Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Neue Kernkraftwerke in Polen: Bund lässt MV hängen
Nachrichten MV aktuell

Neue Kernkraftwerke in Polen: Bund lässt MV hängen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:58 31.01.2020
Die Kernkraftwerke sind Bestandteil der polnischen Energiestrategie 2040, womit das Nachbarland seinen Kohlendioxidausstoß senken und bei der Energiegewinnung weniger abhängig von der Kohle werden will. Hier steigt Dampf aus den Kühltürmen des Atomkraftwerks Doel in Belgien. (Symbolbild) Quelle: Oliver Berg/dpa
Anzeige
Rostock

Trotz der Pläne Polens, bis zum Jahr 2043 insgesamt sechs neue Atomkraftwerke zu errichten, tappt die Bundesregierung bei der Bewertung der Auswirkungen des Vorhabens auf Deutschland weitgehend im Dunkeln. Die Kernkraftwerke sind Bestandteil der polnischen Energiestrategie 2040, womit das Nachbarland seinen Kohlendioxidausstoß senken und bei der Energiegewinnung weniger abhängig von der Kohle werden will.

Wie aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl hervorgeht, hat die Bundesregierung in Warschau bisher aber keine sogenannte strategische Umweltprüfung beantragt, um abschätzen zu können, welche Auswirkungen die Atomkraftwerke auf Deutschland haben könnten. In einem Notfall dürfte besonders der Landkreis Vorpommern-Greifswald betroffen sein. Zwei der sechs geplanten Nuklearanlagen sollen rund 150 Kilometer von der Grenze zu MV entfernt entstehen und ab 2033 ans Netz gehen.

In MV sorgt das Thema weiter für Unbehagen

Bei einer ersten Umweltprüfung im Jahr 2011 hatte der Bund noch eine Beteiligung eingefordert. Das Verfahren ist später aber unterbrochen worden. Österreich hat anschließend eine erneute Verträglichkeitsprüfung gefordert, so dass die Entwürfe für die neuen Kraftwerke derzeit in Wien noch bis Ende Februar von jedermann eingesehen werden können. „Die Bundesregierung prüft derzeit, ob erneut eine grenzüberschreitende strategische Umweltprüfung durchgeführt werden sollte“, sagte Anna Sophie Eichler, eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

In MV sorgt das Thema weiter für Unbehagen: „Ich sehe die Pläne nach wie vor sehr kritisch. Es ist besser, auf erneuerbare Energien zu setzen, anstatt neue Atomkraftwerke zu bauen. Das wäre ein gutes Feld für eine verstärkte deutsch-polnische Zusammenarbeit“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gegenüber der OZ. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte, dass die Landesregierung stets an Polen appelliert habe, „auf die Pläne zur Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung im Interesse der Bevölkerung und der Umwelt zu verzichten. An dieser Bewertung hat sich nichts geändert.“

Grünen-Politikerin Kotting-Uhl: „Auf ein paar neue AKW an der ostdeutschen Grenze kommt es für die Bundesregierung scheinbar nicht mehr an.“

Lesen Sie auch:

Von Benjamin Fischer

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit natürlicher Tod“: Der Tod eines Türstehers Dag S. aus Deutschland, der im Mai auf der polnischen Seite der Insel Usedom gefunden wurde, wird keine strafrechtlichen Folgen haben.

31.01.2020

Geldautomaten sind im Jahr 2019 in Mecklenburg-Vorpommern deutlich seltener angegriffen worden. In je einem Fall wurde ein Automat gesprengt oder auf mechanische Weise aufgehebelt, wie das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage mitteilte.

31.01.2020

Bei einem Brand in einem holzverarbeitenden Betrieb in Ueckermünde ist am Freitag nach ersten Schätzungen ein Millionenschaden entstanden. Insgesamt wurden zwei Hallen zerstört, in denen unter anderem Bearbeitungsmaschinen und auch Boote im Winterlager eingelagert standen.

31.01.2020