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MV aktuell Die dritte Windpark-Welle rollt an
Nachrichten MV aktuell Die dritte Windpark-Welle rollt an
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19:05 14.03.2019
Seeadler auf Rügen: Tierschutz bremst Windparkpläne. Quelle: Privat
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Gingst/Rostock

MV entstehen in den kommenden Jahren viele neue Windparks. Nach 1999 und 2011 läuft zurzeit die dritte Welle Raumordordnungsverfahren für die Ausweisung weiterer Eignungsgebiete für die riesigen, weißen Propeller. Unzählige Bürgerinitiativen haben sich gegen die Pläne gegründet. In Gingst auf Rügen verbuchten Windkraftgegner einen Erfolg: Wie es aussieht, ist ein geplantes Eignungsgebiet vom Tisch, weil in der Nähe ein Horst gefunden wurden, der von Seeadlern bewohnt wird.

In den Planungsgebieten Vorpommern, Rostock und Westmecklenburg müssen sich die Behörden mit Hunderten Stellungnahmen auseinandersetzen. Solche hohen Zahlen seien normal, heißt es. In der Region Rostock läuft bereits das drittes Beteiligungsverfahren. 500 Stellungnahmen gingen ein. Bleiben weitere Verzögerungen aus, könnten die neuen Eignungsgebiete Mitte 2020 beschlossen sein, sagt ein Sprecher des Planungsverbandes Rostock.

Moderater Zuwachs in der Region Rostock

In dem Gebiet, zu dem auch der Landkreis Rostock gehört, solle fünf neue Windenergiegebiete genehmigt werden – Wokrent, Recknitz, Appelhagen, Dummerstorf und Schlage. 24 gibt es bereits, etwa eine Handvoll verliert die Anerkennung, weil sie die aktuellen Abstandsauflagen nicht mehr erfüllen.: Auf ihnen dürfen keine neuen und keine größeren Windräder errichtet werden. Ohne dieses Repowering werden die Anlage nach Ablauf der festen Einspeisevergütung nach 20 Jahren unrentabel.

Die Gesamt-Windkraftfläche im Planungsgebiet Rostock steigt um 500 auf 2700 Hektar. „Damit erreichen wir gerade einmal 0,7 Prozent der Gesamtfläche“, sagt der Sprecher. Das ist vergleichsweise wenig. Die Windenergie-Branche hatte deutlich mehr Gebiete gefordert. In Brandenburg beträgt die Quote zwei Prozent. Auf einigen der neuen Eignungsgebiete drehen sich schon Anlagen, obwohl das Verfahren noch läuft. Die Industrie testet hier mit Ausnahmegenehmigungen Prototypen, um die für die Vermarktung nötigen Zulassungen zu bekommen.

Tausende Stellungnahmen in Vorpommern

2100 Stellungnahmen gingen beim Planungsverband Greifswald ein, wo die öffentliche Beteiligung bis Ende Januar lief. Voraussichtlich ein halbes Jahr werde die Bearbeitung dauern, sagt Roland Wenk, Leiter des Amts für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern. Hier steigt der Flächen-Anteil der Windenergie auf rund 0,8 Prozent. Im Planungsverband Westmecklenburg ist größerer Zuwachs bei den Flächen vorgesehen, und zwar von 3700 auf 6000 Hektar. Wann hier das Verfahren abgeschlossen sein wird, „kann noch niemand sagen“, erklärt Karl Schmude, Leiter des Amts für Raumplanung in Schwerin.

Konflikte zwischen Windrädern und Vogelschutz gibt es in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder. In Nordwestmecklenburg wehrt sich die Gemeinde Damshagen gegen ein Eignungsgebiet – und schöpfte Anfang des Monat neue Hoffnung, weil Seeadler im fraglichen Gebiet gesichtet wurden. Im Raum Anklam zerstörten 2017 Unbekannte mehrere Greifvogelhorste. Tierschützer vermuteten einen Zusammenhang zu geplanten Windparks, denen die geschützte Vögel in die Quere hätten kommen können. Der Windenergieverband wies Spekulationen zurück, hier könnten Investoren ihre Finger im Spiel gehabt, um sich freie Bahn zu verschaffen. Auch wenn der Horst zerstört ist, wirke der Schutzstatus noch Jahre nach. Das sei in der Branche bekannt.

Klimaschutz gegen Naturschutz

„Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Windräder“, sagt Siegbert Geitz von der Rügener Bürgerinitiative „Fein ohne Windgiganten“. Erneuerbare Energien seien wichtig, um den Klimawandel zu stoppen. 200 Meter hohe Windräder wolle hier aber niemand vor der Haustür haben, die idyllische Gegend sei dafür ungeeignet.

Gerald Kleine Wördemann

Die rund 1900 Beschäftigten in der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie Mecklenburg-Vorpommerns bekommen 4,2 Prozent mehr Lohn. Darauf haben sich am Donnerstag die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Arbeitgeber in Spornitz bei Parchim geeinigt.

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