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MV aktuell Nach dem Absturz auf Rügen: Amt verschärft Kontrollen
Nachrichten MV aktuell Nach dem Absturz auf Rügen: Amt verschärft Kontrollen
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01:24 01.04.2015
Die Feuerwehrleute riskieren teilweise ihr eigenes Leben, um leichtsinnige oder unbelehrbare Wanderer zu retten. Die am Montag abgestürzte Urlauberin hatte nach eigenen Angaben aus Versehen den sicheren Pfad verlassen. Quelle: Feuerwehr Göhren
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Göhren

Nach dem Sturz einer 54-jährigen Urlauberin aus Bremen vom Rügener Hochufer verschärfen die Behörden jetzt die Kontrollen der Wege. Das beschloss das Amt Mönchgut-Granitz im Südosten der Insel gestern. Gefährdete Uferbereiche sollen in dieser Woche noch einmal verstärkt überprüft werden. Die Frau hatte am Montag nahe Göhren nach eigenen Angaben einen ausgewaschenen Bereich am Hochufer mit einem regulären Pfad verwechselt und war daraufhin 25 Meter in die Tiefe gerutscht. Eine Stunde lang konnte sie sich in der Steilwand an einem Busch festhalten, um nicht noch tiefer zu fallen, bis sie endlich von der Feuerwehr gerettet wurde. Gestern war die Touristin bereits wieder auf den Beinen.

Ob die Gerettete für diesen Einsatz zur Kasse gebeten wird, ist noch unklar. Bei grober Fahrlässigkeit sei das laut Brandschutzgesetz unter bestimmten Voraussetzungen möglich, sagte die Verwaltungsleiterin des Amtes, Andrea Triebke. Andererseits sei das „Befreien aus einer lebensbedrohlichen Lage“ prinzipiell kostenlos für den Verunglückten. „Eine Entscheidung dazu haben wir noch nicht getroffen. Der endgültige Bericht der Feuerwehr steht noch aus“, sagte die Amts-Chefin.

Angesichts des Vorfalls warnte Umweltminister Till Backhaus (SPD) gestern auch erneut vor Küstenabbrüchen im Land: „Die Erosion ist der Baumeister der eindrucksvollen Kliffe und Steilküsten Mecklenburg-Vorpommerns, die damit von besonderem Reiz sind. Doch darf man sich und andere gerade bei den jetzigen Wetterverhältnissen nicht in Gefahr bringen.“ Der Minister appelliert an die Besucher: „Bitte bleiben Sie auf den Wegen, beachten Sie die Warnschilder und gehen Sie keine unnötigen Risiken ein.“ Ob und wann etwas abbricht, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. „Doch in Verbindung mit viel Niederschlag und unter Auswertung früherer Ereignisse ist die Wahrscheinlichkeit von Abbrüchen derzeit natürlich höher“, betonte Backhaus.

Das bestätigt Martin Gehrke von der Nationalparkverwaltung Jasmund: „Kleinere Abbrüche gibt es immer wieder, das ist zu dieser Jahreszeit ganz normal.“

Anfang Februar habe es im Nationalpark den bislang einzigen Abbruch dieses Jahres gegeben, der aber ohne Folgen blieb. Der für die kommenden Tage erwartete Regen sowie starke Brandung erhöhten die Gefahr. „Derzeit sind kaum Besucher unterwegs, aber das wird sich Ostern ändern“, sagte Gehrke. Daher überlege die Verwaltung, zusätzliche Schilder anzubringen. „Aber die Erfahrung zeigt, dass sie nicht so wahrgenommen werden wie von uns erhofft“, sagte Gehrke. „Vielen ist das Risiko nicht bewusst.“



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