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MV aktuell Wer wird neuer Landtagspräsident in MV – und wer könnte in den Ministerien folgen?
Nachrichten MV aktuell Wer wird neuer Landtagspräsident in MV – und wer könnte in den Ministerien folgen?
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12:21 07.05.2019
Stefanie Drese (42), Birgit Hesse (44) und Erwin Sellering (69) sind im Gespräch für das Amt des Landtagspräsidenten von MV. Quelle: Jens Büttner / Cornelius Kettler / Danny Gohlke
Schwerin

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern braucht eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Nach dem Tod von Sylvia Bretschneider will die SPD als größte Fraktion am Dienstagnachmittag die Nachfolge regeln. Im Gespräch sind dafür derzeit mehrere Namen.

Im Landtag ist für die Wahl eine einfache Mehrheit erforderlich. Nach bisheriger Logik von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig müsste es eine Frau werden, aber auch männliche Nachfolge ist unter der Hand im Gespräch. Dies gilt auch für dann möglicherweise frei werdende Ministerposten.

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern braucht eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten. Und da gleich zwei aktuelle Ministerinnen im Gespräch sind, könnte es zu einem größeren Umbau kommen. Ein Blick auf die Personen, über die aktuell gesprochen wird.

Birgit Hesse (44): Die jetzige Bildungsministerin gilt als Favoritin von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Hesse geriet in der Vergangenheit mehrfach wegen Pannen in ihrem Ministerium in die Kritik, etwa wegen Lehrermangels und Stundenausfall an Schulen.

Hesse, eine gelernte Polizistin, war ab 2008 Landrätin in Nordwestmecklenburg und von 2014 bis 2016 Sozialministerin im Kabinett von Erwin Sellering, 2016 wurde sie Bildungsministerin. Aus anderen Fraktionen kommt Kritik an der Personalie, da Hesse erst 2016 in den Landtag gewählt wurde und somit nur über wenig parlamentarische Erfahrung verfüge.

Stefanie Drese (42): Neu im Gespräch ist die jetzige Sozialministerin. In der SPD-Fraktion gibt es einige, die ihr das Amt der Landtagspräsidentin zutrauen, schließlich ist die Frau aus Satow bei Bad Doberan seit 2011 im Landtag, war früher stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende.

Denkbar wäre also eine Art Trotzreaktion innerhalb der Fraktion: Denn diese schlage die neue Landtagspräsidentin vor und nicht die Regierung, ist zu hören.

Erwin Sellering (69): Auch der Name des früheren Ministerpräsidenten, wohnhaft in Schwerin, kursiert bei der Frage zum Spitzenamt im Landtag. Sellering schied 2017 nach achteinhalb Jahren wegen schwerer Erkrankung als Regierungschef aus, behielt aber sein Landtagsmandat. Zuvor war er Justiz- und Sozialminister des Landes.

Für ihn sprächen seine langjährige Erfahrung und der Respekt, den er parteiübergreifend genießt. Dagegen allerdings, dass er sich mehr um seinen kleinen Sohn kümmern und mehr auf seine Gesundheit achten wollte.

Mögliche Nachfolgerinnen für Hesse

Wird mit Hesse oder Drese eine amtierende SPD-Ministerin der Landesregierung neue Landtagspräsidentin, müsste Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihr Kabinett erneut umbilden. Erst vor einer Woche trat Mathias Brodkorb (42) als Finanzminister zurück, Schwesig präsentierte Reinhard Meyer (59), ihren bisherigen Chef der Staatskanzlei, als Nachfolger.

Als Nachfolge für Hesse im Bildungsministerium waren zuletzt einige Namen im Gespräch:

Bettina Martin (53): Die aktuelle Chefin der MV-Landesvertretung im Range einer Staatssekretärin in Berlin gilt als eine der wichtigsten Vertrauten Schwesigs. Sie war Büroleiterin der früheren Bundesfamilienministerin und zieht in Berlin für Schwesig Fäden über Parteigrenzen hinweg. Ihre zentrale Rolle in der Bundeshauptstadt für Schwesig spricht womöglich dagegen, dass Martin nach Schwerin kommt.

Ina-Maria Ulbrich (46): Auch die Staatssekretärin im Schweriner Energieministerium (seit 2011) wird in der Koalition als mögliche neue Bildungsministerin gehandelt. Sie stammt aus Barth und arbeitet seit fast 20 Jahren in der Landesregierung. Für sie spräche eine deutlich härtere Ansprache als Hesses, ist zu hören. Denn das wichtige Bildungsministerium brauche eine härtere, vor allem ordnende Hand.

Susanne Bowen (39): Die künftige Staatssekretärin im Bildungsministerium wird im Personalkarussell der Regierung als mögliche Nachfolgerin von Hesse erwähnt. Bowen war von 2011 bis 2018 Kanzlerin der Fachhochschule Stralsund, wurde allerdings nicht wiedergewählt. Es gibt Koalitionäre, die einen Durchmarsch bis ins Ministeramt zu denkbar halten. Wieder andere glauben: Schwesig wird sich eine Expertin aus Berlin holen.

Möglicher Nachfolger für Drese

Sollte Drese für die SPD neue Landtagspräsidentin werden, hätte Schwesig mit der Nachbesetzung wohl einiges Kopfzerbrechen mehr. Ein denkbarer Kandidat:

Nikolaus Voß (57): Er ist seit 2008 Staatssekretär im Sozialministerium, war und ist wichtiger Rückhalt für Schwesig, Hesse und Drese als Ministerin, der anerkannte Experte im Hintergrund. Für ihn spräche seine jahrelange Expertise. Voß gilt als SPD-Urgestein in der Landesregierung. Er war ab 1991 Landesgeschäftsführer der Partei und später Büroleiter von Ministerpräsident Harald Ringstorff. Gegen ihn spräche, dass er ein Mann ist, denn Schwesig dürfte kaum hinter ihrem Anspruch zurückfallen wollen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

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