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MV aktuell Tolle Gewinne: OZ-Leser fotografieren seltene Wildpflanzen in MV
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19:27 25.08.2019
Moderatorin Victoria Herrmann, die in Börgerende-Rethwisch bei Bad Doberan wohnt, hat bereits gute Erfahrungen mit der App „Naturblick“ gemacht. Quelle: Andreas Krone
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Rostock

Zu einer besonderen fotografischen Entdeckungsreise ruft das Projekt „Schatz an der Küste“Einheimische und Gäste zwischen Rostocker Heide und Westrügenscher Boddenlandschaft auf. Vom 26. August bis 8. September können Interessierte mit der kostenfreien App „Naturblick“ Wildpflanzen mit dem Smartphone erfassen.

Das Besondere dieser digitalen Exkursion: Das Programm erkennt anhand der Aufnahme die Pflanze selbstständig. Der Fotograf erhält auch weitere Informationen zum Objekt, die in einem sogenannten digitalen Feldbuch festgehalten werden.

Mit Flora der Region beschäftigen

„Die Exkursionsteilnehmer helfen uns, Aufschluss zu erlangen, welche Arten an welchen Standorten wachsen“, verdeutlicht Dr. Sabine Grube. Die Projektleiterin von der Ostseestiftung in Greifswald betont, dass es nicht Ziel sei, einen flächendeckenden Katalog des etwa 121 000 Hektar großen Areals zu erarbeiten. Vielmehr wolle man alle Altersgruppen animieren, sich mit der hiesigen Pflanzenwelt näher zu beschäftigen.

„Wir möchten die Sinne der Menschen vor Ort für den Artenreichtum unserer Ostseeküste schärfen“, sagt Sabine Grube. Sollten Aufnahmen von bisher nicht bekannten Wildpflanzen darunter sein, wäre das natürlich wunderbar, verdeutlicht die Biologin. Die Auswertung der Fotos erfolgt durch das Naturkundemuseum in Berlin.

So funktioniert die Schatzsuche

Einfach die kostenlose App „Naturblick“ auf das Smartphone laden und ein Foto von der Pflanze machen. Nach wenigen Sekunden sagt die App, um welche Art es sich konkret handelt. Die jeweiligen Entdeckungen werden im sogenannten Feldbuch der App gesammelt. So entsteht schnell ein Sammelsurium der verschiedenen Pflanzen, die an der Küste wachsen. Wer ein Screenshot seines Feldbuches an das Projekt „Schatz an der Küste“ schickt, nimmt an der Verlosung eines Danke-Schätzchens teil.

Bisher 21 Maßnahmen realisiert

Seit 2014 engagieren sich neun Partner im Schatzküsten-Projekt. Darunter sind alle bekannten Naturschutz-Verbände, zum Beispiel der World Wildlife Fund (WWF), der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund). Insgesamt 21 Maßnahmen zwischen der Rostocker Heide sowie Hiddensee, Ummanz und Teilen des westlichen rügenschen Festlandes wurden bislang umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Kranich-Beobachtungsstation Kranorama am Günzer See (Vorpommern-Rügen), ein Entdeckerpfad in der Rostocker Heide und das Renaturieren von zwei Mooren.

Das Gesamtprojekt Schatzküste endet 2020 und wird zu 75 Prozent vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Die Verbundpartner, insbesondere die Ostseestiftung, tragen den Rest des Gesamtbudgets in Höhe von zehn Millionen Euro. Eine der prominenten Unterstützerinnen ist die Moderatorin Victoria Herrmann.

„Pflanzen vor meiner Haustür kennengelernt“

Die gebürtige Potsdamerin, die im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) die Sendung «LexiTV» moderiert, hat die Schirmherrschaft über das Projekt zum Erhalt der natürlichen Vielfalt in der Region zwischen Rostock und Rügen übernommen. Das Gebiet sei so einzigartig, dass jeder etwas dafür tun sollte, es so in seiner Ursprünglichkeit und Vielfalt zu erhalten, betont sie. Victoria Herrmann, die in Börgerende-Rethwisch bei Bad Doberan wohnt, hat Erfahrungen mit der App „Naturblick“ bereits in Berlin gemacht: „Durch die Aktion habe ich so viele tolle Pflanzen vor meiner Haustür kennengelernt. Jetzt kenne ich den leuchtend gelben Rainfarn, die lila blühende Glockenheide und die zarten Rispen des Gewöhnlichen Knäuelgrases.“

Ob Jung oder Alt – um Natur entdecken und letztlich sich für ihren Schutz engagieren zu können, bedarf es vor allem der Artenkenntnis. „Das Wissen um Wildpflanzen ist bei den Schülern jedoch eher gering ausgeprägt“, konstatiert Anja Rheul vom Nabu MV. Sie arbeitet seit 2015 regelmäßig mit vier Schulen im Bereich Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) zusammen. Obwohl die Nabu-Mitarbeiterin das Übermaß an digitaler Beschäftigung kritisch sieht, bewertet sie die App-„Naturblick“-Aktion als durchaus positiv. „Diese Art der Schatzsuche erleichtert den Zugang zur Thematik. Raus in die Natur!“, fordert Anja Rheul.

Diese Preise warten auf die Gewinner

Ein Screenshot des Feldbuchesschicken Sie bitte an redaktion@ostseestiftung.de, per MMS oder Whats­App an 01 71 / 7 12 13 31 oder teilen ihn auf der Facebook-Seite der Schatzküste. Einsendeschluss ist der 8. September 2019.

Und das sind die Preise: eine Fahrt mit der Klasse oder dem Team mit der Reederei Hiddensee zu den Kegelrobben, eine unvergessliche Tour für zwei mit einem Zeesboot über den Saaler Bodden, eine Fahrt mit einem traditionsreichen Museumsschiff in Greifswald für zwei und die Teilnahme an einer Ranger-Expedition zu den Kranichen.

Von Volker Penne

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