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MV aktuell Nach dem Schnee-Chaos: Jetzt kommt das Schmelzwasser
Nachrichten MV aktuell Nach dem Schnee-Chaos: Jetzt kommt das Schmelzwasser
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00:00 03.04.2018
In Dierhagen (Vorpommern-Rügen) räumte die Feuerwehr Äste von der Straße, die unter der Last des Schnees abgebrochen waren. Quelle: Foto: Schmidt/dpa
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Rostock

Schneerekord statt lauer Frühlingsluft. Das Osterfest hat für Einwohner und Feiertagsgäste in Mecklenburg-Vorpommern für Erlebnisse der besonderen Art gesorgt.

Osterspaziergänge führten durch tief verschneite Landschaften – oder fielen aus. So viel Schnee wie an diesem Wochenende gab es im Nordosten an einem Apriltag schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Den Meteorologen Stefan Kreibohm vom Wetterstudio Hiddensee der Cumulus Media GmbH hat das Osterwetter nicht überrascht. „Wir haben es anhand der Wetterkarten exakt so vorhergesagt“, meint der Wetterspezialist. Am schlimmsten erwischt hätten die Schneefälle einen Streifen etwa von Rerik im Kreis Rostock, über die Kühlung bis hin ins nördliche Vorpommern. Die weiße Pracht soll in den nächsten Tagen zwar wegtauen, aufgrund der niedrigen nächtlichen Temperaturen könnte das nach Einschätzung des Hiddenseer Wettermannes aber noch bis Mittwochabend andauern.

Und dann ist der Frühling schon mit Macht da. Kreibohms Prognose: Am Mittwoch kann das Thermometer schon mal 20 Grad anzeigen, allerdings wohl nur in der Region zwischen Neustrelitz und Ückermünde. An der Küste sind 16 Grad möglich. Nach einer kurzen Atempause dreht der Frühling dann am Wochenende mit viel Sonne und Wärme richtig auf. Schneefall sei zwar bis Ende April immer möglich, aber in diesem Jahr weniger wahrscheinlich, meint Kreibohm.

Mit dem einsetzenden Tauwetter steigt allerdings auch die Gefahr von Überschwemmungen. Die Pegel der Gewässer steigen in manchen Gegenden bereits. In Medow bei Anklam (Kreis Vorpommern-Greifswald) schmolz der Schnee gestern so schnell, dass einen halben Meter hoch Wasser auf den Feldern stand, wie Kreissprecher Achim Froitzheim der OZ sagte. Die Keller einiger Wohnhäuser drohten vollzulaufen.

Die Freiwillige Feuerwehr des Ortes konnte mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) aber Schlimmeres verhindern. Stundenlang wurde Wasser abgepumpt: „6000 Liter pro Minute“, wie der Greifswalder THW-Fachberater Alexander Stelter sagte. Er rechnet in den nächsten Tagen mit weiteren Einsätzen. „Aber Schmelzwasserlagen sind wir gewohnt.“

Ungewohnt war der heftige Schneefall unterdessen für die Oster-Urlauber. Knapp 200000 Gäste kamen über die Feiertage ins Land, bilanzierte gestern Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes. Das waren etwas weniger als 2017. „Ostern ist ja kein Fest des Wetters“, meinte der Touristiker. „Diejenigen, die kommen wollten, die kamen auch.“

Bei der Anreise am Gründonnerstag auf der Autobahn 20 kam es allerdings zu Staus am Krater bei Tribsees. Auch gestern brauchten Autofahrer bei der Abreise von den Inseln und auf der A 20 noch mal Geduld. Allerdings gab es weniger Staus als befürchtet. Und viele Gäste hätten hier eine schöne Zeit gehabt. „Die meisten Urlauber haben sich robust und anpassungsfähig gezeigt und das besondere Erlebnis genutzt“, meinte Woitendorf. Die Rügener Bäder waren bis zu 90 Prozent ausgelastet, anderenorts blieben die Buchungsstände hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurück. Der Wintereinbruch schreckte allerdings erhoffte Spontanurlauber und Tagestouristen ab. Alles in allem habe das Osterfest aber den Erwartungen entsprochen, meinte Woitendorf.

Holger Grohe und Thomas Pult

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