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MV aktuell Nach Unstimmigkeiten: Chef des Airports Rostock-Laage fliegt raus
Nachrichten MV aktuell Nach Unstimmigkeiten: Chef des Airports Rostock-Laage fliegt raus
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02:28 02.05.2014
Carsten Herget. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Der Flughafen Rostock-Laage braucht wieder einen neuen Chef. Die Gesellschafter haben den bisherigen Geschäftsführer, Carsten Herget, gefeuert. Der Vertrag sei mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Gründe seien „unterschiedliche Auffassungen zur Führung eines öffentlichen Unternehmens“, erklärt Jochen Bruhn, Kopf der Gesellschafterversammlung und Chef der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV). Ein Punkt dabei dürfte die Bruchlandung des vollmundig angekündigten Flugunternehmens Rostock Airways gewesen sein. Herget hat eigentlich einen noch neun Monate geltenden Vertrag. Eine Abfindung scheint ihm sicher.

Es habe Meinungsverschiedenheiten gegeben, erklärt Bruhn. Daher hätten sich die Gesellschafter — die Hansestadt Rostock über die RVV, der Landkreis Rostock und die Stadt Laage — zur Beendigung des Vertrages entschieden. Schwerpunkt sei künftig die „Ausfinanzierung des Unternehmens“.

Herget war nur anderthalb Jahre Chef des finanziell angeschlagenen Flughafens. Er agierte glücklos. Die Ansiedlung des Flugunternehmens Rostock Airways, einst als Rettungsanker für den Airport bezeichnet, musste er vor wenigen Tagen absagen. „Rostock Airways war dabei schon ein Thema“, erklärt Bruhn. Das Scheitern der Idee einer eigenen Fluggesellschaft auf dem kleinen Regionalflughafen — Hergets Idee — sei vorhersehbar gewesen. Das Unternehmen sollte bereits vor einem Jahr abheben, der Start wurde immer wieder verschoben. Zuletzt stellte die vertraglich gebundene Gesellschaft Air Alps den Betrieb ein — „wegen ausstehender Zahlungen“. Andere Gesellschaften, die Herget für Rostock-Laage ankündigte, gingen pleite. „Für die Pleiten kann er aber nichts“, so Bruhn. Zur Abwicklung von Hergets Vertrag sei „Stillschweigen vereinbart“ worden. Herget war zu einem Gespräch nicht zu erreichen.

Nun Neustart in Laage: Mit Beginn der Tourismussaison hat der größte Flughafen in Mecklenburg-Vorpommern wieder keinen Chef. Interimsgeschäftsführer werde zwar Steffen Knispel sein. „Das ist jedoch keine Dauerlösung“, so Bruhn. Knispel ist Teamleiter bei der RVV, bereitete zuletzt die Rekommunalisierung der Trinkwasserversorgung in der Hansestadt mit vor. Es werde eine Neuausschreibung für den Chefposten geben. Um Geld zu sparen, „werden wir keinen Headhunter einsetzen“, erklärt Bruhn. Mit dem Sachverstand aus Gesellschaftern und Aufsichtsrat solle ein Nachfolger für Herget gefunden werden. Das war schon vor zwei Jahren nicht leicht, als Hergets Vorgängerin, Anna Maria Muller, kündigte. Es dauerte viele Monate, bis Ersatz da war. Muller, damals zum neuen Flughafen Kassel-Calden gewechselt, ist übrigens auch schon wieder entlassen. Für Rostock-Laage sei sie derzeit aber keine Option, ist zu hören.

Rostock-Laage ist seit vielen Jahren ein Zuschussgeschäft für die Gesellschafter. Im Jahr 2013 hat der Flughafen ein Minus von 2,6 Millionen Euro eingefahren. Die Fluggastzahlen sanken auf 177000 im Jahr. Positive Anzeichen gebe es, seit die Landesregierung mit Jahresbeginn intensiver in die Entwicklung eingebunden ist. Schwerin sicherte mit einem Sonderzuschuss die Existenz des Airports, der sonst Insolvenz hätte anmelden müssen. Dafür will die Landesregierung im Aufsichtsrat mitreden. Offenbar geriet Herget auch hier in die Kritik, da er wiederholt um mehr Geld aus der Politik bat.

Bruhn hält sich dazu bedeckt. Nur so viel: „Wir müssen mit dem Geld auskommen, das da ist.“

Um den Airport wieder auf Kurs zu bringen, müsste es grundsätzliche Veränderungen im Fluggeschäft geben. Bruhn kritisiert die Dumpingpreise, mit denen Airlines Kunden locken. Das wirke sich auf die Flughäfen aus. „Wenn bei 180000 Passagieren im Jahr jeder zehn Euro mehr bezahlt“, erklärt der RVV-Chef, „dann wäre das Defizit fast weg“.

Im Vorjahr hohe Verluste eingeflogen
2,6 Millionen Euro Verlust hat der Flughafen Laage laut Verkehrsministerium 2013 verbucht. Die Verluste müssen durch die Gesellschafter des Airports — Hansestadt Rostock, Landkreis Rostock und Stadt Laage — sowie das Land ausgeglichen werden. MV zahlt künftig einen Betriebskostenzuschuss von jährlich einer Million Euro.



Frank Pubantz

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