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MV aktuell Nach Eurofighter-Unglück: Bisher 400 000 Euro Schadenersatz gefordert
Nachrichten MV aktuell Nach Eurofighter-Unglück: Bisher 400 000 Euro Schadenersatz gefordert
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09:35 05.10.2019
Nach dem Eurofighter-Unglück in MV wurden bisher rund 400 000 Euro Schadensersatz gefordert. Quelle: Thomas Steffan/dpa
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Nossentiner Hütte/Berlin

Nach dem Eurofighter-Unglück an der Mecklenburgischen Seenplatte fordern Betroffene bisher mehr als 400 000 Euro Schadenersatz von der Bundeswehr. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Landwirten, Feuerwehren, Kommunen und anderen Geschädigten. Wie ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin erklärte, liegen bisher 13 Anträge auf Entschädigung für Schäden oder zusätzliche Aufwendungen infolge des Unglückes vor, über die zum Teil noch nicht entschieden sei. Die Ursache für eines der schwerste Flugunglücke in der Geschichte der Luftwaffe sei weiter noch nicht geklärt.

Am 24. Juni waren über den Dörfern Nossentiner Hütte und dem Silzer Ortsteil Nossentin zwei Kampfflugzeuge erst kollidiert und dann abgestürzt. Die Wracks kamen nur wenige Hundert Meter neben den Dörfern auf einem Feld und im Wald runter. Ein Pilot starb, ein zweiter konnte sich retten. Am Boden wurde niemand verletzt. Die Bundeswehr sperrte die Region weiträumig ab, beräumte das Gelände innerhalb weniger Wochen und kündigte Entschädigungen für Betroffene an. Bisher wurden rund 4000 Euro ausgezahlt, hieß es.

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Mit Beginn der Pilzsaison werden wieder mehr Teile gefunden

In der gesamten Gegend finden Anwohner immer noch Teile der beiden Wracks, wie Amtsvorsteherin Birgit Kurth erläuterte. „Unlängst kam ein Mann, der hatte ein größeres Kunststoffteil gefunden, es hinten auf seinen Wagen gelegt und hierher gefahren, weil es in die Sammelkisten der Bundeswehr nicht hineinpasste“, beschrieb Kurth. Dabei sollten Finder solche Teile gar nicht anfassen. Mit Beginn der Pilzsaison werden wieder mehr Teile gefunden, ist sich Kurth sicher.

Die Amtsvorsteherin kritisierte in dem Zusammenhang die zögerliche Verfahrensweise der Bundeswehr bei Gelderstattungen für Feuerwehren. Die Kameraden mussten nach dem Einsatz an den brennenden Wracks wegen der Verschmutzung mit eventuell gesundheitsschädlichen Kohlenstofffasern viele Schutzkleidungen entsorgen und neu anschaffen sowie ihre Fahrzeuge extra reinigen. Dabei fielen Kosten von etwa 250 000 Euro an. „Die Rechnungen mussten schon bezahlt werden, von der Bundeswehr haben wir noch kein Geld gesehen.“

Besonders geschädigt: Agrargenossenschaft Malchow

Der am stärksten geschädigte Betrieb ist die Agrargenossenschaft Malchow, die Andreas Schaade leitet. „Wir konnten 30 Hektar Roggen gar nicht ernten, das waren allein 40 000 Euro Ertragsausfall“, sagte Schaade. Auf das Roggenfeld wenige hundert Meter westlich von Nossentiner Hütte war die Maschine gestürzt, deren Pilot sich per Fallschirm retten konnte. Das Stroh musste Schaade unterpflügen lassen. Damit könne der Acker 2020 auch nicht für wertvolles Getreide sondern höchstens für Futter genutzt werden und werde nur geringen Ertrag bringen. „Das untergepflügte Stroh lockt Insekten und Mäuse an und damit auch Wildschweine“, verdeutlichte Schaade.

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Beim Absturz von zwei Eurofightern der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern ist einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Der zweite überlebte das Unglück am Montag und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Maschinen stießen bei Luftkampfübungen zusammen und stürzten ab.

Weitere 60 Tonnen Raps und etwa 15 Tonnen Erbsen von Nachbarfeldern durften ebenfalls wegen möglicher Verunreinigungen nicht vermarktet, sondern müssen entsorgt werden. Insgesamt wird Schaade, - von Gutachtern geprüft - zwischen 70 000 und 100 000 Euro als Schadenersatz brauchen. Andere Bauern, wie Bernd Drephal aus Malchow, durfte ihre Wiesen nicht mähen und haben so kein Heu für ihre Tiere.

Nur die kleineren Summen, da habe sich die Bundeswehr schon mit der Erstattung beeilt, erläuterte Schaade. So hat er 500 Euro für ramponiertes Grünland erhalten: Dort hatte die Bundeswehr ihre Kommandozentrale mit einer Vielzahl an Sanitäreinrichtungen aufgebaut.

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Von dpa/RND

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