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Nachrichten MV aktuell Wie sicher sind Fahrgastschiffe in MV?
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17:23 13.09.2019
Ein Schiff der Feuerwehr übt im Seehafen Rostock für den Ernstfall. Quelle: dpa
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Rostock

Nach dem verheerenden Brand auf dem Ausflugsschiff „Conception“ vor der Küste Kaliforniens (USA) wird auch in MV über die Sicherheit auf Fahrgastschiffen diskutiert.

Auf dem Wasser kann man nicht weglaufen

„Das Problem ist, dass man auf dem Wasser nicht weglaufen kann“, erklärt Christian Stipeldey von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Wegen Brandunglücken auf der Ostsee mussten die Retter im Jahr 2018 acht Einsätze fahren. Trotz der vergleichsweise niedrigen Zahl: Feuer ist die größte Gefahr auf dem Wasser, sagen Experten.

Feuer an Bord: 34 Tote

Vor der Küste Kaliforniens (USA) war es am 2. September zu einem Brandunglück auf dem Ausflugsboot „Conception“ gekommen. 34 Menschen kamen dabei um, nur fünf Besatzungsmitglieder konnten sich retten. Das Schiff war auf einer mehrtägigen Reise gewesen. Nachts war aus bisher unbekannten Gründen das Feuer an Bord ausgebrochen. Die Passagiere schliefen, als ihre Kajüten von den Flammen eingeschlossen wurden.

Feuerwehr ist gewappnet

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Rostocker Feuerwache ist für Wassereinsätze verantwortlich. 50 speziell ausgebildete Feuerwehrleute sind dort bereit für die Brandbekämpfung auf See. Zu Einsätzen auf Fahrgastschiffen komme es aber eher seltener, sagt der Leiter des Brandschutz- und Rettungsamtes, Johann Edelmann. Die Leitung von aufwendigen Einsätzen auf Nord- und Ostsee übernehme das Havariekommando Cuxhaven. Bei kleineren Fahrgast- bzw. Rundfahrtschiffen sei ein Großeinsatz meistens jedoch nicht notwendig. Es komme eher zu kleineren Bränden, die von der Besatzung gelöscht werden können, so Johann Edelmann. „Fahrgastschiffe sind relativ klein und nah am Ufer. Wenn sie brennen, fahren sie zuerst an die Küste“, erklärt der 57-Jährige. Die oberste Priorität sei, dass die Passagiere von Bord kommen. Dann sei die örtliche Feuerwehr für die Löschung von Land aus zuständig.

Vorkommnisse auf der Ostsee

Im Jahr 2010 musste vor Heringsdorf auf der Insel Usedom ein Schiff die Seebrücke anlaufen, nachdem im Bereich der Toiletten ein Feuer ausgebrochen war. Das Schiff war auf dem Weg von Swinemünde (Polen) nach Zinnowitz gewesen. Nachdem 88 Fahrgäste und 13 Besatzungsmitglieder von Bord gegangen waren, konnte die Feuerwehr den Brand löschen. Verletzt wurde damals niemand.

Jährliche Kontrollen

„Uns ist der Brandschutz sehr wichtig“, sagt Kathrin Schütt, Inhaberin der Rostocker Fahrgastreederei Blauen Flotte. Die vier Schiffe der Reederei würden jährlich kontrolliert. Eine externe Firma prüfe dabei alle Brandmelder und Löschanlagen. In den Motorenräumen der Fahrgastschiffe der Stralsunder Weißen Flotte seien Schaum-, Gasschutz- und Wasseranlagen Standard, sagte der Inspektor der Reederei, Stephan Treibmann. Die Besatzung wisse, was im Ernstfall zu tun sei und wo sich der nächste Feuerlöscher befinde.

Den Ernstfall in Simulationen proben

Im Aus- und Fortbildungszentrum (Afz) Rostock werden Schiffsbesatzungen regelmäßig auf Brandfälle vorbereitet. Die Lehrgänge seien so aufgebaut, dass neben der Theorie auch der Ernstfall geprobt wird, erklärt der Bereichsleiter Schifffahrtsschule, Stefan Szancsik. „Auf einem Schiff ist der Mensch ein großer Unsicherheitsfaktor“, sagt er. Hinzu kämen die vielen Maschinen, kleine und verwinkelte Räume und Verbrennungsmotoren. Den Schulungsteilnehmern werde unter anderem gezeigt, wie ein Feuer an Bord entstehen könnte. In den Kursen werden Brände dann auch realistisch simuliert. Mit Atemschutzmasken müssten die Besatzungen dann Handlungsketten üben. Dann wüssten sie auch in einem Ernstfall, was zu tun sei.

Von Dimitri Paul

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