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MV aktuell Achtung, vorsorgen!
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05:00 17.04.2019
AOK-Sprecher Markus Juhls, Notarin Petra Klopsch und OZ-Redakteur Volker Penne (v.l.) am Dienstagabend beim OZ-Forum „Achtung, vorsorgen!“. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Rund 91 000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind pflegebedürftig. Eine Stadt, fast so groß wie Schwerin. Tendenz steigend. 71 000 von ihnen werden zuhause gepflegt – von Angehörigen, erklärte Markus Juhls, Sprecher der AOK-Nordost. Kein Wunder, dass das Leserforum „Achtung, vorsorgen!“ am Dienstagabend im Rostocker OZ-Verlagshaus sehr gut besucht war.

Um im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können, seien rechtzeitige Vorbereitungen wichtig: Stolperfallen in der Wohnung seien gefährlich und sollten, so möglich, beseitigt werden, betonte Juhls. Und warnte vor losen Kabeln, Schwellen, Teppichkanten sowie fehlender Beleuchtung. Habe ein Familienangehöriger einen Pflegegrad, würden so genannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4000 Euro pro Umbau unterstützt, erklärte er. Wichtig: „Vorher mit der Kasse beziehungsweise mit Pflegeberatern sprechen!“

Überhaupt – Pflegeberater: Viele Menschen, die Angehörige pflegen, würden ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten nicht kennen. Und genau da können so genannte Pflegeberater helfen: So können Pflegende pro Monat für 40 Euro Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse bezahlt bekommen. Bereits ab Pflegegrad 1 gibt es bis zu 125 Euro monatlich für Hilfen im Haushalt - zum Beispiel beim Einkaufen oder Fensterputzen. Dieser so genannte Entlastungsbetrag sei „vielen Pflegenden nicht bekannt“, beklagte Astrid Klinzing, Pflegeberaterin beim Pflegestützpunkt Rostock. Und: Für viele, gerade ältere Menschen sei es unvorstellbar, „Fremde in die Wohnung zu lassen, die ihnen beim Putzen helfen“.

Leider gebe es das Geld nicht für Familienangehörige, beklagte Gabriele Thürk aus dem Publikum. Die Rostockerin ist vorzeitig in Rente gegangen, um ihre pflegebedürftige Mutter zu unterstützen. Dass der Entlastungsbetrag nur anerkannten Pflege-Profis zuerkannt werde, das sei ein Schwachpunkt im Gesetz, stimmte Pflegeberaterin Petra Wilhelms zu. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, nachzubessern.

Ein weiteres wichtiges Thema: die Vorsorgevollmacht. Insbesondere, wenn ein Partner nicht mehr in der Lage sei, Versicherungs- und Bankgeschäfte, die Wahl eines Pflegeheimplatzes oder medizinische Themen selbst zu managen, sei eine Vorsorgevollmacht wichtig, erklärte Petra Klopsch, Notarin aus Ribnitz-Damgarten. Eine notariell beglaubigte Vollmacht habe den Vorteil, dass sie rechtssicher sei und einen hohen Beweiswert habe. Und: Bei einem Verlust könne der Notar problemlos eine neue Ausfertigung erstellen. Ohne Vorsorgevollmacht bleibe im Notfall nur der Weg, dass ein Gericht einen Betreuer bestimme, warnte sie. Anders als oft angenommen gebe es „keine gesetzliche Vertretung durch den Ehegatten“.

Thomas Luczak

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