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MV aktuell Panzer bremsen Feuerwalze: Einwohner kehren in drei Dörfer zurück
Nachrichten MV aktuell Panzer bremsen Feuerwalze: Einwohner kehren in drei Dörfer zurück
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21:19 03.07.2019
Ein Bergepanzer der Bundeswehr legt eine Brandschneise am Rande des brennenden Waldgebiets an. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Lübtheen

Der Waldbrand bei Lübtheen wird jetzt mit geballter Kraft bekämpft: Seit Mittwoch werden erstmals mehr als 1000 Helfer je Schicht eingesetzt. Das ist ein Drittel mehr als noch am Dienstag.

Sowohl Bundeswehr als auch Feuerwehr und Technisches Hilfswerk hätten die Zahl der Einsatzkräfte nochmals deutlich erhöht, teilte der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit. Insgesamt sind damit in der Krisenregion rund 4000 Männer und Frauen zusammengezogen worden, die das Feuer in vier Schichten eindämmen.

Ein erneutes Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hält die Region in Atem.

Rückkehr in drei von vier Dörfern

Und der massive Einsatz zeigt Wirkung: Die Lage sei zwar weiterhin ernst, aber es gebe erste Teilerfolge, so der Landkreis. Die betroffene Fläche von 1300 Hektar habe sich seit Dienstag nicht mehr vergrößert. Die Einsatzleitung zeigte sich verhalten optimistisch, dass eine weitere Ausdehnung des Feuers verhindert werden kann. So konnten am Mittwoch die Bewohner von drei der vier evakuierten Orte in ihre Häuser zurückkehren: nach Volzrade, Trebs und Jessenitz Werk. Alt Jabel bleibt dagegen vorerst geräumt.

Nach Trebs durften die Einwohner ab Mittag. Andre Thielsch steht schon kurz danach wieder am Gartenzaun und wässert seinen Komposthaufen, auf dem sich mächtige Kürbisblätter breit machen. „Im Herbst ist im Dorf Kürbisfest. Bis dahin muss hier schon noch was wachsen“, sagt der 31-Jährige mit der Zuversicht des Hobbygärtners. „Der Wald ist weit weg. Ich hatte eigentlich keine Sorge, dass das Feuer bis zum Haus kommt“, sagt Thielsch.

Der Blick die Straße hinunter zum Wald zeigt, dass der so weit entfernt nun doch nicht ist. Bis auf etwa 400 Meter, schätzt Kreisbrandmeister Uwe Fricke aus dem niedersächsischen Goslar, waren die Flammen dem ersten Haus schon nahekommen. Mit 90 Feuerwehrleuten war er am Dienstagmorgen aus dem Nachbarbundesland angerückt, um das Dorf zu sichern und zu verhindern, dass das Feuer übergreift.

„Wir haben das Feuer das erste Mal im Griff“

Auch wenn Löschhubschrauber noch fast im Minutentakt mit ihren frisch gefüllten Wassersäcken das Dorf überfliegen, um auch den letzten Flammen den Garaus zu machen, scheint diese Gefahr nun wohl gebannt. Am Morgen hatte Landrat Stefan Sternberg (SPD) die erlösenden Worte gesprochen: „Wir haben das Feuer das erste Mal im Griff“.

So wie Andre Thielsch hatte sich auch Manuel Röding am Mittwoch sofort auf den Weg gemacht, als er am Morgen von der Freigabe seines Heimatdorfes Trebs erfuhr. Am Ortseingang entlädt er sein Auto, in dessen Heck sich Koffer und Bettzeug stapeln. Er hatte sich mit seiner Familie offenbar darauf eingestellt, länger bei Bekannten kampieren zu müssen.

„Man wusste ja nicht, ob sich der Wind noch mal dreht“, sagt er. Angst um sein erst vor sechs Jahren bezogenes Haus habe er nicht gehabt. „Der Feuerwehreinsatz lief zügig an, besser als vor einem Jahr“, berichtet der 34-Jährige. Auch im Sommer 2018 hatte es auf dem Truppenübungsplatz über Tage hinweg gebrannt, bis dann ein Platzregen die Flammen löschte.

Die fortwährende Brandgefahr in heißen Sommern ist es auch, die Doreen Heitmann in Unruhe versetzt. Inmitten des langgezogenen Straßendorfes hat sie sich auf einem Erbgrundstück ein schmuckes Backsteinhaus errichtet, mit reichlich Land dahinter. „Das wurde jetzt umgepflügt, zum Schutz vor dem Feuer. Egal – wenn es nur geholfen hat“, sagt sie.

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