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MV aktuell Norwegische Hundeseuche jetzt auch in MV? Warum Halter ruhig bleiben sollten
Nachrichten MV aktuell Norwegische Hundeseuche jetzt auch in MV? Warum Halter ruhig bleiben sollten
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20:53 30.10.2019
Ist die so genannte Norwegische Hundeseuche auch in MV angekommen? Behörden und Tierärzte warnen vor einer Panik (Symbolbild). Quelle: Monique Wüstenhagen/dpa
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Rostock

Hat die so genannte „Norwegische Hundeseuche“ nun auch Mecklenburg-Vorpommern erreicht? Eine Nachricht aus Boizenburg versetzt Tier-Halter landesweit in Aufregung. Dort sind vor wenigen Tagen drei Hunde an einer mysteriösen Magen-Darm-Erkrankung verendet.

In einem Fall soll die Tierärztin jenen Keim nachgewiesen haben, der für den rätselhaften Tod von mehr als 40 Hunden in Norwegen verantwortlich sein soll. Sowohl das zuständige Schweriner Umweltministerium als auch die Landestierärztekammer aber versuchen zu beruhigen: Derzeit bestehe keine akute Gefahr in MV.

Rätselhafte Todesserie

Die Todesserie von Hunden begann in Norwegen bereits Anfang August. Binnen weniger Wochen erkrankten fast 200 Tiere – zunächst im Großraum Oslo, dann landesweit – an Durchfall und Erbrechen. Viele Hunde starben daran. Die Behörden in dem skandinavischen Land riefen alle Halter zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen auf.

Kurze Zeit später wurden aus Schleswig-Holstein erste Verdachtsfälle gemeldet. Was genau die Ursache für den Tod der Tiere war, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Ins Visier der Veterinäre sind aber Keime geraten. Und einer dieser Keim wurde nun auch bei einem toten Vierbeiner in MV nachgewiesen.

Land: Keine Klarheit

Ob es wirklich die Keime der so genannten „Hundeseuche“ waren, die nun in Boizenburg erste Opfer gefordert haben, kann das Umweltministerium in Schwerin nicht bestätigen: Die drei Tiere wurden nicht von Behörden oder Amtstierärzten untersucht. „Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei wäre dazu kostenfrei bereit gewesen. Doch die Besitzer wollten keine Sektion für ihre Hunde“, so Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin von Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Dem Land lägen auch keine Untersuchungsbefunde vor. Aber: MV stehe in ständigem Austausch mit dem Nachbarbundesland Schleswig-Holstein, mit den Bundesbehörden und auch dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tierseuchenforschung.

Ärzte warnen vor Hysterie

Auch die Landestierärztekammer warnt vor einer Hysterie: „Ich habe jeden Tag zehn Anrufe von Hundehaltern, die Angst vor der angeblichen Seuche haben“, sagt Dr. Holger Nietz, Vize-Präsident der Kammer und Veterinär in Waren an der Müritz. „Die Menschen sorgen sich, ob sie mit ihrem Vierbeiner noch in die Hundeschule oder Gassigehen können.“

Aber: Er warnt davor, die Meldungen aus Norwegen und auch jetzt aus Boizenburg überzubewerten. „Nur eine Obduktion der Tiere hätte absolute Klarheit über die Todesursache bringen können. Aber eine solche Untersuchung gab es nicht.“

Und: Auch der Keim, der im Kot eines der verendeten Tiere nachgewiesen wurde, sei noch kein Beleg dafür, dass die mysteriöse Erkrankung nun auch in MV auftrete: „Es handelt sich um ein Bakterium aus dem Stamm der Clostridien. Diese Bakterien kommen in jedem Boden vor. Sie können krank machen, müssen es aber nicht.“

Tierpensionen vorbereitet

Wie verunsichert viele Halter sind – das bekommt auch Simone Loschke vom „Hundekindergarten“ in Waldeck (Landkreis Rostock) zu spüren: „Ja, wir werden immer wieder darauf angesprochen.“ Doch auch sie warnt vor Panikmache: „Wir sind vorbereitet, haben Pläne für Quarantäne und auch eine umfassende Desinfektion. Und wir beobachten unsere Tiere genau.“

Das Land rät Haltern indes dazu, bei Durchfall den Hund sofort zu einem Tierarzt zu bringen. Die Tiere sollten zudem an der Leine geführt werden und allzu engen Kontakt mit fremden Hunden zu vermeiden. Das Ministerium betont allerdings, dass dies nur Tipps und keine offiziell empfohlen Schutzmaßnahmen seien.

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