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MV aktuell Nach Skandalen an Unikliniken in MV: Jetzt soll Brodkorb aufräumen
Nachrichten MV aktuell Nach Skandalen an Unikliniken in MV: Jetzt soll Brodkorb aufräumen
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19:49 25.10.2019
Mathias Brodkorb, Ex-Bildungs- und -Finanzminister, soll als Sonderbeauftragte in den Unikliniken Rostock und Greifswald aufräumen. (Archivfoto) Quelle: Ove Arscholl
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Schwerin/Rostock

Paukenschlag in der Landespolitik: Mathias Brodkorb (SPD, 45), früherer Bildungs- und Finanzminister des Landes, soll nach den bekanntgewordenen Skandalen in den Universitätskliniken in Rostock und Greifswald für Ordnung sorgen. Brodkorb werde als Sonderbeauftragter des Bildungsministeriums und Aufsichtsratsvorsitzender der beiden Unimedizinen eingesetzt, erklärte Ministerin Bettina Martin (SPD) am Freitag.

Pikant: Dem Aufsichtsrat war in Rostock zuvor unter anderem Versagen bei der Kontrolle wegen drastischer Einsparungen bei Personal und Behandlungen vorgeworfen worden, damit die Unimedizin Rostock Gewinne erwirtschaftet.

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„Es gilt einen Spagat zwischen dem Wohl der Patienten, den Interessen der Beschäftigten und der Wirtschaftlichkeit zu schaffen“, so Martin. Brodkorb solle den Job hauptamtlich ausüben. Angelegt sei die Aufgabe für fünf Jahre.

Dafür, so kündigt Brodkorb an, lege er sein Mandat im Landtag nieder. Er werde auch 2021 nicht wieder für die SPD zur Landtagswahl antreten.

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Unimedizin in finanziellen Schwierigkeiten

Die beiden Unimedizinen stehen vor großen Herausforderungen, wie Ministerin Martin sagte. In Rostock stand nach Medienberichten im Sommer ein mögliches Defizit von 18 Millionen Euro im Raum. Ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin hatte damals erklärt, die Entwicklung der ersten Monate 2019 gebe Anlass zur Sorge. Allerdings könne in der Mitte des Geschäftsjahres noch keine Aussage über das Jahresergebnis getroffen werden.

Kommentar:
Zweifelhafter Befreiungsschlag

Zuvor hatte es an der Rostocker Unimedizin Millionengewinne unter dem Ärztlichen Vorstand Christian Schmidt gegeben, der jedoch Mitte 2018 nach Vorwürfen um zweifelhafte Geschäftspraktiken und Beraterverträge freigestellt wurde. Mitarbeiter hatten zugleich über erhöhten Druck geklagt. Ende Juli 2018 wurde Schmidt wieder in sein Amt eingesetzt, nachdem sich die Vorwürfe nicht konkretisieren ließen.

Ministerin: Wohl der Patienten im Mittelpunkt

Die Arbeit in den Aufsichtsräten solle professionalisiert werden, sagte Martin als Begründung dafür, dass Brodkorb hauptamtlich tätig werden soll. Es gehe auch darum, langfristige Strategien auszuarbeiten. Bisher hatte der Staatssekretär im Bildungsministerium die Aufgabe wahrgenommen. Nach Martins Worten gibt es in beiden Universitätsmedizinen große Probleme, die gelöst werden müssten. Im Mittelpunkt stehe das Wohl der Patienten. Dieses sei in Einklang zu bringen mit den Interessen der Beschäftigten und der Wirtschaftlichkeit.

Über die Besetzung des Vorsitzes der beiden Aufsichtsräte muss das Kabinett entscheiden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sei informiert, sagte Martin.

Dagmar Kaselitz steht auf SPD-Nachrückerliste

Als Nachrückerin für Brodkorb im Landtag steht Dagmar Kaselitz auf der Liste der SPD, wie ein Fraktionssprecher sagte. Ob sie annimmt, blieb zunächst offen. Kaselitz war bereits 2014 bis 2016 Abgeordnete. Als sie den Wiedereinzug bei der Landtagswahl 2016 verpasste, wurde sie Integrationsbeauftragte der Landesregierung.

Die Linke begrüßte die Entscheidung für Brodkorb. Die Fraktionschefin Simone Oldenburg sprach von einem Sumpf an der Universitätsmedizin Rostock. Es sei überfällig, dass die Ministerin dort Licht ins Dunkel bringen wolle, sagte die Abgeordnete: „An der Universitätsmedizin wurden höchstwahrscheinlich Unsummen versenkt - auf Kosten der Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - damit sich Teile der Geschäftsführung die Taschen füllen können.“

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Von OZ und dpa

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