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MV aktuell Ein Super-Angeljahr in MV: Diese prächtigen Fische haben dieses Jahr schon angebissen
Nachrichten MV aktuell Ein Super-Angeljahr in MV: Diese prächtigen Fische haben dieses Jahr schon angebissen
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09:29 15.07.2019
Stefan Limp (35) aus Hamberge bei Grevesmühlen fing am 21. Juni diesen 88 Zentimeter langen Köhler, 5,5 Kilo schwer, mit einem 15 Zentimeter langen, grün-schwarzen Gummifisch in 17 Metern Tiefe in der Ostsee vor Boltenhagen.  Quelle: privat
Rostock

Die Brüder Tobias (35) und Martin Lehmann (39) aus Schwerin hatten einen klaren Plan. Auf diesem stand am 22. Juni: Aal-Angeln an der Elbe bei Boizenburg (Ludwigslust-Parchim). Dass aus dem Vorhaben nichts wurde, die Männer dafür aber einen anderen prächtigen Raubfisch an Land zogen, macht nicht zuletzt den Reiz dieses tollen Hobbys aus.

Als nämlich auch am späten Abend nur ein Brassen, aber kein einziger Schlängler die angebotenen Köder angerührt hatte, versuchte es der jüngere der Männer mit einer anderen Variante. „Ich habe es mit Kunstködern probiert und regelmäßig die Farben gewechselt“, erinnert sich Tobias. Als einer der Würfe dann wieder einmal an der Strömungskante landete, „stieg ein richtiger Brocken ein“, sagt der Flugzeugbauer.

Das sind die ersten Prachtexemplare der Angel-Saison 2019

Knapp die Ein-Meter-Klasse verfehlt

Dass sich ein wirklich prächtiger Zander den 12,5 Zentimeter langen Gummifisch einverleibt hatte, ahnte er da aber noch nicht. Etwa zehn Minuten dauerte der Drill des 9,5 Kilogramm schweren Fisches. Etwas mulmig sei ihm angesichts seiner feinen Hechtrute schon gewesen, räumt der Landeshauptstädter ein. Erst seit 2015 frönt er in der Freizeit dem Angeln. Nachdem Tobias Lehmann reichlich Adrenalin freigesetzt hatte und der Zander müde wurde, konnte der Hobbyfischer auf die Kescherkünste seines großen Bruders bauen. Nur einen Zentimeter an der Ein-Meter-Klasse vorbeigeschrammt – Respekt!

Boilie mit Banane und Ananas

Ganz ohne Hilfe musste dagegen der Wismarer Ingmar Gens auskommen. Der 38-jährige Holzwerker hatte es sich Mitte Mai ganz entspannt am Labenzer See, unweit seiner Heimatstadt, vor seinem Zelt gemütlich gemacht. Mit der Ruhe war es schlagartig vorbei. Als nämlich ein 13,5 Kilogramm schwerer Karpfen die Futterkugel – der Boilie war mit Banane und Ananas verfeinert – unwiderstehlich fand. „Die zahlreichen Fluchten des kräftigen Tieres waren schon eine Herausforderung“, sagt Gens. Nach etwa 30 Minuten hatte er seinen mit 86 Zentimetern bisher längsten Karpfen endlich angelandet.

So viele Meldungen wie noch nie

„2019 scheint ein Ausnahmejahr zu werden“, erklärt Axel Pipping (55), Geschäftsführer des Landesanglerverbandes (LAV). „Derart viele Meldungen und Ausnahmefische in bereits 26 Kategorien hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nie“, betont der LAV-Experte. Zum Lachs- oder Meerforellenangeln müsse man nicht mehr nach Schweden fahren. Vor Rügen beispielsweise meldeten nicht nur die Spezialisten unter den Petrijüngern beachtliche Fänge, verdeutlicht Pipping. Auch die fast ein Kilogramm schwere Makrele und der Seehase, die in der Ostsee vor Warnemünde gefangen wurden, sorgten für Aufsehen.

Fischart

Gewicht (kg)

Länge (cm)

