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MV aktuell Liebeserklärung an den Döner: Warum er uns alle vereint
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11:58 13.09.2019
OZ-Dönertest: Liebeserklärung von Alexander Müller an den Döner. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Ich liebe den Döner, er ist für mich mehr als einfach nur Brot mit Fleisch, Salat und ganz viel Soße. Er ist für jeden erschwinglich, überall verfügbar und schnell vertilgbar, das macht ihm so schnell keiner nach. Egal ob Banker, Fußball-Weltmeister, Oma, Flüchtling oder Kleingärtner – der Döner ist für alle da, was ihm zum wohl sympathischsten Gericht unserer Zeit macht.

Ich habe in einem Imbiss mal den Schauspieler Christian Ulmen getroffen, der mir tatsächlich ein Autogramm auf meine Dönerrechnung kritzelte. Noch heute denke ich gern daran zurück – der Filmstar und ich, vereint in unserer Liebe zum Döner.

Hier geht’s zur Abstimmung beim OZ-Dönerladen-Test

Hier können Sie entscheiden, welcher Döner-Imbiss den Titel „Beliebtester Dönerladen von MV“ verdient. Zuvor haben wir Hunderte Vorschläge der OZ-Leser eingesammelt und elf regionale Sieger gekürt. Nun treten diese Gewinner gegeneinander an. Unter allen Teilnehmern der Umfragen verlosen wir drei Döner-Gutscheine im Wert von jeweils 50 Euro – für einen Laden Ihrer Wahl.

Abstimmung über den beliebtesten Dönerladen in MV

2000 Vorschläge zur besten Dönerbude – ein Wahnsinn

Trotz dieser unübersehbaren Vorzüge haben nicht alle bei uns in der Redaktion mit der gewaltigen Resonanz gerechnet, die wir auf unseren Aufruf zum großen OZ-Dönerladentest erhalten haben. Fast 2000 Vorschläge für die beste Dönerbude zwischen Grevesmühlen und Zinnowitz sind bei uns eingegangen – wir wurden regelrecht überhäuft damit.

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23 Stunden Döner satt: Diesen Laden kennt (fast) jeder Rostocker

Warum emotionalisiert dieses Essen, das von der Türkei über Berlin ganz Deutschland erobert hat, die Menschen so sehr? Ich glaube: weil wir an der Theke alle gleich sind. Die großen Fragen nach Herkunft, Einkommen, Religion, sie schmelzen zusammen auf die Entscheidung „mit oder ohne Zwiebeln“. Das oft etwas angeranzte Interieur, die grellen mit Rechtschreibfehlern gespickten Reklamen, dieses ganze abgerockte Döner-Ding: Irgendwie fühlen wir uns dort pudelwohl. Der Sänger Peter Fox dichtet: „Steig’ über Schnapsleichen, die auf meinem Weg verwesen. Ich seh die Ratten sich satt fressen im Schatten der Dönerläden“. In MV mögen die Zentren der Kleinstädte vor die Hunde gehen, die Dönerbude bleibt wie eine Oase in der Wüste.

Döner für eine Mark – das war eine Sensation

Ich bin in Berlin neben einem Imbiss mit dem einfallsreichen Namen „Dönerpoint“ aufgewachsen. Der Geruch des Fleisches am Spieß, die riesige, aber völlig nutzlose Auswahl an der Tafel – es bestellt doch eh jeder Döner – der ewig seine Messer wetzende Verkäufer: All das gehört für mich zum Zuhause dazu. Zur Eröffnung war ich ein Kind, damals gab es Döner für nur eine Mark – eine Sensation.

In den Jahren darauf waren es Festtage, wenn Papa keine Zeit zum Kochen hatte und uns mit ein paar Münzen rüber geschickt hat. Die Bude gibt es heute immer noch, sie ist eine verlässliche Konstante in meinem Leben und dafür bin ich dankbar. Wer kennt nicht das wohlige Gefühl, wenn der Döner-Holer – etwa am Abend eines anstrengenden Tages – mit einer Tüte voll in knisternder Alufolie verpackter Köstlichkeiten wiederkommt, und alle Anwesenden versuchen, die Kreuze und Schriftzeichen zu entziffern, die für „mit scharf“ oder „ohne scharf“ stehen. Eine wunderbare Prozedur.

Döner im Pappbecher – wer denkt sich so etwas aus?

Als ich allerdings zum Studium von Berlin nach Greifswald zog, war ich zunächst schockiert von der hiesigen Dönerkultur. Hier werden doch tatsächlich mehrere Soßen zusammen gepanscht, sogar Currysoße ist im Angebot. In Greifswald habe ich auf einem Parkplatz mal Asia-Nudeln mit Döner oben drauf gegessen. So etwas hatte ich noch nie gesehen.

Auch die Idee des Pommdöners – ein Döner in einem Pappbecher – empfand ich damals als grotesk. Schließlich fehlt bei seinem Verzehr völlig der großartige Moment, wenn ganz zum Schluss Brot, Fleisch und Soße zu einem einzigen Klumpen vermatschen, den ich liebevoll „Das Herz des Döners“ getauft habe.

Mittlerweile habe ich verstanden: Jeder bekommt den Döner, den er sich wünscht – und das ist auch gut so. Ich geh mir jetzt auch einen holen: „Mit alles bitte!“

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