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MV aktuell Nach Tod von Lina: Landtag prüft Schwimmunterricht
Nachrichten MV aktuell Nach Tod von Lina: Landtag prüft Schwimmunterricht
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11:38 21.06.2019
Setzte sich durch: Auf Antrag von Matthias Manthei (Freie Wähler/BMV) wird der Landtag in Ausschüssen nun den Schwimmunterricht an Grundschulen kritisch beleuchten. Quelle: Cornelius Kettler
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Schwerin/Tessin

Der tragische Tod eines zehnjährigen Mädchens im Freibad von Tessin (Kreis Rostock) Anfang Juni hat ein Nachspiel im Landtag: Matthias Manthei (Freie Wähler/BMV) fordert erneut eine Absicherung flächendeckenden Schwimmunterrichts an Schulen im Land, verstärkte Ausbildung von Schwimmlehrern und finanzielle Unterstützung der Kommunen für mehr Schwimmhallen. Nötig sei ein Sofortprogramm „MV kann schwimmen“. Es sei erschreckend, dass fast 60 Prozent der Kinder in MV nach der Grundschule keine sicheren Schwimmer seien. Manthei: „Lassen sie uns alles Mögliche tun, um allen Kindern die Chance zu geben, sicher schwimmen zu lernen.“

Bildungsministerin: Kurse an 272 von 279 Grundschule

Bildungsministern Bettina Martin (SPD) wies Kritik teils zurück. Es gebe flächendeckend Schwimmunterricht an Schulen, sagte sie. Im Schuljahr 2016/17 sei dies an 272 von 279 staatlichen Grundschulen der Fall gewesen. Martin räumte ein, dass der Schwimmunterricht an der Tessiner Schule, an die das ertrunkene Mädchen ging, aus Lehrermangel verschoben wurde. Kommende Woche sollte dieser nachgeholt werden. Verantwortlich dafür, dass Kinder schwimmen lernen, seien aber vor allem die Eltern, so die Ministerin.

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Linke: Kinder sollten ab der 1. Klasse schwimmen lernen

Da widersprach Simone Oldenburg (Linke). Laut Rahmenlehrplan sollen Lehrer Kindern das Schwimmen beibringen. Folglich sei die Schule, damit das Land verantwortlich. „Elternverantwortung kommt oben drauf“ so Oldenburg. Sie wundert sich, dass es zu Schwimmunterricht an Schulen keine aktuelleren Zahlen gibt. Forderung der Linken: Kinder sollten früher, bereits in der 1. Klasse, schwimmen lernen. Manthei, selbst Ausbilder von Rettungsschwimmern, unterstellt: Es gebe offenbar keine klaren Regeln zu Anforderungen des Schwimmunterrichts landesweit.

Der Landtag will sich jetzt intensiver mit dem Thema befassen, mit früheren Anträgen war Matthias Manthei gescheitert. Ministerin Martin verwies darauf, dass ihr Haus eine Broschüre mit „Max und Vivi“ herausgegeben habe, in der Schwimmregeln kindgerecht erklärt werden. Das reicht Manthei nicht: „Mit zwei Comik-Figuren lernt keiner schwimmen.“

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Frank Pubantz