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MV aktuell Neuer Job bei Unikliniken: So viel könnte Brodkorb verdienen
Nachrichten MV aktuell Neuer Job bei Unikliniken: So viel könnte Brodkorb verdienen
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19:48 25.10.2019
Ex-Minister Mathias Brodkorb (SPD) wird Chefaufseher der Unikliniken im Land. Quelle: Frank Söllner
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Schwerin

Das Schweriner Bildungsministerium landete am Freitag einen Überraschungscoup: Der frühere Bildungs- und Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) soll künftig die Universitätsmedizinen Rostock und Greifswald beaufsichtigen. „Wir wollen die Arbeit der Aufsichtsräte professionalisieren“, erklärte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Freitag in der Landeshauptstadt. Sie setzt ihren Vorgänger als Sonderbeauftragten ihres Ressorts ein.

Nach OZ-Informationen ist für Brodkorb ein Beamtensold der Stufe B 5 im Gespräch. Das wäre etwa der finanzielle Status eines Abteilungsleiters im Ministerium, rund 8800 Euro Grundsold im Monat. Für sein Landtagsmandat bekommt Brodkorb derzeit etwa 6000 Euro.

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Vorstand freut sich auf Zusammenarbeit mit Brodkorb

Vom Vorstand der Unimedizin Greifswald verlautet, dass man sich auf die Zusammenarbeit mit Brodkorb freue. Dies unterstreicht auch Prof. Dr. Emil C. Reisinger, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Unimedizin Rostock und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock. „Mathias Brodkorb hat als Bildungsminister sehr gute Erfahrungen gesammelt, die er jetzt einbringen kann“, sagt Prof. Reisinger.

Die Unimedizin Rostock habe gerade in den vergangenen Monaten durch die OSTSEE-ZEITUNG viel Kritik aufgrund struktureller Defizite erfahren müssen. Er verbinde mit dem designierten Aufsichtratsvorsitzenden die Hoffnung, dass dieser bei der Weiterentwicklung der Unimedizin aufgrund seiner Sachkenntnis helfen könne.

Kommentar:
Zweifelhafter Befreiungsschlag

Landeskabinett soll in der kommenden Woche entscheiden

Der 42-jährige Brodkorb soll seine Aufgabe als hauptamtlicher Vorsitzender der Aufsichtsräte der beiden Maximalversorger in Rostock und Greifswald möglichst schon in der kommenden Woche übernehmen. Dafür ist ein Beschluss des Landeskabinetts nötig. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sei informiert, sagte Martin. Brodkorb kündigte an, sein Landtagsmandat mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Er war vor einem halben Jahr als Finanzminister zurückgetreten und seither klimapolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Pikant: Dem Aufsichtsrat war in Rostock zuvor unter anderem Versagen bei der Kontrolle wegen drastischer Einsparungen bei Personal und Behandlungen vorgeworfen worden, damit die Unimedizin Rostock Gewinne erwirtschaftet.

Millionendefizit in Rostock befürchtet

Es gebe in den Unimedizinen große Probleme, die gelöst werden müssen, verdeutlichte die Ministerin. Dazu gehört in Rostock der Skandal um Sonderzahlungen für Vorstände, die an Gewinnmargen gekoppelt waren. Aktuell schwelen Streitereien beispielsweise um das geplante Eltern-Kind-Zentrum in der Hansestadt und die Auslagerung von Unternehmensbereichen der Unimedizin. „Das Wohl der Patienten steht im Vordergrund“, betonte die Ministerin. Gleichzeitig sei der Spagat auch zwischen den Interessen der Beschäftigten und der Wirtschaftlichkeit zu meistern. In Rostock wird in diesem Jahr nach OZ-Recherchen ein mögliches Defizit von 18 Millionen Euro befürchtet. Ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin hatte im Sommer erklärt, die Entwicklung der ersten Monate 2019 gebe Anlass zur Sorge. Allerdings könne noch keine Aussage über das Jahresergebnis getroffen werden.

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