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MV aktuell Sorge um unsere Schätze: Museen in MV sind nicht sicher genug
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06:48 28.11.2019
Die „Ruine Eldena im Riesengebirge“ und sechs weitere Gemälde von Caspar David Friedrich hängen im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Rostock

Die Museen in MV sind nach Ansicht des Landesmuseumsverbands nicht sicher genug. Nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden müssten daher alle Sicherheitsmaßnahmen auf den Prüfstand gestellt werden, forderte die Verbandsvorsitzende, Kathrin Möller.

Vor allem bei den Depots, in denen die Sammlungen außerhalb von Ausstellungen gelagert werden, gebe es Defizite. „Von einer angemessenen Sicherung sind wir noch ein Stück weit entfernt. Da ist noch Luft nach oben“, betonte Möller.

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Experten müssen ran

Ein Grund dafür sei, dass viele Museen von Vereinen getragen werden. „Diese geben sich alle Mühe, für Sicherheit zu sorgen. Aber das ist kein idealer Zustand.“ Für Sicherheit müssten Experten zuständig sein. Es habe sie schockiert, wie einfach es in Dresden gewesen sei, Gitter zu durchbrechen und Vitrinen einzuschlagen.

Bildergalerie: Die schönsten Kunstschätze aus MV

Ob im Kunsthistorischen Museum Rostock oder im Pommerschen Landesmuseum Greifswald – in Mecklenburg Vorpommern lassen sich so einige kunstvolle Schätze finden.

„Eine Sammlung von diesem kulturhistorischen und finanziellen Wert muss vorbildlich gesichert sein – und zwar so, dass sich andere Museen daran orientieren können“, meint Möller. „Die Frage, was in Dresden übersehen wurde, wird jetzt auch bei den Museumsträgern in MV eine große Rolle spielen.“

Sicherheit auf neuestem Stand

Die einzelnen Museen in MV antworten auf Anfragen zu deren Sicherheit zurückhaltend. Im Pommerschen Landesmuseum Greifswald, das unter anderem für seine sieben Gemälde von Caspar David Friedrich berühmt ist, heißt es nur: „Nach normalem Ermessen ist unser Museum sicher.“ Es gebe einen Wachdienst und besonders wertvolle Stücke seien gesondert gesichert, sagt Sprecherin Julia Kruse.

Auch Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums in Rostock, das neben Kirchenschätzen auch kostbare Gemälde der Moderne und aus den Niederlanden beherbergt, betont: „Wir sind sehr sicher.“ Die Sicherheitsmaßnahmen seien technisch auf dem neuesten Stand und auf sehr hohem Niveau. Das Staatliche Museum Schwerin, das zahlreiche Werke von alten Meistern wie Rembrandt, Brueghel oder Rubens beherbergt, wollte sich zum Thema nicht äußern.

Aus Diebstahl gelernt

Das Historisch-Technische Museum in Peenemünde auf Usedom beherbergt historisch bedeutende und bei Sammlern heiß begehrte Zeugnisse der Entwicklung der V2-Rakete in der Zeit des Nationalsozialismus. Vor vier Jahren wurden dort bei laufendem Betrieb einige Stücke gestohlen. „Darauf haben wir reagiert und einige Schwachstellen beseitigt“, sagt Sprecher Kai Hampel. So seien die Vitrine verstärkt und einige Originale in der Schau durch Repliken ersetzt worden. „Außerdem haben wir einen Wachdienst und eine Alarmanlage“, so Hampel.

Das Katharinenkloster, wichtigster der drei Standorte des Stralsund Museums mit seinen kostbaren Wikinger-Schätzen, wird derzeit saniert und ist daher geschlossen. Für Sicherheit werde jedoch weiterhin gesorgt, sagt die Leiterin des Kulturamts der Hansestadt, Steffi Behrendt: „Das Stralsund Museum hat die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen für seine Exponate in den drei Standorten getroffen. Aus Anlass der Ereignisse in Dresden werden diese Sicherheitsstandards noch einmal überprüft.“

Landesinitiative gefordert

Der Museumsverband startet noch in diesem Jahr eine Umfrage unter seinen Mitgliedern zum Thema Sicherheit. Dabei wünscht sich Verbandschefin Möller die Unterstützung des Landes: „Wir brauchen eine Landesinitiative, um festzustellen: Welche sind die größten Schätze in MV und wie können sie besser geschützt werden?“

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Von Axel Büssem

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