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MV aktuell Nach dem Dauerregen droht eine Gülleflut
Nachrichten MV aktuell Nach dem Dauerregen droht eine Gülleflut
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00:00 09.01.2018
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Rostock

Nach dem Dauerregen der vergangenen Monate droht dem Nordosten nun eine Gülleflut. Die Silos der Landwirte sind bis an die Ränder gefüllt, Lagerstätten werden knapp. Auslöser ist das regenreiche Jahr 2017: „Die Landwirte konnten auf den durchnässten Böden ihre Geräte zum Ausbringen des Düngers nicht einsetzen“, erklärt Frank Schiffner vom Landesbauernverband. Die neue Düngeverordnung verschärft das Problem, weil sie den Beginn der Sperrzeit, in der Felder frei von Gülle bleiben müssen, von November auf Oktober vorverlegte.

„Ich habe mit wachsender Sorge registriert, dass die Kapazitäten zur Lagerung flüssiger Wirtschaftsdünger in einzelnen Betrieben ausgereizt sind“, sagt Landeslandwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Um den drohenden Notstand abzuwenden, machte Backhaus (SPD) vor einigen Tagen den Weg frei für Gülle-Notlager. Tierausscheidungen und Gärreste aus Biogasanlagen dürfen nun bis zu sechs Monate unter anderem in vorbereiteten Erdgruben aufbewahrt werden. Landesweit liegen bereits fünf Anträge für ein Großlager vor.

Unterdessen saufen die Felder im Nordosten weiter ab. „Wir kriegen das Wasser nicht mehr weg“, sagt Geschäftsführer Toralf Tiedke vom Landesbodenverband. Der Boden kann das Nass nicht ableiten, sämtliche Drainagen und Gräben sind voll. „Die Landwirte sind an der Situation nicht ganz unschuldig“, meint Tiedke. Auf den Feldern werde immer schwereres Gerät eingesetzt. Das verdichte den Boden und erschwere das Versickern zusätzlich. Unternehmen gegen den Matsch lasse sich kaum etwas. „Eigentlich können wir nur warten“, sagt der Verbands-Geschäftsführer.

Laut Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war das vergangene Jahr das regenreichste in MV seit 2007. Insgesamt 802 Liter fielen je Quadratmeter, das waren 55 Prozent mehr als im Jahr davor.

Der Oktober war mit einer Niederschlagsmenge von 112 Litern der feuchteste seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Fatal: Besonders viel regnete es gegen Jahresende. Pflanzen wachsen dann kaum noch und brauchen nur wenig Wasser, zudem lässt die schwache Sonne wenig verdunsten.

Frank Schiffner vom Bauernverband rechnet mit Ernteausfällen von 10 bis 15 Prozent bei Raps und Winterweizen. Viele Äcker sind derart nass, dass die Landwirte sie nicht mit Traktoren befahren können.

Erstmals bleiben deshalb im Nordosten Rüben auf den Feldern stehen, statt geerntet zu werden, landesweit sind 60 Hektar betroffen (die OZ berichtete).

An den Flüssen in MV bleibt bisher alles im Rahmen – anders als an Rhein und Mosel. Die Elbe erreichte in Boizenburg zwar gestern einen Pegel von 3,35 Metern. „Wir gehen aber davon aus, dass er bald wieder sinkt“, sagte eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Lauenburg. Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt seien nicht zu erwarten. Seite 5, Lokales

Gerald Kleine Wördemann

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