Fänger

Datum

Fangort

Aal

2,400

99,0

Ingo Brodde

18.05.2019

Crivitz, Torfloch

Aland

2,560

56,0

André Griesberg

27.03.2019

Wallensteingraben Wismar

Bachforelle

1,490

49,0

Wilfried Redmer

09.06.2019

Stepenitz

Barsch

1,720

45,5

André Griesberg

22.06.2019

Schweriner See

Brassen

3,750

69,5

André Griesberg

11.06.2019

Wismar Gärtnerteiche

Döbel

2,230

54,0

Klaus-Dietrich Rinow

09.03.2019

Tollense

Giebel

1,480

42,0

Andreas Genz

22.06.2019

Lehnensruher Teichz Wismar

Graskarpfen

5,200

78,0

Jörg Gruse

29.04.2019

Warnow bei Rostock

Grundel

0,130

15,5

Steffen Schünemann

07.06.2019

Ostsee vor Boltenhagen

Hecht

13,750

123,0

Mario Ebelt

22.02.2019

Stassower See

Hering

0,295

31,0

Danny Wilsher

24.02.2019

Vaschwitz, Rügen

Hornhecht

0,810

82,0

Steffen Schünemann

06.05.2019

Wohlenberg auf der Mole

Karausche

1,500

38,0

Tobias Kostelnik

06.05.2019

Piese

Karpfen

13,500

86,0

Ingmar Gens

19.05.2019

Labenz

Köhler

5,500

88,0

Stefab Limp

21.06.2019

Ostsee vor Boltenhagen

Lachs

16,300

118,0

Thomas Lisson

19.03.2019

Ostsee

Makrele

0,980

44,0

Jürgen Schümann

14.05.2019

Ostsee vor Stoltera

Meerforelle

11,200

97,0

Jens Kung

08.05.2019

Ostsee vor Warnemünde

Rotauge/ Plötze

0,490

32,0

André Griesberg

30.04.2019

Wallensteingraben Wismar

Rotfeder

0,980

39,0

André Griesberg

11.06.2019

Wismar Gärtnerteiche

Schleie

2,500

53,0

Falk Leibersberger

28.03.2019

Recknitz (bei Marlow)

Seehase

0,400

17,0

Herold Baartz

18.04.2019

Ostsee vor Warnemünde

Ukelei

0,065

20,0

Maximilian Ritz

12.03.2019

Warnow

Zährte

0,250

34,0

Marco Oehlke

08.06.2019

Tollensefluss

Zander

9,500

99,0

Tobias Lehmann

21.06.2019

Elbe bei Boizenburg

Zope

0,400

39,0

Marco Oehlke

06.01.2019

Peene

Freudenschrei: ein großer Köhler

Ein besonderes Achtungszeichen setzte Stefan Limp aus Hamberge bei Grevesmühlen. Der 35-Jährige kämpfte mit einem 88 Zentimeter langen Köhler in der Ostsee vor Boltenhagen. Der Raubfisch hatte den 15 Zentimeter langen, grün-schwarzen Gummifisch in 17 Metern Tiefe geschluckt. „Der 5,5 Kilo schwere Räuber war ein echter Kämpfer. Als er endlich im Boot war, hab ich einen Freudenschrei losgelassen“, erklärt der Tischler, der eigentlich an diesem Junitag schon zusammenpacken wollte.

1,49 Kilogramm schwere Bachforelle

Gewohnt erfolgreich waren die etwa 100 000 Angler im Nordosten zudem an den Flüssen und Seen des gewässerreichsten deutschen Bundeslandes. Mit seiner 1,49 Kilogramm schweren Bachforelle bewies zum Beispiel Wilfried Redmer mal wieder sein anglerisches Geschick. „Man muss sich aber zunehmend durch das üppiger werdende Kraut in der bei uns drei bis vier Meter breiten Stepenitz durchkämpfen“, sagt der 56-Jährige aus Upahl (Landkreis Nordwestmecklenburg). Er hatte die schöne Forelle mit einem dicken Tauwurm gelockt.

Gute Bedingungen im Frühjahr

„Das Frühjahr bot, obwohl es häufig viel Wind gab, anglerisch wesentlich bessere Bedingungen als in den Vorjahren“, resümiert Jonas F. Müller (40). Der Geschäftsführer der bundesweit elf Angeljoe-Filialen ist begeistert von den vielen Angelmöglichkeiten. Er würdigt in diesem Zusammenhang die gute Arbeit der rund 600 Angelvereine im Nordosten. „Die vielen Hegemaßnahmen zahlen sich jetzt aus“, so Müller.

Empfehlung: Fischboulette

Mit einem Mini-Spinner der Größe 0 und leichtem Angelgerät war Anfang Juni Marco Oehlke am Tollense-Fluss unterwegs. „Im Mittelwasser habe ich es mit den verschiedensten Farben – von Braun bis Pink – probiert“, erinnert sich der 25-jährige Altentreptower (Mecklenburgische Seenplatte). Oehlke fing eine immerhin 34 Zentimeter lange Zährte. Die schlanken Speisefische, die zu den Karpfenartigen zählen, halten sich hier in Schwärmen nur einige Wochen im Jahr auf. „Sie haben eine Menge Gräten und recht trockenes Fleisch. Doch als Fischboulette, gemischt beispielsweise mit Hecht- und Barsch-Fleisch, ist das ein schmackhaftes Vergnügen“, rät der junge Mann.

Foto und Zollstock nicht vergessen!

Die Teilnehmer der Aktion „Fisch des Jahres 2019“ übermitteln bitte Namen, Adresse, Telefonnummer,

Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie Namen des Zeugen. Nötig ist immer ein Foto: Zollstock oder Maßband auf diesem bitte neben den Fisch legen! Einsendeschluss: 31. Januar 2020

Meldungen an: Landesanglerverband (LAV MV), Siedlung 18a, OT Görslow, 19067 Leezen, info@lav-mv.de;

Fachmarkt Angeljoe Rostock, Am Handelspark 3, 18184 Broderstorf, rostock@angeljoe.de; Angeljoe Stralsund, Greifswalder Chaussee 4, 18439 Stralsund, (stralsund@angeljoe.de);

OZ, Volker Penne, R.-Wagner-Str. 1a, 18055 Rostock, (volker.penne@ostsee-zeitung. de)

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