mit rund 200 Bürgern am Freitagabend erklärt. Gründe seien die komplizierte Ursachenermittlung, Wasser- und Bodenanalysen und der Austausch von kontaminierter Erde an den Absturzstellen. Vor allem die Straße und der viel genutzte Radweg zwischen Jabel und Silz seien betroffen. Um Nossentiner Hütte sollen die Verkehrswege schneller wieder geöffnet werden.

„Das war ein sehr sachlicher Austausch“, schilderte Bürgermeisterin Birgit Kurth die Atmosphäre auf dem Treffen. Als eine der wichtigsten Maßnahmen sollen zügig Fahrzeuge mehrerer Wehren von einer Spezialfirma gereinigt werden, die diese beim Löschen mit gesundheitsschädlichen Kunststofffasern der brennenden Flugzeuge kontaminiert wurden. „Die Feuerwehren müssen wieder einsatzbereit sein.“

Die Bundeswehr habe betont, dass gesundheitsschädliche Substanzen vor allem durch den Qualm an den Absturzstellen freigesetzt worden seien. Die Anwohner könnten Obst und Gemüse aus ihren Gärten ohne Bedenken nutzen. Insgesamt wurden vier Feuerwehrleute bei dem Großeinsatz verletzt. Das Unglücksgebiet ist militärisches Sperrgebiet, das von Feldjägern gesichert wird.

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RND/dpa

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