Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Natur pur von der Müritz bis nach Rügen: So schön sind Mecklenburg-Vorpommerns Nationalparks
Nachrichten MV aktuell

Natur pur von der Müritz bis nach Rügen: So schön sind Mecklenburg-Vorpommerns Nationalparks

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:31 02.02.2020
Die charakteristische Kreideküste ist neben den Buchenwäldern das Markenzeichen des Nationalparks Jasmund. Quelle: Archiv
Anzeige
Rügen

Sie sind echte Naturschönheiten und jeder, der sie erblickt, verfällt ihren Reizen: Mecklenburg-Vorpommerns Nationalparks. Kein anderes deutsches Bundesland hat so viele solcher Schutzgebiete. Seit 1990 stehen diese drei Schatzkammern unter Schutz – Grund genug, sie anlässlich ihres 30. Geburtstag zu feiern.

Er ist der junge Wilde am Meer: der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. In ihm wechseln sich stille Lagunen mit sturmumtosten Ostseestränden ab. Das Schutzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 786 Hektar und reicht von der Halbinsel Darß-Zingst über die Insel Hiddensee bis zur Westküste Rügens. Aktive Kliffs und naturnahe Wälder haben nicht nur Künstler inspiriert, sie bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.

Besonders Vögel fliegen auf dieses schöne Fleckchen Erde: Austernfischer, Uferschwalben, Singschwäne, Seeadler und Graugänse lassen sich hier genauso gern blicken wie abertausend Kraniche, die jedes Jahr auf dem Weg in ihre Winterquartiere an den Boddengewässern rasten. Gernot Haffner, Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern, weiß, was den Nationalpark unvergleichlich macht. „Einzigartig und schützenswert ist die freie Küstendynamik und alle an diese im stetigen Wandel befindlichen Lebensräume angepassten Arten.“

Fotostrecke: Dünen, Wasser und Wälder – der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Dünen, Wasser und Wälder: So schön ist der Nationalpark Vorpommernsche Boddenlandschaft

Nationalpark Boddenlandschaft wird 30 Jahre alt

Grüne Buchenwälder, weiße Kreidekliffs und blaues Meer: Der Nationalpark Jasmund im Nordosten der Insel Rügen besticht durch sehenswerte Kontraste. Was einst Romantikmaler Caspar David Friedrich verzückte, zieht heute Millionen Naturliebhaber an. Bekanntester Hingucker ist der Königsstuhl, doch ringsum gibt es weit mehr zu sehen: knorrige Buchen, die bis in den Himmel ragen, geheimnisvolle Moore, Quellen, Bäche und – allgegenwärtig – unberührte Natur. Das wissen auch Tiere und Pflanzen zu schätzen.

Eisvögel, Mehlschwalben, seltene Nachtfalter wie die Kreideeule, die Orchidee Frauenschuh zum Beispiel. Mit 3003 Hektar ist der Nationalpark Jasmunds zwar flächenmäßig Deutschlands kleinster, doch was den Artenreichtum angeht, zählt er zu den wohl größten Schatzkammern der Republik.

Fotostrecke: Kreidefelsen und mehr – der Nationalpark Jasmund auf Rügen

Seen, Felder, tolle Wälder: So schön ist der Müritz-Nationalpark

Interview: Sechs Fragen an Michael Succow – den Vater des Nationalparkprogramms

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche. Zum Vorschein kommt, was wir heute als Müritz-Nationalpark kennen. Er hat der Eiszeit eine beeindruckende Vielfalt zu verdanken: Auf 32 000 Hektar wechseln sich idyllische Seen (insgesamt 107!) und riesige Kiefernwaldflächen ab. Dazwischen liegen kleine Moore, Wiesen und Weiden. Die Natur kann sich hören und sehen lassen, denn der König der Wälder gibt sich die Ehre: Das Röhren des Rothirsches lässt Artgenossen wie Wanderer aufhorchen. Bekannt ist der Nationalpark für seinen Vogelreichtum: Kranich, Seeadler und Rohrdommel sind hier heimisch.

„30 Jahre Naturentwicklung bedeutet auch 30 Jahre den Mut zu haben, sich als Mensch nicht einzumischen. Grundwasserspiegel anheben, Moore renaturieren, die Waldentwicklung sich selbst überlassen – der Nationalpark ist ein mutiges Großprojekt zum Erhalt der Artenvielfalt in einer Wildnis. Und dieses Mosaik aus Mooren, Seen, uralten und ganz jungen Wäldern ist im Müritz-Nationalpark für unsere Besucher erlebbar“, schwärmt Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes Müritz, und lädt ein: „Lassen Sie sich von der Kraft der Natur verzaubern.“

Fotostrecke: Seen, Felder, tolle Wälder – der Müritz-Nationalpark

Kreidefelsen und mehr: So schön ist der Nationalpark Jasmund auf Rügen

Schönes und Seltenes unter Schutz

Am 12. September 1990 wird in der letzten Sitzung des Ministerrates der DDR Naturschutzgeschichte geschrieben: Er beschließt die Bildung von sechs Biosphärenreservaten sowie fünf Nationalparken, drei davon in Mecklenburg-Vorpommern. Das oberste Ziel: die Natur weitestgehend sich selbst überlassen.

Heute gibt es zwischen Ostseeküste und Alpen 16 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 1 047 859 Hektar, 215 000 Hektar davon terrestrische Fläche.

Lesen Sie auch: Vater der NationalparksWas Naturschutz­pionier Michael Succow von Fridays for Future hält

Neben den drei Nationalparks hat Mecklenburg-Vorpommern zehn weitere Naturschönheiten zu bieten – die Biosphärenreservate und Naturparks.

