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MV aktuell Kommt ein neuer Lockdown in MV? OZ-Leser sehen Versäumnisse bei der Politik
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Neuer Corona-Lockdown in MV? OZ-Leser sehen Versäumnisse bei der Politik

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18:26 29.11.2021
Steigende Corona-Fallzahlen lässt die Politik im Land über weitreichende Kontaktbeschränkungen und einen erneuten Lockdown nachdenken.
Steigende Corona-Fallzahlen lässt die Politik im Land über weitreichende Kontaktbeschränkungen und einen erneuten Lockdown nachdenken. Quelle: Christian Roedel
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Rostock

Wie wahrscheinlich ist ein Lockdown in MV? Hinter den Kulissen in Schwerin wird um diese Frage in diesen angespannten Tagen gerungen. Fest steht: Bleibt die landesweite Warnstufe sieben Tage in Folge auf „Rot“, sind Schließungen möglich, ein Teil-Lockdown – mit Ausnahme von Schulen und Kitas – kann verhängt werden. Betroffen wären hier vor allem der Kultur- und Freizeitbereich sowie die Gastronomie. Das abermalige drohende Herunterfahren von Wirtschaft und Gesellschaft hat kontroverse Reaktionen bei Lesern hervorgerufen.

Einzige Möglichkeit, die Zahlen wieder zu senken

„Richtig so“, findet Henry Strobel: „Durchgreifen mit Impfpflicht.“ Katja Hohenberg wirft die Frage auf: „Lockdown für wie lange? Halbes Jahr oder wie will man die Zahlen runterbringen?!“ Victoria Luisa Brusch erinnert: „Es wurde gesagt, dass es keinen mehr geben wird, weil es wirtschaftlich keinen mehr geben darf. Mit Lockdowns hätte man am Anfang noch arbeiten können, das wurde verpasst.“

Steffi Kähler aber müsse gestehen, so sagt sie es, dass sie „den Lockdown inzwischen als die einzige Möglichkeit empfindet, die Zahlen wieder zu senken. Da es ja doch sehr viele Impfverweigerer gibt oder auch Geimpfte, die sich gegen die 2G-plus-Regelung auflehnen, wird die Pandemie anders nicht in den Griff zu bekommen sein. Vielleicht bringt es ja sinkende Zahlen und/oder ein Umdenken, wenn wir Weihnachten und Silvester zu Hause bleiben müssen.“ Detlef Greinke hält dagegen: „2G plus ist schon ein Lockdown für die Betriebe.“

Besser wären mehr Einschränkungen bei Kontakten

Lisa Marie empfiehlt einen Blick in andere Länder. „Viele machen es besser. Daran sollte man sich mal ein Beispiel nehmen und was noch besser wäre: 1G. Das heißt, dass nur Getestete Zugang hätten, nicht diese Zweiklassengesellschaft und dieser Impfzwang. Vorher sollten ausreichend Tests zur Verfügung stehen. Das wäre besser als dieser Lockdown, der so oder so nix bringt, außer, dass irgendwann alle einbrechen und alles verlieren.“ Auch Ingo Wobst ist der Ansicht, dass ein Lockdown vermieden werden sollte und schlägt stattdessen vor: „Besser wären mehr Einschränkungen bei den Kontaktmöglichkeiten. Und natürlich impfen, boostern und Tests.“ Ralf Rübel spricht sich für eine zügige Einführung von 2G in ganz Deutschland aus. „Dann wird sich die Impfrate rasend schnell erhöhen, und die Krankenhäuser werden entlastet.“

Lothar Gajek betont, das sei vorhersehbar gewesen: „Da hat sie sich aufgebaut, die vierte Welle und wird zum Tsunami mit den erschreckenden hohen Inzidenzen, den schon jetzt rappelvollen Krankenhäusern und den viel zu vielen Opfern. Um den Tsunami zu brechen, ist wohl ein harter Lockdown als letztes Mittel unausweichlich“, so Gajek. Allerdings sollte dieser erst Anwendung finden, wenn alles andere nicht mehr funktioniere. Das Versagen der Verantwortlichen in Bund und Ländern liege schlicht darin, so der Leser, „dass sie die milderen Mittel nicht genutzt haben, als sie noch hätten wirken können. Seit dem Sommer lagen alle Szenarien auf dem Tableau und was suggeriert die Politik? Freedom Day und das Ende der pandemischen Lage, Testcenter wurden geschlossen, und dies wider besseres Wissen.“ Alle Projektionen der Experten hätten genau diese vierte Welle gesehen. Aber die Politik konnte sich im Wahlrhythmus keine Wahrheiten und damit Negativnachrichten leisten. „Nun zahlen die Bürger dafür einen sehr hohen Preis. Hätte die Politik rechtzeitig auf die Virologen, In­ten­siv­me­di­zi­ne­r und das RKI gehört und konsequent die empfohlenen Maßnahmen eingeführt, uns wär einiges erspart geblieben.“

„Mir graust es vor der Zukunft“

Iris Hagen meint letztlich: „Uns fragt doch eh keiner. Wir müssen uns nur fügen. Obwohl die meisten alles getan haben, was uns gesagt wurde. Und schon wieder ein Weihnachten versaut. Wo soll das nur noch hinführen? Mir graust es vor der Zukunft.“

Von Juliane Lange