Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Nach Terrorverdacht: Haftantrag für weiteren Mann aus MV
Nachrichten MV aktuell Nach Terrorverdacht: Haftantrag für weiteren Mann aus MV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:22 31.01.2019
Einsatzkräfte der Polizei haben am Mittwoch in Meldorf (Kreis Dithmarschen) in Schleswig-Holstein drei Männer aus dem Irak festgenommen, die einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben sollen. Quelle: Bodo Marks/dpa
Anzeige
Schwerin

Im Zuge der Terrorermittlungen gegen drei Iraker, die am Mittwoch in Schleswig-Holstein festgenommen wurden, hat die Staatsanwaltschaft Schwerin am Donnerstag beim Amtsgericht Haftantrag für einen weiteren Mann gestellt. Gegen den ebenfalls aus dem Irak stammenden und zuletzt in Ludwigslust lebenden Walid Khaled Y.Y. bestehe der Verdacht auf illegalen Drogenhandel in nicht geringer Menge und Verstoß gegen das Waffengesetz, teilte eine Behördensprecherin mit. Laut Bundesanwaltschaft steht der 34-Jährige in Verdacht, auf Vermittlung den beiden Hauptverdächtigen eine Pistole vom Typ Makarov angeboten zu haben, die bei einem geplanten Anschlag zum Einsatz kommen sollte.

Zur Übergabe der angebotenen Waffe kam es nach Angaben der Schweriner Staatsanwaltschaft bis zur Festnahme des Mannes am Mittwoch nicht, da bis dahin keine Einigung über den Kaufpreis erzielt worden sei. Bei der Durchsuchung der Wohnräume in Ludwigslust war nach Angaben der Sprecherin keine Schusswaffe gefunden worden. Wie sie weiter mitteilte, ist Walid Khaled Y.Y. den bisherigen Ermittlungen zufolge dringend verdächtig, im Dezember 2018 eine Kugel Kokain in der Größe eines Tennisballs erworben und die Hälfte davon bis Mitte Januar 2019 weiterverkauft zu haben. Das Ermittlungsverfahren läuft separat in Schwerin und ist nicht direkter Bestandteil der Terror-Ermittlungen der Bundesanwaltschaft.

Islamistisch motivierter Anschlag geplant

Zwei der drei wegen Terrorverdachts in Schleswig-Holstein festgenommenen Iraker waren noch am Mittwochabend in Untersuchungshaft gekommen. Den beiden 23-Jährigen, Shahin F. und Hersh F., wird vorgeworfen, in Deutschland einen islamistisch motivierten Anschlag geplant zu haben. Der 36 Jahre alte Rauf S., der bei den Anschlagsplanungen geholfen haben soll, sollte im Laufe des Donnerstags dem Untersuchungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt werden.

Rauf S. soll versucht haben, den beiden Männern eine Schusswaffe zu besorgen und dazu den Kontakt zu dem Landsmann in Ludwigslust hergestellt haben. Die Männer waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Spezialkräfte der Polizei hatten sie am Mittwochmorgen im Kreis Dithmarschen und in Ludwigslust festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht.

„Möglichst viele Menschen töten“

Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, berichtete, die Verdächtigen auch Schleswig-Holstein hatten den Ermittlungen zufolge die Absicht, „möglichst viele Menschen zu töten“. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hatten die Beschuldigten aber noch kein konkretes Anschlagsziel ausgewählt. Ihre Sprengversuche mit 250 Gramm Schwarzpulver aus Silvesterböllern waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden nicht sehr professionell. Ob sie in eine terroristische Vereinigung eingebunden sind, müssten die Ermittlungen klären.

Mehr zum Thema:

Terroristen wollen „Ungläubige töten“ – Durchsuchung auch in Ludwigslust

BKA-Chef: Terrorverdächtige Iraker waren anerkannte Flüchtlinge

Terrorverdacht: Zwei Iraker sitzen in U-Haft

Frank Pfaff