Die Schutzgebiete als Steckbrief

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern

gegründet: 1997

Größe: 46 100 Hektar

Lage: Südwesten von MV, zwischen Boizenburg und Dömitz

zeichnet sich aus durch: weite Auen, Auenwälder, Feuchtgrünland und Binnendünen

besondere Tiere: Weißstorch, Biber, Singschwan, Blässgänse, Bach- und Flussneunauge, Ameisenlöwe

Biosphärenreservat Schaalsee

gegründet: 2000

Größe: 31 000 Hektar

Lage: an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein

zeichnet sich aus durch: Moore und Seen, Felder, Weideland und Feuchtwiesen, naturnahe Buchenwälder

besondere Tiere: Kranich, Rohrdommel, Gänsesäger, Fischotter, Abendsegler, Zwergfledermaus, Dickkopffalter, Teichmolch, Rotbauchunke, Glanzkäfer

Biosphärenreservat Südost-Rügen

gegründet: 1990

Größe: 22 800 Hektar

Lage: Südosten der Insel Rügen

zeichnet sich aus durch: Kliffs, Strandwälle, Dünen, Moore, Buchenwälder, Salzweiden Trockenrasen und Äcker

besondere Tiere: Hering, Dorsch, Hornhecht, Flunder, Heidelerche, Uferschwalben, Pelz- und Kegelbiene, Grau- und Saatgänse, Rotmilan

Naturpark Am Stettiner Haff

gegründet: 2004

Größe: 573 Hektar

Lage: Nordosten von MV, an der Grenze zu Polen

zeichnet sich aus durch: weite Waldkomplexe der Ueckermünder Heide, naturbelassene Haffküste, Haffwiesen, Uecker- und Randow-Niederungen, Binnendünen und Brohmer Berge

besondere Tiere: Fischotter, Wassermarder, Seeadler, Wiedehopf, Schwarzstorch

Naturpark Feldberger Seenlandschaft

gegründet: 1997

Größe: 347 Hektar

Lage: zwischen Neustrelitz und Woldeck

zeichnet sich aus durch: Klarwasserseen, Kesselmoore, die „Heiligen Hallen“ – Buchen, die nahe Feldberg mehr als 50 Meter in die Höhe ragen

besondere Tiere: Fischotter, See-, Fisch- und Schreiadler, seltene Libellen

Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See

gegründet: 1997

Größe: 616 Hektar

Lage: zwischen Güstrow, Demmin und Waren/Müritz

zeichnet sich aus durch: Hügellandschaft mit bis zu 100 Meter Höhenunterschieden, die Peene und ihre Zuflüsse sowie Torfstiche, Talmoore, Bäche und Sölle bilden ein dichtes Netz von Feuchtgebieten

besondere Tiere: Saat- und Blessgänse, Kraniche, Schreiadler

Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

gegründet: 1994

Größe: 355 Hektar

Lage: zwischen Goldberg, Krakow am See, Malchow und Waren/Müritz

zeichnet sich aus durch: 60 Seen, ausgedehnte Flächensander, Moore, Quellgebiet von Mildenitz und Nebel

Besondere Tiere: Seeadler, Wanderfalken

Naturpark Sternberger Seenland

gegründet: 2004

Größe: 504 Hektar

Lage: Mecklenburgische Seenplatte, östlich des Schweriner Sees

zeichnet sich aus durch: bewaldete Sanderflächen, Urstromtäler, Schmelzwasserseen, Endmoränen

besondere Tiere: Gebirgsstelze, Eisvogel, Adler

Naturpark Flusslandschaft Peenetal

gegründet: 2011

Größe: 334 Hektar

Lage: entlang der Peene zwischen den Städten Dargun, Demmin, Loitz, Jarmen, Gützkow und Anklam

zeichnet sich aus durch: Peenetal mit Mooren, Buchenwäldern, Schilfgürteln und Feuchtwiesen

besondere Tiere: Biber, Fischotter, Wanderfischarten wie Lachs und Flussneunauge, Schreiadler, Tüpfelsumpfhuhn

Naturpark Insel Usedom

gegründet: 1999

Größe: 590 Hektar

Lage: die gesamte Insel Usedom

zeichnet sich aus durch: lange Ostseestrände, Steilufer und ein Achterland mit Mosaik aus Wäldern, Feldern und Wiesen, Moore, Salzwiesen, Strandwall- und Dünenlandschaften

besondere Tiere: Lach-, Silber- und Sturmmöwen, Höckerschwan, Klappergrasmücke

Mehr zum Thema:

Von Antje Bernstein

Als 1990 die letzte DDR-Volkskammer das Nationalparkprogramm beschloss, war das maßgeblich sein Verdienst. Wie Succow 30 Jahre später die Entwicklung des Naturschutzes sieht und wie er das Umweltbewusstsein der Jugend bewertet.

02.02.2020

Autounfall auf der A24 in Höhe Bobzin (Kreis Ludwigslust-Parchim): Eine 61 Jahre alte Frau ist dabei schwer verletzt worden. Mit mehr als 1,5 Promille ist ein 41-Jähriger am Sonntagmorgen von hinten auf den Wagen der Frau aufgefahren.

02.02.2020

Großer Schutzengel: Eine 35-jährige Frau kam am Sonnabend in Bartenshagen (Landkreis Rostock) bei regennasser Fahrbahn in einer Kurve von der Fahrbahn ab. Ihr Auto überschlug sich. Sie jedoch blieb wie durch ein Wunder unverletzt und konnte sich eigenständig aus dem Wagen befreien.

02.02.2020