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MV aktuell Nach Germania-Pleite: Kurzarbeit soll Jobs am Flughafen Laage retten
Nachrichten MV aktuell Nach Germania-Pleite: Kurzarbeit soll Jobs am Flughafen Laage retten
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20:50 07.02.2019
Minister Pegel sichert weiter finanzielle Förderung des Landes zu. Quelle: CORNELIUS KETTLER
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Laage

Hoffnung am Flughafen Rostock-Laage: Kurzarbeit könnte drohende Entlassungen nach der Germania-Pleite vermeiden. Darauf haben sich Betriebsrat und Geschäftsführung geeinigt. Mit der Insolvenz der Fluggesellschaft ist am Airport ein großer Teil des Geschäfts weggebrochen. Eine Reduzierung der Stundenzahl für 120 der 200 Mitarbeiter soll nun die Zeit überbrücken, bis Ersatz gefunden wird. Die Regelung soll bis Mai gelten.

„Wahl zwischen Pest und Cholera“

„Wir hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera und haben uns für das kleinere Übel entschieden“, sagt Betriebsratsvorsitzende Angelika Schirdewahn. Für sie sei der Vorteil der ausgehandelten Regelung, dass alle Jobs erhalten bleiben. Dennoch: „Für manche Kollegen könnte es finanziell eng werden, vor allem für Alleinverdiener. Wenn diese jetzt 100 Euro weniger verdienen, macht sich das schon bemerkbar“, so Schirdewahn.

Kürzung der Wochenstunden

Die Wochenstunden werden je nach Abteilung unterschiedlich gekürzt – abhängig vom Bedarf, erklärt die Betriebsrätin. „Die Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen werden länger gebraucht als die in der Abfertigung.“ Kurzarbeit Null werde es aber für keine Gruppe geben. Ausgenommen sei die Verwaltung, sagt Schirdewahn: „Die haben jetzt sogar eher mehr Arbeit.“

Anfang kommender Woche soll die Einigung zur Kurzarbeit unterzeichnet werden, beide Seiten haben aber bereits zugestimmt. Sie soll rückwirkend zum 1. Februar gelten. „Wenn wir großes Glück haben, findet die Geschäftsführung schon vor Beginn der Kreuzfahrtsaison Ersatz“, sagt Schirdewahn.

Minister Pegel erleichtert über Lösung

Verkehrsminister Christian Pegel zeigt sich erleichtert, dass schnell eine Lösung für das Personal gefunden wird: „Es ist wichtig, dass die Arbeit ohne Unterbrechung weitergeht“, meint der SPD-Politiker. Denn ab Mai, wenn Kreuzfahrttouristen über Laage ins Land befördert würden, erwarte den Flughafen wieder Hochleistungsbetrieb, für den alle Kräfte gebraucht werden.

Pegel sicherte zu, dass die jährliche Ein-Million-Euro-Förderung nicht angetastet werde und man so den Flughafen auf der Suche nach neuen Linienbetreibern stütze. „Schon 2013, als Laage kurz vor der Insolvenz stand, haben wir an der Förderung nicht gerüttelt und sind gut damit gefahren“, betonte Pegel. Auch damals war die Krise durch Kurzarbeit überbrückt worden.

Sorge über Zukunft der Flughafens

Der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, äußerte sich besorgt zur Zukunft des größten Flughafens in MV. Es sei derzeit schwer, auf dem Flugmarkt Ersatz-Linien für Germania zu finden – auch für 2020. Die Ferienflieger seien wichtig, um den Airport zu stabilisieren und auch Flüge von anderen Regionen nach MV abzusichern. Woitendorf versprach aber, dass der Tourismusverband den Airport Laage weiterhin im Marketing stark unterstützen wolle.

Die Stralsunder Fluggesellschaft Sundair gab bekannt, dass sie eines ihrer Flugzeuge nun nicht wie geplant in Laage, sondern in Dresden stationieren wird.

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Axel Büssem

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