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MV aktuell Nitrat-Alarm: Trinkwasser droht teurer zu werden
Nachrichten MV aktuell Nitrat-Alarm: Trinkwasser droht teurer zu werden
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12:52 04.06.2018
Von insgesamt 306 Messpunkten in MV fallen derzeit 20 Prozent durch überhöhte Nitratwerte im Grundwasser auf. Quelle: Lino Mirgeler
Schwerin

Die Ergebnisse der neuen Nitrat-Messstellen sind alarmierend: Mehr als dreimal so hoch wie erlaubt ist der Wert in Roggenstorf bei Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) mit 173 Milligramm pro Liter (mg/l). Zulässig sind nur 50 Milligramm pro Liter. Zwei weitere Messpunkte überschreiten den Grenzwert um mehr als das Doppelte: in Mankmoos bei Neukloster und Pokrent bei Schwerin. Knapp 100 Prozent über der Obergrenze: Klein Warin bei Neukloster. Nur an zwei der sechs 2017 errichteten Messstellen erfüllt das Grundwasser die geforderten Kriterien: Holdorf bei Gadebusch und Krassow bei Wismar. Mögliche Folgen: höherer Aufwand für Wasserwerke und damit höhere Preise.

Von insgesamt 306 Messpunkten in MV fallen derzeit 20 Prozent durch überhöhte Nitratwerte auf, bestätigt das Schweriner Agrarministerium. Besonders problematisch seien die Werte in Westmecklenburg und auf Rügen. „Wir müssen uns dem Schutz des Grundwassers konsequenter widmen“, verlangt Umweltminister Till Backhaus (SPD). Seine Forderung richtet sich vor allem an die Bauern. Rund 60 Prozent der Stickstoffeinträge stammen aus Dünger, Klärschlamm und Gärresten. Aus Nitraten können gesundheitsschädliche Stoffe, wie Nitrosamine, entstehen.

In MV gewinnen fast alle Kommunen ihr Trinkwasser aus 30 bis 100 Meter tiefen Grundwasser- Brunnen. Aber: Viele Wasserversorger müssen belastetes mit sauberem Wasser mischen, um Kunden vorschriftsmäßiges Trinkwasser zu bieten. „Im Bereich Bad<TH>Doberan/Kühlungsborn wurden bereits zwei Brunnen stillgelegt“, sagt Klaus Rhode, Chef des Dachverbandes der Wasser- und Abwasserfirmen in MV. Auch der Wasserbetrieb Wittenburg (Ludwigslust-Parchim) nahm einen Brunnen außer Betrieb. Um Aussagen zur Grundwasserqualität exakter treffen zu können, hatte Backhaus zugesichert, das Messnetz engmaschiger zu gestalten. Bis 2021 sind 100 neue Messstellen geplant, die ersten sechs gingen in Westmecklenburg in Betrieb. In Vorpommern sollen etwa 25 Messstellen 2018 gebaut werden, im Bereich Mittleres Mecklenburg 20. Auch Westmecklenburg soll weitere Messpunkte erhalten, sieben werden derzeit erkundet.

Wichtig sei, bei Grenzwertüberschreitungen die Ursachen zu ermitteln, betont Frank Schiffner vom Bauernverband MV. Die Umsetzung der neuen Düngeverordnung werde zur Stickstoff-Reduktion beitragen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) moniert indes, dass bei der Grundwasserqualität „kein positiver Trend erkennbar“ sei. Landwirte dürften pro Hektar 60 Kilo mehr Stickstoff düngen, als die Pflanzen brauchen.Wasser-Fachmann Rhode weiß: Wenn in Trinkwasserschutzgebieten künftig strengere Vorschriften gelten, sollen die Bauern für Ertragsverluste entschädigt werden – vermutlich von den Wasserversorgern. Für die Verbraucher könnten dadurch die Wasserpreise steigen – bis zu 30 Prozent.

Ehlers Elke

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