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MV aktuell P+S-Pleite: Hegemann verklagt Ministerium
Nachrichten MV aktuell P+S-Pleite: Hegemann verklagt Ministerium
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22:23 13.09.2015
Die Schiffbauhalle der insolventen Volkswerft auf dem Gelände der Werft in Stralsund: Die Bremer Hegemann-Gruppe als ehemalige Eignerin der früheren P+S-Werften in Stralsund und Wolgast fordert Schadenersatz für die hohen Verluste infolge der Werftenpleite 2012.
Die Schiffbauhalle der insolventen Volkswerft auf dem Gelände der Werft in Stralsund: Die Bremer Hegemann-Gruppe als ehemalige Eignerin der früheren P+S-Werften in Stralsund und Wolgast fordert Schadenersatz für die hohen Verluste infolge der Werftenpleite 2012. Quelle: Jens Büttner / Dpa
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Stralsund

Die Pleite der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast wird immer mehr zum Fall für die Gerichte. Jetzt hat die Bremer Hegemann-Gruppe als ehemalige Werft-Eigentümer das Schweriner Wirtschaftsministerium verklagt.

Laut NDR verlangt Hegemann vor dem Verwaltungsgericht Schwerin die Herausgabe eines Prüfgutachtens zu den Ursachen der Werftenpleite im August 2012. Das Gutachten der Kanzlei Moore Stephens hatte das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben. Die Experten kommen darin zu dem Schluss, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Ende 2009 bei der Erstellung des Sanierungsgutachtens für die P+S Werften massive Fehler gemacht hat, die möglicherweise letztendlich das Aus für die Werften bedeuteten.

Für die Hegemann-Gruppe als Ex-Eigner könnte dieses Gutachten die Schadensersatzansprüche gegen KPMG untermauern. Hegemann klagt bereits vor dem Landgericht Hamburg gegen den Branchenriesen. Das Land will das Gutachten jedoch nicht herausgeben. Das Papier sei Verschlusssache, eine Herausgabe an die Hegemann-Gruppe könnte Nachteile für das Land haben, so die Begründung. Offenbar fürchte das Ministerium, dass die Hegemann-Gruppe das Gutachten nutzen könnte, um eine Schadensersatz-Klage auch gegen das Land auf den Weg zu bringen, heißt es beim NDR.

Die Hegemann-Gruppe hat bereits den Datenschutz-Beauftragten von MV, Reinhard Dankert, eingeschaltet. Sie beruft sich auf das Informations-Freiheitsgesetz: Das verpflichtet Behörden grundsätzlich, Unterlagen an Dritte herauszugeben. In Streitfällen kann der Datenschutz-Beauftragte um eine Stellungnahme gebeten werden. Der Datenschutz-Beauftragte hat das Wirtschaftsministerium aufgefordert, die Weigerungshaltung eindeutig zu begründen.



OZ

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