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MV aktuell Nach Streik in Rostocker Mini-Firma: Betriebsrat soll gefeuert werden
Nachrichten MV aktuell Nach Streik in Rostocker Mini-Firma: Betriebsrat soll gefeuert werden
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07:26 09.11.2019
Streik bei Hedin Baustofflogistik Rostock im September – jetzt sollen die Mitarbeiter gefeuert werden. Quelle: Frank Pubantz
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Rostock

Ein Warnstreik landet vor Gericht: Mitte September legten Beschäftigte der Hedin Baustofflogistik GmbH, eine Mini-Firma mit fünf Leuten im Rostocker Seehafen, die Arbeit nieder – aus Protest gegen die aus ihrer Sicht untragbaren Arbeits- und Lohnbedingungen in der Baustoff-Branche in MV. Sie blockierten mit Mischer-Lkw über Stunden Werktore. Nun hat ihr Arbeitgeber reagiert: Die Männer, darunter Betriebsräte, sollen gefeuert werden.

Konzernchef spricht von „Streikexzess“ und „Straftaten“

Das Unternehmen und weitere auf dem Areal angesiedelte Firmen hätten durch den Streik enormen Schaden erlitten, erklärt Philipp Schmidt-Didlaukies, Chef von Neuland Beton in Hamburg, zu dem Hedin gehört. Fahrzeuge konnten das Gelände über Stunden nicht verlassen, große Mengen Beton nicht ausgeliefert werden. Folge: Ein Kunde habe nachträglich einen Auftrag storniert. Schmidt-Didlaukies spricht von einem „Streikexzess“ und „Straftaten“ der Hedin-Mitarbeiter, die man nicht hinnehmen wolle. „Wir stellen fest: Der Streik war nicht rechtmäßig.“

Gewerkschaft verteidigt „legitimen Streik

Das sieht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) anders. Edwin Lehmann, der zuständige Mitarbeiter, sprach im September vor Ort von einem „legitimen Streik“. Konzernchef Schmidt-Didlaukies bestreitet, dass die IG BAU überhaupt zuständig ist. Man sei der Auffassung, dass die Hedin Baustofflogistik „dem Güterkraftverkehrsgewerbe zuzurechnen ist“.

Hedin ist eine von diversen Firmen rund um Neuland Beton, Hamburg. Eine Mini-Firma mit fünf Leuten, alle Gewerkschafter, darunter drei Betriebsräte. Nachdem die damals gut 30 Beschäftigten 2018 einen Betriebsrat gründeten, habe die Unternehmensleitung die meisten in zwei andere Firmen geschoben, so Betriebsratschef Maik Reepschläger. Er sieht sich nun wie andere Kollegen mit einer geplanten Kündigung konfrontiert.

Ein erster Gerichtstermin zur gütlichen Einigung sei gescheitert. Reepschläger bleibt dabei: „Unser Streik war rechtmäßig.“ Anlass sei unter anderem die über Jahre schlechte Bezahlung gewesen. Im Schnitt hätten Hedin-Mitarbeiter im Vorjahr 23 500 Euro brutto erhalten. „Nur 52 Prozent des Lohns im Bundesdurchschnitt.“

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Von Frank Pubantz

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